Filmdreh in Sachsen für RTL-Krimiserie

Cobra 11-Action in der Sächsischen Schweiz

Lohmen/Königstein/Dresden. Neugierige Blicke von Touristen an der Felsenburg Neurathen, auf der Basteibrücke und auf Festung Königstein. Ein Fernsehteam lieferte dort zwei Tage eine ordentliche Portion Filmaction. Gedreht wurden Szenen für eine neue Folge der RTL-Krimiserie „Alarm für Cobra 11“.

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Als Ausflügler über den Staketenzaun aus dichten Holzstämmen lugen, haben sie schnell erkannt, wer in der mittelalterlichen Felsenburg auf einer Gitterbrücke zwischen zwei Felsen gefesselt über der Schlucht hängt: Erdogan Atalay (50) alias Autobahnkommissar Semir Gerkhan. In der Gewalt der vietnamesischen Mafia baumelt er – das rechte Bein und den linkern Arm in Gips – an einem Seil hinter dem Geländer und droht, in die Tiefe zu stürzen. Trotz der eiskalten Mafia-Chefin Ling Ma (Soogi Kang) ist seine Situation nicht ausweglos… Eine Szene später kommt prompt Hilfe von seinem Partner, Kripokommissar Paul Renner, gespielt von Daniel Roesner.

Als auf dem Gitterrost über dem Abgrund die Fäuste fliegen, steht schon das Stunt-Double bereit und erklärt dem Darsteller die Bewegungen im Kampf. Daniel Roesner und Erdogan Atalay machen viele Actionszenen selber, erzählen die Filmemacher am Set. Nur wenn das Risiko zu groß ist, springen die Doubles ein.

Natürlich wird Paul in letzter Sekunde gerettet, verrät Elke Schubert von der Film- und Stuntproduktionsfirma „action concept“, die mit einem 60-köpfigen Team anrückte. „Es sind sehr spannungsgeladene Szenen. Schon allein, weil sie vor dieser wunderschönen Kulisse spielen, werden sie sehr eindrucksvoll rüberkommen.“ Es sind die Schlüsselszenen am Schluss der Pilotfolge für die 32. Staffel, die im Frühjahr 2018 als Teil der „Ost-Trilogie“ ausgestrahlt wird. Sie trägt den Arbeitstitel „Klassenfahrt“ , sagt Schubert.

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Auf der historischen Basteibrücke wird später der Showdown gedreht. Geplant ist die Übergabe des Lösegeldes an den Mafia-Boss. Doch die geht schief… Die Klappe fällt für Martin Brambach („Tatort Dresden“). Er spielt Ronny Dubinski, einen fiktiven verlorenen Sohn von DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker. Eigentlich hätte seine Szene bereits am frühen Morgen im Kasten sein sollen. Doch dichter Nebel über dem Elbtal hielt sich hartnäckig, so dass das Team sie erst am Abend drehen konnte.

Brambach zeigte sich überwältigt von der Felsenlandschaft. „Manchmal hat unser Job auch was Gutes. Ich bin von der Gegend völlig verblüfft, vor allem, wie unsere Vorfahren die Brücke zwischen die aufragenden Felsen gebaut haben, ist erstaunlich“, sagt der 50-Jährige, der im westfälischen Recklinghausen zu Hause ist.

Bei seiner Kollegin Carina Wiese riefen die Felsen Erinnerungen an ihre Jugend wach. „Nicht weit von hier, in Pirna, hat meine Schauspielkarriere begonnen. Im Wismut-Theater auf dem Markt stand ich als Gerda in Andersens Schneekönigin auf der Bühne. Das war meine erste Rolle“, erzählt die gebürtige Dresdnerin. „Im Theaterstück ‚Der kaukasische Kreidekreis‘ war ich die ’wahre, gute‘ Mutter.“

Am Donnerstag soll der RTL-Dreh in Dresden weitergehen – offenbar vor Zwingerkulisse.

Zum ersten Mal flimmerte „Alarm für Cobra 11“ im März 1996 über die Bildschirme. Seither sind fast 5800 Fahrzeuge geschrottet worden. Seit zwölf Jahren werden die aufwändigen Fahrszenen auf einer speziellen Autobahn in Nordrhein-Westfalen gedreht.

Von Daniel Förster

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