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Therapie

Wie Rechnen Blutkrebspatienten nützt

Ein kleiner Junge, der an Leukämie erkrankt ist, erhält im Rahmen einer Chemotherapie eine Infusion.

Ein kleiner Junge, der an Leukämie erkrankt ist, erhält im Rahmen einer Chemotherapie eine Infusion.

Dresden. Dresdner Forscher haben mit internationaler Beteiligung ein mathematisches Modell aufgestellt, auf dessen Grundlage viele Blutkrebspatienten künftig möglicherweise nur noch halb so viele Medikamente nehmen müssen wie bisher.

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Das Modell von Mathematikern der Medizinischen Fakultät der TU Dresden, dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT), dem Universitätskrebs Centrum (UCC) und der Uni von Itajubá in Brasilien richtet sich konkret an Patienten mit Chronisch Myeloischer Leukämie (CML). Die meisten von ihnen müssen ein Leben lang Medikamente nehmen, zu deren Nebenwirkungen Schäden an der Lunge, dem Herz-Kreislauf-System oder der Verdauungsorgane gehören können. Bei jungen Patienten können die sogenannten Tyrosinkinaseinhibitoren auch das Knochenwachstum verzögern.

Im Körper von CML-Patienten gibt es verschiedene Krebszellen. „Bildlich gesprochen haben wir zwei Töpfe mit unterschiedlichen Krebszellen – aktive und ruhende“, erklärt Professor Ingo Röder. „Schon nach einem Jahr Therapiedauer ist der Topf mit den aktiven Krebszellen weitestgehend leergeräumt“. Das neue Modell lässt den Schluss zu, dass dann nur noch die Hälfte der Standarddosis des Medikaments ausreichend ist. Mit der niedrigeren Dosis könnten die Krebszellen, die vom ruhenden in den aktiven Zustand wechseln, bekämpft werden. Im Rahmen der analysierten Studiendaten sei dies bei 80 bis 90 Prozent der CML-Patienten möglich gewesen, sagt der Dresdner Mathematiker Ingmar Glauche.

Jetzt sollen auf Basis des Modells klinische Studien durchgeführt werden, die den Einsatz reduzierter Medikamentendosen überprüfen. Damit könnten auch die Therapiekosten gesenkt werden.

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Von tg

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