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Jeder Kuss ein Genuss?

Zum Tag des Kusses erzählen Dresdner die Geschichte ihres ersten Schmatzers

Seit Generationen ist der Kuss Inbegriff gefühlvoller Zweisamkeit.

Seit Generationen ist der Kuss Inbegriff gefühlvoller Zweisamkeit.

Dresden. Feucht und eklig oder doch innig und romantisch? Der Kuss in all seinen Formen wird am Sonnabend, dem internationalen Tag des Kusses, gefeiert. Der Kuss des Partners wird liebevoll erwidert, dem dicken nassen Schmatzer der Oma weicht der ein oder andere dann doch lieber aus. Während die einen in der Öffentlichkeit enthusiastisch rumknutschen, drehen sich andere angewidert weg und küssen sich lieber hinter verschlossener Tür.

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Zum Feiertag des Liebkosens fragten wir die Dresdner nach dem Kuss, der ihnen in Erinnerung geblieben ist. Eine junge Dresdnerin, die lieber anonym bleiben möchte, hat weniger schöne Erinnerungen: „Ich wusste, dass er eine bestimmte Absicht verfolgte, aber die verfolgte ich nicht. Jedes Mal, wenn er seinen Kopf zu mir drehte, rutschte ich ein Stück von ihm weg. Irgendwann gelangte ich an die Wand und er küsste mich“, berichtet die junge Frau von diesem Erlebnis.

Der erste Kuss muss aber nicht immer negativ enden, es kommt allein auf die Beteiligten an. Das weiß Dominika: „Über meine Partner und ihre Art zu küssen, konnte ich mich nie beschweren. Den wohl schönsten und intimsten Moment erlebte ich mit meinem Sohn, als ich ihn nach seiner Geburt auf die Stirn küsste.“

Besonders bewegend sind auch die Geschichten, die anders enden, als sie begonnen haben. Vor allem dann, wenn ein einziger Kuss der Auslöser war. So wie bei der 79-jährigen Dresdnerin, die zwar auch unerkannt bleiben möchte, ihre Geschichte allerdings gern erzählt: „Ich habe schon immer gerne Männer geküsst. Im Stillen liebte ich aber viele Jahre nur einen Mann. Dieser liebte mich jedoch nicht, zehn Jahre lang. Über die Zeit hinweg standen wir beide in regelmäßigem Kontakt. Eines Tages trafen wir uns erneut. Ich erwartete nichts, da sowohl er wie auch ich in einer Partnerschaft lebten. Vollkommen un­erwartet küsste er mich. Anfänglich nahm ich den Kuss gar nicht richtig wahr, weil ich keineswegs damit rechnete. Heute bin ich 79 und er 81. Obwohl wir beide wissen, dass uns nicht mehr viel Zeit bleibt, genießen wir jeden Kuss.“ Fürs Knutschen ist man eben nie zu alt.

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Ob zu feucht, zu kurz oder zu selten – am Sonnabend kann ganz offiziell und international geknutscht, geküsst und liebkost werden. Denn (rote) Lippen soll man küssen, wusste auch schon Cliff Richard im Jahre 1963.

Kusskiller Herpes?

Die Vorfreude auf die Knutscherei kann durch Viren jäh gestört werden. Und gerade Herpes kommt wohl nie zur rechten Zeit. „Das Risiko, sich neu mit dem Herpesvirus zu infizieren, ist besonders hoch bei Beginn der Bläschenbildung. Das Sekret in den frischen Bläschen enthält besonders viele Viren, die beim Küssen übertragen werden können“, sagt Ulrike Proske, Oberärztin in der Klinik und Poliklinik für Dermatologie am Uniklinikum Dresden. Die Ansteckungsgefahr bleibe bis zur vollständigen Heilung der Haut.

Aber nicht nur Herpes ist eine Gefahr beim Küssen. Auch das Humane Papilloma Virus (HPV) kann bei inniger Zweisamkeit übertragen werden. „Die meisten Infektionen mit diesem Virus verlaufen harmlos und der Virus verschwindet von allein wieder. Allerdings ist dieser Virus auch als Auslöser für Tumorentstehung im Rachen bekannt“, erklärt Proske.

Von Alina Dziallas

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