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Nach Felsschlag

Amselfallbaude darf nicht mehr öffnen

Gerade in den Sommermonaten galt die Amselfallbaude als beliebtes Ausflugsziel. In diesem Jahr wird die Baude geschlossen bleiben – wegen Felssturzgefahr.

Gerade in den Sommermonaten galt die Amselfallbaude als beliebtes Ausflugsziel. In diesem Jahr wird die Baude geschlossen bleiben – wegen Felssturzgefahr.

Rathen. Zur Zeit ist die Tür der Amselfallbaude abgeriegelt. Die historische Bergbaude im Amselgrund, unweit der Bastei, befindet sich in der Winterpause. Doch auch zum Saisonbeginn im April bleibt die beliebte Ausflugsstätte für Wanderer und Touristen weiterhin geschlossen. Nach aktuellem Stand darf Baudenwirt Uwe Knaak sogar das ganze Jahr lang nicht öffnen.

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Felssicherungen notwendig

Grund dafür ist ein Gesteinsgutachten, das der Freistaat nach dem Felsschlag im Juli 2017 in Auftrag gegeben hat. Damals löste sich eine Gesteinsplatte oberhalb der Amselfallbaude, der Felsen schlug ein Loch in das Dach des Nebengebäudes. Etliche Brocken, einer maß in etwa 35 mal 40 mal 50 Zentimeter, fielen in den Außenbereich der Gastronomie am Amselfall.

Im Juli 2017 löste sich eine Felsplatte oberhalb der Sandsteinbaude. Der Brocken zerschlug das Dach.

Im Juli 2017 löste sich eine Felsplatte oberhalb der Sandsteinbaude. Der Brocken zerschlug das Dach.

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„Die Ergebnisse des Gesteinsgutachtens liegen uns nun vor, so dass wir die Gefahrensituation nachvollziehen können“, sagt Hanspeter Mayr, Pressesprecher der Nationalparkverwaltung. Sie geht davon aus, dass Felssicherungen an der Amselfallbaude notwendig seien und das Gebäude erst danach wieder für Besucher geöffnet werden könne. Bis es soweit ist und Genehmigungsprozesse für die Maßnahme abgeschlossen sind, könnte allerdings noch einige Zeit verstreichen. Vom zuständigen Zentralen Flächenmanagement (ZFM) sei der Nationalparkverwaltung daher bestätigt worden, dass die Amselfallbaude in diesem Jahr geschlossen bleiben müsse. Auch die Wanderwege an der 1548 erstmals erwähnten Baude könnten gesperrt werden, heißt es.

Kein neuer Pachtvertrag

„Die Schließung der Gaststätte bewirkt den Wegfall eines beliebten Anlaufpunktes im Gebiet Rathen/Bastei“, so Mayr. Baudenwirt Knaak ist momentan damit beschäftigt, die Amselfallbaude zu räumen. Er sieht einer ungewissen Zukunft entgegen – zumal er nicht einmal mehr einen gültigen Pachtvertrag für die Amselfallbaude hat: „Das Pachtverhältnis zwischen dem Freistaat und dem Betreiber der Gastwirtschaft endete mit Ablauf des Jahres 2018. Wegen der laufenden Felsuntersuchung konnte das Pachtverhältnis nicht automatisch verlängert werden“, bestätigt Stefan Wagner, kommissarischer Geschäftsführer des Zentralen Flächenmanagements (ZFM).

Derzeit werden die Ergebnisse der Felsuntersuchung ausgewertet, um Vorschläge für sogenannte Gefahrenabwehrmaßnahmen zu entwickeln. „Erst nach der Auswertung und nach den Abstimmungen mit den zuständigen Fachbehörden sind Aussagen zu Auswirkungen für den künftigen Gastronomiebetrieb der Amselfallbaude möglich“, so Wagner.

Gastwirt Uwe Knaak muss die Amselfallbaude räumen. Das Gebäude ist von Felsstürzen bedroht und darf in diesem Jahr nicht öffnen.

Gastwirt Uwe Knaak muss die Amselfallbaude räumen. Das Gebäude ist von Felsstürzen bedroht und darf in diesem Jahr nicht öffnen.

Auch für die Nationalparkverwaltung ist die Schließung der Amselfallbaude ein herber Verlust: Das bequem am Wanderweg gelegene Gebäude beherbergt eine von acht Informationsstellen im Nationalpark. Im Obergeschoss der Bergbaude erhielten Besucher bislang detaillierte Einblicke in die Nationalparkphilosophie.

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Unter anderem informierte die Verwaltung dort über die Geologie, Tier- und Pflanzenwelt des Nationalparks und die Besonderheit des montanen Fichten-Buchen-Wald in der Schlucht des Amselgrundes. Rund 30 000 Besucher besuchten die Infostelle jährlich, in diesem Jahr wird der Schauraum voraussichtlich geschlossen bleiben, teilt die Nationalparkverwaltung mit.

Auch die Informationsstelle des Nationalparks in der Amselfallbaude darf in diesem Jahr nicht öffnen. In den Schauräumen erhielten Besucher bislang detaillierte Einblicke in die Nationalparkphilosophie.

Auch die Informationsstelle des Nationalparks in der Amselfallbaude darf in diesem Jahr nicht öffnen. In den Schauräumen erhielten Besucher bislang detaillierte Einblicke in die Nationalparkphilosophie.

Stärkere Belastung befürchtet

Unter anderem informierte die Verwaltung dort über die Geologie, Tier- und Pflanzenwelt des Nationalparks und die Besonderheit des montanen Fichten-Buchen-Wald in der Schlucht des Amselgrundes. Rund 30 000 Besucher besuchten die Infostelle jährlich, in diesem Jahr wird der Schauraum voraussichtlich geschlossen bleiben, teilt die Nationalparkverwaltung mit.

„Ebenso von der Schließung des Standorts betroffen ist eine Toilettenanlage, wodurch ein wichtiger Service nicht mehr angeboten werden kann“, sagt Mayr. Die Belastung des Gebiets könne dadurch an anderer Stelle anwachsen, befürchtet der Nationalpark-Sprecher.

Von Junes Semmoudi

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