Stadtrat

Gegen unkontrolliertes Bauen: Radebeul bekommt ein Gestaltungsforum

Nicht alles, was in Radebeul gebaut wird, gefällt. Ein Gestaltungsforum soll künftig Bausünden verhindern.

Nicht alles, was in Radebeul gebaut wird, gefällt. Ein Gestaltungsforum soll künftig Bausünden verhindern.

Radebeul. In seiner jüngsten Sitzung am Mittwoch hat der Radebeuler Stadtrat einstimmig die Einberufung eines unabhängigen Gestaltungsforums beschlossen. Das soll einerseits die Baukultur in Radebeul verbessern, andererseits vor allem auch den Einwohnern zugute kommen. Das Expertengremium soll dabei helfen, Entscheidungen zu Bauvorhaben – insbesondere an sensiblen städtebaulichen Orten – für die Bevölkerung transparent und nachvollziehbar zu machen.

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Künftig gibt das Gestaltungsforum Empfehlungen und Stellungnahmen zu Bauvorhaben ab. Im Vordergrund stehen Projekte, die ei­nen besonderen Einfluss auf die Erhaltung, Gestaltung und Weiterentwicklung des Stadtbildes haben. Damit will der Stadtrat die Baukultur in Radebeul weiterhin bewahren – und zwar im Sinne einer möglichst lockeren Bebauung der Gartenstadt. Auch die Ästhetik im Stadtbild spielt dabei eine Rolle.

Gestaltungsforum hat lediglich beratende Funktion

Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos) zufolge sei ein unabhängiges Fachgremium auch ein Wunsch aus der Bevölkerung gewesen. „Das Gestaltungsforum ist ein freiwilliges Instrumentarium mit beratender Funktion“, ergänzte der Baubürgermeister – und verwies auf das geltende Baurecht. Was so ein Beirat darum nicht könne: den Bauprozess einfach aufhalten.

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In Deutschland gibt es derzeit rund 120 Gestaltungsbeiräte, informiert Jörg Müller. 15 davon befinden sich in Ostdeutschland. Im Freistaat agieren mit Radebeul künftig drei entsprechende Fachgremien. Die anderen beiden sind in Leipzig und Dresden aktiv. Bei der Ausformulierung der Bedingungen für das Gestaltungsforum in Radebeul habe man sich an bereits bestehenden Beispielen orientiert.

Gremium soll verschiedene Fachgebiete repräsentieren

Bestehen soll das Gestaltungsforum aus externen, unabhängigen Experten, die die Stadtverwaltung beruft. „Der Blick von außen ist das Entscheidende“, sagte Müller bei der Sitzung am Mittwoch. Darum darf keine in Radebeul ansässige Person Teil des Forums werden. Der Beschluss des Radebeuler Stadtrats sieht fünf Mitglieder vor, darunter mindestens ein Experte aus dem Städtebau, ein Landschaftsplaner und ein Architekt – jeweils von der Stadtverwaltung ausgewählt. Ein weiterer Platz ist einem Vertreter aus dem Verein für Denkmalpflege und neues Bauen Radebeul vorbehalten.

Neben den fünf regulären Mitgliedern sieht der Beschluss zudem zwei weitere Sachkundige aus Radebeul vor. Allerdings kommt ihnen lediglich eine beratende Funktion zu – sie sind also nicht stimmberechtigt.

Sämtliche Fraktionen im Stadtrat begrüßten die Vorlage und stimmten dem Ansinnen zu. Das Gestaltungsforum könne nach Angaben des Baubürgermeisters Anfang 2022 in der Lößnitzstadt loslegen.

Eine ausführliche Zusammenfassung positiver Erfahrungen von Städten, die mit Gestaltungsbeiräten arbeiten, ist in der Broschüre „Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte – Perspektiven für die Baukultur in Städten und Gemeinden“ nachzulesen. Die hat das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung im Jahr 2017 herausgegeben.

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Von Sabrina Lösch

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