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Radeberg

Ende der staatlich geförderten Innenstadt-Sanierung

Ein Foto aus dem Jahr 2001: Die Sanierung der Kirchstraße und die Neugestaltung des Kirchplatzes standen damals auf dem Sanierungsprogramm.

Ein Foto aus dem Jahr 2001: Die Sanierung der Kirchstraße und die Neugestaltung des Kirchplatzes standen damals auf dem Sanierungsprogramm.

Radeberg.2019 wird das Thema „Sanierungsgebiet Innenstadt“ in Radeberg Geschichte sein. Auf seiner November-Sitzung beschloss der Stadtrat einstimmig, die dazu vor 16 Jahren beschlossene Satzung aufzuheben. Hintergrund dieses Beschlusses ist das Ende der staatlichen Förderung. Außerdem ist der Sächsischen Aufbaubank (SAB) von der Bierstadt bis Ende März 2019 eine Bilanz der Gesamtmaßnahme vorzulegen.

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Bis zum Auslaufen der städtebaulichen Gesamtmaßnahme flossen fast 30 Millionen Euro in das Sanierungsgebiet, wovon die Stadt selbst rund 8,5 Millionen aufbrachte. Allerdings wurden dafür im Gegenzug auch die privaten Bauherren in diesem Gebiet mit dem sogenannten Ausgleichsbeitrag zur Kasse gebeten.

Als die damalige Stadtverordnetenversammlung Radebergs Innenstadt zum Sanierungsgebiet erklärte, war das wie ein Hilfeschrei. Bis auf wenige Gebäude am Markt waren viele Häuser vom Verfall gezeichnet, weil deren Eigentümer zu DDR-Zeiten kaum eine Möglichkeit hatten, etwas für ihre Häuser zu tun.

Heute fallen solche Gebäude auf, denn der „bauliche Zustand eines Großteils der Wohngebäude im Gebiet konnte durch umfangreiche Modernisierungs- und Instandsetzungsarbeiten, teils mit öffentlicher Hilfe, aber größtenteils privat finanziert, verbessert werden. Zudem wurde die Bebauungsstruktur in Teilbereichen durch Neubauten ergänzt“, bilanziert die Stadtverwaltung.

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Zu den Neubauten gehören der Komplex Betreutes Wohnen am Markt, die Stadtbibliothek und das Sparkassen-Gebäude an der Hauptstraße. Erhebliche öffentliche Gelder flossen aber auch in das Schloss Klippenstein, in das Stadtbad, in das Rathaus, in die Stadtkirche, die Kita Baumhaus und in den Kaiserhof. Auch die Straßen wurden grundhaft in Ordnung gebracht.

Im Ergebnis des jahrelangen Bauens ist auch das Wohnen in der Innenstadt wieder attraktiv geworden. Allerdings konnten die Sanierungsmaßnahmen oft nicht verhindern, dass Läden und Geschäfte für immer schlossen.

Leider hält dieser Trend an. So haben für Ende dieses Jahres drei weitere Ladenbesitzer eine Schließung angekündigt. Zwar bemühe sich die Stadtverwaltung um neue Interessenten, erklärte Oberbürgermeister Gerhard Lemm (SPD) am Mittwoch auf die besorgte Anfrage einer Bürgerin, aber oft sei schon die geringe Ladengröße Problem genug, neue Nutzer zu finden. Außerdem macht der sich verstärkende Internet-Handel den kleinen Geschäften das Überleben schwer.

Von Bernd Lichtenberger

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