Spind eines Ex-Mitarbeiters

Wolle Förster findet grausame Notizen von Prostituierten-Mörder

Wolle Förster (Archivbild)

Wolle Förster (Archivbild)

Dresden. Ein zufälliger Fund des Dresdner Nachtclubbesitzers Wolfgang Förster bringt möglicherweise eine Wendung in den Fall des verurteilten Mörders Mario B, der vor drei Jahren seine Freundin umgebracht hat. In einem alten Spind des Ex-Mitarbeiters der Spielothek "Drei-Kaiser-Hof" fand Förster handgeschriebene Notizen und Einkaufszettel des Mörders. Darin beschreibt B. wie er sein Opfer, die Prostituierte Ramona D., quälen wollte. "Unfassbar", sagt der Clubbetreiber über den grausamen Inhalt.

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In der Spielothek gibt es nach Aussage des Besitzers sechs Spinde, aber nur drei Mitarbeiter. Deswegen sei der Spind des Ex-Kellners und Mörders lange Zeit ungeöffnet geblieben. Die Handschrift der Notizen verglichen die Mitarbeiter mit handschriftlichen Eintragungen von B. in einem alten Aufzeichnungsbuch über Zwischenfälle in der Spielothek.

Neue Verhandlung nach rechtskräftigem Urteil sehr selten

Vor Gericht äußerte der damals 35-jährige Mario B., er habe die Tat aus Eifersucht und Liebe zu seiner Lebensgefährtin begangen. Sie starb durch Messerstiche und Hammerschläge. Dafür erhielt B. die Höchststrafe „lebenslänglich“.

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Ob die nun aufgetauchten Unterlagen Einfluss auf die Haftstrafe und Entlassung nehmen, müsse geprüft werden, sagt Staatsanwaltschaftssprecher Steve Schulze-Reinhold. Dass eine mit einem rechtskräftigen Urteil abgeschlossene Verhandlung wieder aufgenommen wird, ist sehr selten und erfolgt meist wenn entlastende Beweise zu Gunsten des Verurteilten auftauchen.

Bis jetzt ist die Strafe von Mario B. noch ohne Sicherheitsverwahrung

Mario B. wurde wegen Mordes verurteilt – allerdings ohne anschließende Sicherheitsverwahrung. „Die nun aufgetauchten Dokumente können aber für weitere Prognosen nach der verbüßten Haftstrafe relevant sein“, sagt Steve Schulze-Reinhold.

Im Srandkorb: Mario B. und sein späteres Opfer Ramona D.

Im Srandkorb: Mario B. und sein späteres Opfer Ramona D.

Aktuell liegen die Dokumente noch bei dem Nachtclubbesitzer Förster selbst, teilt dieser auf DNN-Anfrage mit. Er hatte sie nach dem Fund einem Mitarbeiter der Bildzeitung gezeigt und sich erst danach an die Staatsanwaltschaft gewendet. „Ich warte auf die Rückmeldung von Oberstaatsanwalt Haase und werde ihm die Dokumente übergeben“, sagt Förster.

Von Tomke Giedigkeit

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