Tradition und Brauchtum

Kamenzer Forstfest soll Kulturerbe werden

In Weiß gekleidet und mit Blumen ziehen rund 1500 Schüler traditionell aus der Stadt in den Forst.

In Weiß gekleidet und mit Blumen ziehen rund 1500 Schüler traditionell aus der Stadt in den Forst.

Kamenz. Das Kamenzer Forstfest ist für den Titel immaterielles Kulturerbe nominiert. Der Freistaat Sachsen schlägt das traditionelle Schul- und Heimatfest für die Aufnahme in das entsprechende bundesweite Verzeichnis vor. Die Lessingstadt und der Forstfest-Förderverein hatten im August 2019 eine Bewerbung eingereicht. „Das Kamenzer Forstfest mit seiner über 300-jährigen Geschichte ist eines der größten Schul- und Heimatfeste Sachsens. Es steht in besonderer Weise für Tradition und Brauchtum“, sagte Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU).

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Das Kamenzer Forstfest wird seit gut 175 Jahren in der Bartholomäuswoche (um den 24. August) gefeiert, die Ursprünge reichen aber vermutlich bis ins 16. Jahrhundert zurück. Traditionell mit Kränzen, Fahnen und Blumen ge- schmückt beteiligen sich regelmäßig rund 1500 in Weiß gekleidete Mädchen und Jungen der Kamenzer Schulen am Umzug von der Innenstadt auf das Festareal im Forst. Dabei singen sie traditionelle Heimatlieder. Die Kamenzer schmücken zum Fest ihre Häuser mit Ranken, Wimpelketten und Blumenkränzen. Bis zu 50 000 Gäste zieht das Fest jährlich weit über die Stadtgrenzen hinaus an.

Mit der Nominierung folgt der Freistaat einer Empfehlung des sächsischen Kultursenats. Ausschlaggebend für diesen Vorschlag waren „der integrative Charakter und die interkulturelle Tendenz des Forstfestes, das von einer großen Lebendigkeit geprägt ist und die Gemeinschaft fördert“, heißt es in einer Mitteilung. Bis zum 15. April 2020 müssen alle Bundesländer ihre Nominierungen einreichen. Die Kultur-Ministerkonferenz der Länder entscheidet dann zum Ende dieses Jahres auf der Grundlage der Begutachtung durch das Expertenkomitee bei der Deutschen Unesco-Kommission über die Aufnahme in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes.

Von Silvio Kuhnert

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