Fragen und Antworten

Was muss ich beachten, wenn ich in Sachsen Geflüchtete aus der Ukraine aufnehme?

Große Solidarität: Wie so viele andere hat auch die Leipzigerin Irina Schulmann (Dritte von links) ukrainische Geflüchtete bei sich aufgenommen. Diese haben weite Wege und schlimme Erlebnisse hinter sich.

Große Solidarität: Wie so viele andere hat auch die Leipzigerin Irina Schulmann (Dritte von links) ukrainische Geflüchtete bei sich aufgenommen. Diese haben weite Wege und schlimme Erlebnisse hinter sich.

Dresden. Die Hilfsbereitschaft, Geflüchtete aus der Ukraine aufzunehmen, ist in Sachsen sehr groß. Vor der Entscheidung, selbst Menschen aufzunehmen, stellen sich allerdings einige Fragen nach dem richtigen Verhalten, nach finanziellen Gesichtspunkten und ob sich der angebotene Wohnraum wirklich eignet. Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen.

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Wo und wie kann ich am besten meinen Wohnraum anbieten?

Es gibt zahlreiche private, über das Bundesland verteilte Initiativen, vor allem in den großen Städten. Für das gesamte sächsische Gebiet empfiehlt sich das neu eingerichtete Portal des Freistaates. Auf www.buergerbeteiligung.sachsen.de kann man sich registrieren und Angaben zu seinem Angebot machen.

Wer darf Geflüchtete aufnehmen?

Im Prinzip alle, die über genug Wohnraum verfügen. Da niemand weiß, wie lange der Krieg dauert, sollte man bereit sein, die Geflüchteten auch für einen längeren Zeitraum zu beherbergen.

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Überprüfen Behörden, ob man als Gastgeber für eine Unterbringung geeignet ist?

Solche Prüfungen sind bislang nicht bekannt. Wer unsicher ist, kann sich bei professionellen Nicht-Staatlichen Organisation, die mit Geflüchteten arbeiten, informieren oder Portale wie „Zusammenleben Willkommen“ besuchen. Lokale Beratungsstellen oder Büros bieten unter anderem Caritas, Arbeiterwohlfahrt und Diakonie.

Muss ich die Aufnahme von Geflüchteten irgendwo anmelden?

Theoretisch ist keine Anmeldung nötig, da sich ukrainische Staatsbürgerinnen und -bürger 90 Tage lang ohne Registrierung in Deutschland aufhalten dürfen. Eine Registrierung wird trotzdem auch privat wohnenden Neuankömmlingen empfohlen, damit sie Anspruch auf Leistungen wie medizinische Versorgung und finanzielle Unterstützung erhalten. Den Anspruch auf Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz sollte man möglichst sofort geltend machen – am einfachsten mittels eines formlosen schriftlichen Antrags an die örtliche Ausländerbehörde, den man auf der Seite des Flüchtlingsrates herunterladen kann. Bei Fragen zum Aufenthalt und sozialen Angelegenheiten kann man sich auch an die Ausländer- oder Sozialbehörde der Kommune wenden, empfiehlt der Sächsische Flüchtlingsrat.

Erhalte ich staatliche finanzielle Unterstützung, wenn ich Geflüchtete beherberge?

Sofern die Untergebrachten Miete zahlen oder sich an den Nebenkosten beteiligen sollen, hilft der Staat. Denn nach der Registrierung erhalten die Geflüchteten grundsätzlich dieselben Leistungen wie Asylbewerber. Wichtig aber: Der Staat zahlt nur dann, wenn die Geflüchteten dafür nicht aus ihrem Vermögen aufkommen können.

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Wie verfahre ich, wenn ich Ausgaben beispielsweise für Arztbesuche vorstrecke?

Aus der Erfahrung von 2015/2016 werden erbrachte Leistungen für Schutzbedürftige durch die Sozialämter zurückerstattet, sofern für die Betroffenen ein entsprechender Anspruch besteht, informiert der Sächsische Flüchtlingsrat. Genaueres regelt das Asylbewerberleistungsgesetz. Außerdem können sogenannte Härtefallleistungen beantragt werden, die in den letzten Tagen für Menschen aus der Ukraine relativ schnell durch die Sozialämter erbracht wurden. Zur medizinischen Erstversorgung sind auch die Erstaufnahmeeinrichtungen des Freistaates zuständig, und es gibt Möglichkeiten, sich an die lokalen Medinetze in Sachsen zu wenden. Sie vermitteln medizinische Hilfe für Geflüchtete.

Wie sind die Geflüchteten versichert?

Die ukrainischen Geflüchteten sind krankenversichert wie Asylbewerber. Vom Staat nicht abgedeckt sind private Haftpflichtversicherungen.

Wie verhalte ich mich bei Konflikten mit den Gästen?

Viele Konflikte lassen sich im Vorfeld vermeiden, sagt Mareike Geiling vom Vermittlungsportal „Zusammenleben Willkommen“, beispielsweise durch das Abhaken falscher Erwartungen. Manche Gastgebende seien unzufrieden, dass ihre Gäste sich nicht dankbar zeigten. „Dabei haben sie vielleicht gar keine Kapazitäten dafür“, erklärt Geiling. Vor allem suchten die Gekommenen Ruhe und Sicherheit. Bei Streit gibt es natürlich auch immer die Möglichkeit, sich bei Behörden Rat zu holen, empfiehlt der Flüchtlingsrat.

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Was gilt mit Blick auf die Corona-Impfung?

Menschen, die im Ausland mit Covid-19-Impfstoffen geimpft wurden, die nicht in der EU zugelassenen sind, benötigen hierzulande eine erneute Impfserie. Viele Ukrainer müssen daher für den Status „geimpft“ eine erneute Impfung erhalten.

Von Mark Daniel

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