Verkehr

Bürgerinitiative kämpft um Basistunnel für Bahn nach Prag

So sieht der Vorschlag der Bürgerinitiative „Basistunnel nach Prag“ für die Schnellbahnstrecke von Dresden zur tschechischen Grenze aus.

So sieht der Vorschlag der Bürgerinitiative „Basistunnel nach Prag“ für die Schnellbahnstrecke von Dresden zur tschechischen Grenze aus.

Dresden. Nächste Runde in der Diskussion um die geplante Eisenbahntrasse nach Tschechien: Die Bürgerinitiative „Basistunnel nach Prag“ hat jetzt Feinplanung für den bei ihrem Tunnelvorschlag notwendigen Überholbahnhof bei Heidenau vorgelegt. „Wir haben einen exakten Gleisplan mit Einbindung in eine maßstabgerechte Karte erarbeitet“, erklärte Steffen Spittler von der Bürgerinitiative gegenüber DNN.

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Damit werde auf kürzlich vom Bahnunternehmen DB Netz geäußerte Befürchtungen reagiert, dass in Heidenau nicht genug Platz für einen Überholbahnhof vorhanden sein könnte. „Der Platzbedarf wurde millimetergenau ermittelt und im Ergebnis steht fest, dass der Platz für einen Überholbahnhof in Heidenau vorhanden ist“, fasste Spittler zusammen.

Die Grafik zeigt die Lage des Überholbahnhofs in Heidenau. Die Portale der beiden Tunnelröhren werden sich südlich des AGRO-Terminals (rechts) befinden. Die S172 wird in diesem Bereich wahrscheinlich leicht südlich verlegt werden müssen und führt auf einer Brücke über die beiden Gleise der Neubaustrecke.

Die Grafik zeigt die Lage des Überholbahnhofs in Heidenau. Die Portale der beiden Tunnelröhren werden sich südlich des AGRO-Terminals (rechts) befinden. Die S172 wird in diesem Bereich wahrscheinlich leicht südlich verlegt werden müssen und führt auf einer Brücke über die beiden Gleise der Neubaustrecke.

Im Rahmen der bisherigen Studien hat das sächsische Wirtschaftsministerium einen vier Kilometer breiten Trassenkorridor ermittelt und eine Vorzugsvariante herausgearbeitet, die Grundlage der Anmeldung für den Bundesverkehrswegeplan war. Nur Projekte, die in diesem Plan stehen, haben eine Chance auf Realisierung. Gegenwärtig gebe es jedoch keine Festlegung auf eine detaillierte Strecke, hieß es bislang im Wirtschaftsressort von Minister Martin Dulig (SPD).

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Die Bürgerinitiative schlägt einen durchgehenden Tunnel von Heidenau bis zur Übergabe an der tschechischen Grenze vor, der in einem Bogen westlich der Autobahn 17 verlaufen sollte. Das Wirtschaftsministerium favorisiert bislang ein Trasse, die teilweise über der Erde und in mehreren Bögen östlich der Autobahn verlaufen würde. Großes Plus des Vorschlags der Bürgerinitiative: Die Bahn würde keine zusätzlichen Lärm ins Elbtal bringen.

Der Überholbahnhof sollte sich nach den Vorstellungen der Initiative in der Nähe der Pechhütte in Heidenau befinden und über das derzeitige Industrieareal in diesem Gebiet in nordwestlicher Richtung erstrecken. Zwischen dem Beginn der ersten und dem Ende der letzten Weiche würden 1031,8 Meter liegen. Insgesamt seien sechs Weichen notwendig. Auch für weitere Gleisverbindungen für den Fall von Wartungen oder Störungen im Tunnel sei „auf jeden Fall Platz vorhanden“, sagte Spittler.

Im März hatten Steffen Spittler (Mi.) und Hendrik Oltersdorf (re.) Sachsens Ministerpräsidenten Michael Kretschmer die Vorzüge ihrer Alternativtrasse mit einem Tunnel für die Eisenbahnstrecke Dresden-Prag erläutert.

Im März hatten Steffen Spittler (Mi.) und Hendrik Oltersdorf (re.) Sachsens Ministerpräsidenten Michael Kretschmer die Vorzüge ihrer Alternativtrasse mit einem Tunnel für die Eisenbahnstrecke Dresden-Prag erläutert.

Damit sei der Nachweis erbracht, dass der Volltunnel der Bürgerinitiative gebaut werden könnte, für den der Überholbahnhof in Heidenau eine Grundvoraussetzung wäre. Die Berechnungen seien von einem autorisierten Ingenieurbüro erstellt worden.

Laut dem FDP-Bundestagsabgeordneten Torsten Herbst legt sich die Bundesregierung nicht auf einen Zeitpunkt für den Baubeginn sowie eine Vorzugsvariante für den Trassenverlauf fest. Die vorläufigen Gesamtkosten beziffere sie mit 1,3 Milliarden Euro. In diesem Bereich siedelt die Bürgerinitiative auch die Kosten ihres Tunnelvorschlags an. Herbst sprach sich dafür aus, dass die Überlegungen der Bürger in die Trassenplanungen der Bahn einfließen. Bei dem absehbaren hohen Verkehrsaufkommen müsse die „bestmögliche Lärmvermeidung angestrebt werden“, erklärte Herbst. Im März hatte sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer von der Arbeit der Bürgerinitiative beeindruckt gezeigt. „Das war ein unglaublich exzellente Darstellung“, hatte der CDU-Politiker erklärt.

Von Ingolf Pleil

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