Gartenratgeber

Volker Croys Gartentipps: Wie man gegen Wühlmäuse vorgeht

Die Wühlmäuse beginnen im September Herbstvorräte anzulegen.

Die Wühlmäuse beginnen im September Herbstvorräte anzulegen.

Dresden. Die Wiesen wachsen wieder – was so ein Regen ausmacht. Wer jetzt zum Rasenmäher greift, sollte die Gräser aber nicht gleich zu kurz abmähen. Stellen Sie beim Mäher die höchste Stufe ein, damit die Halme länger bleiben und mehr Fläche für die Fotosynthese aufbauen können. Mähen Sie den Rasen zu kurz, hilft das nur den Unkräutern.

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Wühlmäuse bekämpfen

Die Wühlmäuse beginnen nun wie jeden September Herbstvorräte anzulegen. Deswegen entstehen im Garten mehr Gänge, mehr Pflanzen werden angefressen und mehr Knollen und Zwiebeln verschleppt. Eine sinnvolle Lösung ist, die natürlichen Feinde der Wühlmäuse anzulocken. So helfen Löcher im Zaun, dass Igel (braucht ein Loch von 15x15 cm), Fuchs und Dachs (30x30cm) die Mäuse im Garten jagen können. Eine Möglichkeit ist auch, Greifvögel mit Sitzstangen und Marder mit Marderkästen anzulocken.

Ansonsten bleibt nur die Bejagung mittels Fallen. Suchen Sie zunächst nach Wühlmausgängen. Dazu steckt man einen stabilen Stock in die Erde und zwar dort, wo man einen Wühlmausgang vermutet. Geht der Stock leicht in die Erde, hat man wahrscheinlich einen Treffer. Nun wird der Gang auf einer Länge von 20 cm geöffnet. Ist er bewohnt, wird innerhalb von ein bis zwei Tagen ein Ende des Ganges zugewühlt. Man nennt das auch die „Verwühlprobe“. Passiert das nicht, ist es ein unbewohnter Bau und es muss weiter gesucht werden. Wird die offene Stelle unterwühlt, dann wohnt in dem Gang ein nützlicher Maulwurf.

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Wenn eine Gangseite verwühlt wurde, muss man mittels Stock prüfen, wie der Gang verläuft. Dann wird in 30 bis 50 cm Entfernung vom Loch ein kleines Loch für die Falle ausgestochen und die gestellte Falle eingesetzt. Danach muss nur noch das verwühlte Ende wieder freigelegt werden. Köder sind keine nötig. Denn die Wühlmaus läuft los, um das Loch im Gangende zu schließen, da die Ventilation der Gänge nicht stimmt und außerdem Jäger wie Mauswiesel eindringen könnten. Dabei läuft sie in die Falle.

Bei Sprühfleckenkrankheit Laub verjauchen

Oft befällt die Sprühfleckenkrankheit bei feuchtem Sommerwetter geschwächte Kirschbäume. Wie viele Pilze benötigt auch der Erreger der Sprühfleckenkrankheit ausreichend Feuchte auf dem Blatt zum Keimen und tritt somit erst jetzt nach dem Regen auf. Normalerweise entsteht nur ein geringer Schaden und eine Bekämpfung ist schwierig. Es hilft aber, vom Pilz befallenes Laub, das herabfällt, zu verjauchen, um die Sporen fürs nächste Jahr zu reduzieren.

Verursacher dieser Flecken auf den Blättern von Süß- und Sauerkirschen ist ein Pilz, der die Sprühfleckenkrankheit hervorruft.

Verursacher dieser Flecken auf den Blättern von Süß- und Sauerkirschen ist ein Pilz, der die Sprühfleckenkrankheit hervorruft.

Salatsaatgut sammeln

Salat fängt nun oft an zu blühen, da er durch die Trockenheit und den Temperaturwechsel geschwächt ist. Man kann die Blüten stehenlassen und später den Samen ernten. So hat man Saatgut für das kommende Jahr. Allerdings kann der Salat, der dann aufgeht, anders sein als der, von dem man die Samen genommen hat. Denn die meisten Sorten sind Hybridsorten. So kann aus einem Kopfsalat auch ein Schnittsalat werden. Giftig werden kann der Salat im Gegensatz zu anderen Pflanzen nicht, da auch die wilde Art ungiftig ist.

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Rucolasamen braucht Frost zum Keimen

Auch der wilde Rucola blüht jetzt. Hier können ebenso Samen aus den Schoten entnommen werden. Dafür am besten die trockenen Schoten ernten und eintüten, da die Samen sehr klein sind. Der Samen des Rucola sollte draußen gelagert werden, da er eine Frostperiode zum Keimen braucht. Alternativ kann man die Samen auch 18 Wochen im Kühlschrank lagern oder zwei Wochen im Froster.

Montbretien und Gladiolen im Winter mit Laub schützen

Montbretien galten früher als nicht winterhart. Deshalb wurden deren Knollen – wie die der Gladiolen – im Herbst ausgegraben und frostfrei eingelagert. Neue Sorten von Montbretien (und auch von Gladiolen) sind weit frosthärter. Bedenken muss man allerdings, dass diese Knollen sehr anfällig für Staunässe sind. Das heißt, sie verfaulen im Winter eher, als dass sie erfrieren. Deswegen sind Sandböden gut geeignet für den Anbau, sofern der Boden nicht zu verdichtet ist. Starker Frost kann langfristig trotzdem etwas Schaden anrichten, dem ist aber leicht beizukommen, indem man im Herbst die Knollen besagter Blumen mit einer 40 cm dicken Laubschicht abdeckt. Diese verhindert das tiefe Durchfrieren des Bodens.

Montbretie.

Montbretie.

Blauraute statt Lavendel

Lavendel ist voll in Mode. Jeder hat ihn, jeder mag ihn (so wie früher die Akelei oder die Dahlie). Wer Lavendel langweilig findet, weil ihn gefühlt alle haben, dem sei die Blauraute (Perovskia) empfohlen. Sie hat einen ähnlichen Wuchs wie Lavendel, blüht in ähnlichen Farben und duftet auch. Allerdings können die Pflanzen größer werden. Sie vertragen einen totalen Rückschnitt gut.

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Früchte vom Blumenhartriegel essen

Blumenhartriegel (Cornus kousa) sind wundervolle Ziergehölze mit weißen oder rosa Schein-Blüten im Frühsommer. Aber die Pflanze kann noch mehr. Sie wird in ihrer Heimat auch oft als Obst angebaut. Der Chinesische Fruchthartriegel (Cornus kousa) ist ein solches Obst. Auch wenn der deutsche Name abweicht, ist es botanisch die gleiche Pflanze. Sie können also die Früchte Ihres Blumenhartriegels essen. Der Geschmack ist schwer beschreibbar, aber deutlich süß. Vor allem die Edelsorten wie ‚Venus’ und ‚Satomi’ sind lecker.

Früchte des Chinesischen Blumenhartriegels (Cornus kousa chinensis).

Früchte des Chinesischen Blumenhartriegels (Cornus kousa chinensis).

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Für Alpenveilchen den richtigen Standort suchen

Herbstalpenveilchen, auch Efeublättrige Alpenveilchen genannt (Cyclamen hederifolium), bilden jetzt erst einmal nur Blüten und ein paar Wochen später die Blätter. Das Vorfrühlings-Alpenveilchen (Cyclamen coum) dagegen hat jetzt schon Blätter, aber bringt erst im Dezember die Blüten. An kalten oder schattigen Standorten erst im Februar oder März. Beide Arten eignen sich gut für trockenere Standorte, da die Pflanzen im Sommer einziehen. Das Europäische Alpenveilchen (Cyclamen purpurascens) ist nicht mehr so gut geeignet, nur noch an Schattenstandorten, da es den ganzen trockenen Sommer die Blätter behält.

Die attraktiven Blätter der Herbstalpenveilchen erscheinen erst nach der Blüte.

Die attraktiven Blätter der Herbstalpenveilchen erscheinen erst nach der Blüte.

Schädlinge mit Nematoden bekämpfen

Der Dickmaulrüssler – ein Käfer – frisst gern die Blätter hartlaubiger Gehölze wie Flieder oder Rhododendron an. Zur Bekämpfung eignen sich am besten Nematoden, die die Larven im Boden jagen. Der Boden ist jetzt ideal dafür, um mit dem Gießen Nematoden auszubringen. Denn die Fadenwürmer brauchen ausreichend Bodenfeuchte (gegeben durch den Regen) und Bodenwärme (gegeben durch den Sommer). Denken Sie daran, die gekauften Nematoden bis zum Einsatz im Kühlschrank zu lagern und später mit Regenwasser zu gießen, denn kaltes Leitungswasser ist nicht geeignet. Draußen abgestandenes und somit wärmeres Leitungswasser geht natürlich auch.

Fraßspuren vom Dickmaulrüssler.

Fraßspuren vom Dickmaulrüssler.

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Auch andere Schädlinge wie Erdraupen (fressen nachts Gemüse an), Schnakenlarven (fressen Graswurzeln ab), Maulwurfsgrillen (Achtung im Garten ein Schädling wie eine kleine Wühlmaus, in der Natur vom Aussterben bedroht) und Drahtwürmer (fressen Gänge in Kartoffeln) lassen sich jetzt gut mit Nematoden bekämpfen. Diese speziellen Fadenwürmer selbst verursachen keine Schäden im Garten, da sie rein fleischfressend sind und die Kulturpflanzen ignorieren.

Von Volker Croy

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