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Ratgeber

Volker Croys Gartentipps: Warum man bei Läusebefall manchmal abwarten sollte

Läuse an Rosenblüten.

Läuse an Rosenblüten.

Dresden. Jetzt sitzen an den Blütenstielen der Rosen oft Läuse. Sie ziehen die Reservestoffe ab, die für die Blüte gedacht sind. Die Blüten bleiben dadurch kleiner. Die einfachste und dennoch für viele schwierige Reaktion ist – nichts zu tun. Denn bald kommen Nützlinge, die diese Läuse fressen.

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Für wen das Nichtstun keine Option ist, der kann die Läuse mit einer fünfprozentigen Seifenlösung besprühen. Sie sterben innerhalb von Sekunden durch Ersticken. Reines Wasser würde abperlen, aber durch die Seife, die die Oberflächenspannung des Wassers bricht, bedeckt die Lösung die ganze Laus und verschließt deren Atemöffnungen. Allerdings sollte man unbedingt vorher prüfen, ob nicht doch schon Marienkäferlarven oder andere läusefressende Insekten an der Rose sitzen. Denn die würden durch das Seifenwasser auch eingehen.

Man kann die Läuse auch mit den Fingern zerquetschen. Aber bei vielblütigen Rosen dauert das ewig.

Ruhig Blut bei Läusen an Nadelgehölzen und Hecken

Wenn Säulen-Wacholder, andere Nadelgehölze bzw. Hecken schwarz im unteren Bereich sind und sich dunkle Schatten auf der Wiese unter bestimmten Bäumen bilden, hat das auch mit Läusen zu tun. Denn Läuse sind gerade überall. Ihre Ausscheidungen – der Honigtau – tropft von den Büschen und Bäumen. Trifft der Honigtau auf andere Pflanzen oder Pflanzenteile, überzieht er diese mit einem klebrigen Film.

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Es gibt schwarze Blattpilze, so genannte Rußtaupilze, für die der Honigtau ein idealer Nährboden ist. Da der Honigtau nach unten tropft und auch der Regen ihn nach unten wäscht, ist er mehr im unteren Pflanzenbereich oder auf der Wiese zu finden. Also siedeln die Rußtaupilze dort und färben die Pflanzenteile schwarz-grün. Dadurch wirkt die Pflanze dunkel und fleckig. Im Laufe des Jahres verschwindet das mit dem Regen und der Zeit, da die Rußtaupilze nur den Honigtau fressen und dann wieder absterben.

Zu groß werdende Laub- und Nadelbäume formen

Wenn im Garten ein Baum zu groß wird, kann er zu einem „Bonsai“ umgewandelt werden. Dazu wählt man bestimmte Äste aus, die erhalten bleiben sollen. Diese schneidet man zurück. Aber nur so weit, dass noch Grünes am Ende dranbleibt. Zum Stamm hin werden die Äste freigeputzt. Die Spitze reduziert man auf einen Seitentrieb oder sie wird gekappt. Die restlichen Äste werden entfernt.

In Form geschnittenes Gehölz.

In Form geschnittenes Gehölz.

Der Baum bzw. Strauch wird in der Folge neue Triebe bilden. Wenn man diese nur an den Astenden zulässt, aber auch dort immer wieder auf zehn Prozent zurückschneidet, bilden sich dort „Polster“ für den „Bonsai“. Fast alle Gehölze eignen sich dazu und schnell (binnen vier bis sechs Jahren) wird aus einer zu großen Thuja, einem unschönen alten Wacholder, einem Rhododendron oder auch einem Flieder ein schönes Formgehölz.

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Azaleen pflanzen

Jetzt sind blühende Azaleen (im Winter Laub abwerfende Rhododendron) ein wundervoller Farbklecks in Gärten. Vor allem vor grünen Hecken, großen Büschen und ähnlichem ist so ein Strauch wundervoll. Azaleen sind jetzt auch in Baumschulen erhältlich, denn oft wird wegen der beschränkten Größe des Verkaufsbereiches nur die gerade blühende Ware veräußert.

Volker Croy ist Gartenbauingenieur, Kleingartenfachberater und berät auch die Dresdner Gemeinschaftsgärtner.

Volker Croy ist Gartenbauingenieur, Kleingartenfachberater und berät auch die Dresdner Gemeinschaftsgärtner.

Alte Apfelbäume erhalten

Je nach Schnitt und Pflege können Apfelbäume 100 Jahre oder auch älter werden. Nur weil ein alter Apfelbaum Rindenschäden und Holzfäule hat, muss man ihn nicht fällen. Ob ein Baum noch vital ist, kann man am jährlichen Neutrieb und am Vermögen, Wunden zu überwallen, feststellen. Ist beides gering, werden die Bäume überaltern und sterben.

Ein Rückschnitt mit einer Reduzierung der Blüten, die viel Kraft kosten, hilft, den Baum vital zuhalten, auch wenn er nicht gesund ist. Beides ist bei Pflanzen getrennt zu betrachten.

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Der älteste Baum, den ich in Pflege hatte, war so hohl, dass Kinder im Stamm spielen und oben ein Fußball hineingeworfen werden konnte, der unten herausrollte. Bei so alten und hohlen Bäumen muss aber die Krone schön kompakt geschnitten werden, damit der Wind diese nicht auseinanderbrechen kann. Auch sollten die Rinde und kranke Teile mit einer Kalk-Latex-Mischung (30 % Latex, 70 % Streichkalk) eingepinselt werden, damit keine Rindenbrandpilze den Baum befallen.

Von Volker Croy

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