Ratgeber Garten

Volker Croys Gartentipps: Was tun, wenn Hecken braun werden

Dieser kreisrunde Fleck in einer Hecke könnte durch einen heißen Auspuff eines Minibaggers entstanden sein.

Dieser kreisrunde Fleck in einer Hecke könnte durch einen heißen Auspuff eines Minibaggers entstanden sein.

Dresden. Ein runder abgestorbener Fleck in der Hecke – was ist das gewesen? Eine Schandtat eines Nachbarn oder Unfug von Kindern? Falsch. Solche Spuren hinterlässt zum Beispiel der Auspuff eines Minibaggers. Durch die Hitze stirbt die Hecke teilweise ab. Leider tritt die Verfärbung erst nach Tagen auf, wenn der Bagger schon lange weg ist. Achten Sie bei Baumaßnahmen an Ihrer Grundstücksgrenze darauf, wer baut, damit eventuelle spätere Schäden zugeordnet werden können.

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Bei verkahlten Hecken grüne Triebe in Form binden

Was tun, wenn Teile einer Scheinzypresse absterben? Die braunen Teile grün zu sprühen und mit dem Lack die Nadeln festzukleben ist eine einfache, aber nicht die beste Methode. Besser ist es, angrenzende grüne Äste gezielt in Form zu binden. Mit der Zeit werden die Austriebe diese Lücken schließen.

Der Austausch einer ganzen Pflanze ist – wenn überhaupt – nur sinnvoll, wenn die Lücke groß genug ist. Denn der Wurzelraum muss ausgestochen, mit frischer Erde befüllt, und die neue Pflanze über lange Zeit immer wieder gewässert werden. Vor allem die oft als „Blaue Thuja“ verkauften Scheinzypressen haben mit der Hitze zu kämpfen und sterben gern in den Hecken ab. Deshalb würde ich Scheinzypressen auch nicht nachpflanzen.

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Abgestorbene Teile einer Hecke mit grüner Farbe zu besprühen ist keine sonderlich elegante Lösung. Ein Weg wäre, angrenzende Äste gezielt in Form zu binden, damit sie beginnen die Lücke zu füllen.

Abgestorbene Teile einer Hecke mit grüner Farbe zu besprühen ist keine sonderlich elegante Lösung. Ein Weg wäre, angrenzende Äste gezielt in Form zu binden, damit sie beginnen die Lücke zu füllen.

Sträucher und Bäume im Wohnumfeld gießen

Große Straßenbäume kommen meist allein zurecht, aber kleinere Sträucher und junge Bäume werden sich angesichts der Dürre über einen Eimer Wasser freuen. Wenn sie immer etwas gießen, einsickern lassen und nachgießen, so dass es ankommt, können Sie manch einer Pflanze das Leben retten. Zehn Liter pro Quadratmeter sind nötig, damit das Wasser die Wurzel erreicht. Also lieber viel auf einen Fleck gießen, als ein größeres Areal nur oberflächlich benetzen, denn dann hat die Pflanze nichts davon.

Pflanzen, die mit wenig Wasser auskommen

Obst:Maulbeeren, Feigen (wenn es nicht zu frostig ist), Rote und Weiße Johannisbeeren, Kaki (gut frosthart ist die Sorte ‚Yates’, wenn die Pflanzen aus einer regionalen Baumschule oder aus einem kalten Land wie aus Polen sind), Jujube, wenn die Winterhärte passt, Bitterzitrone (Poncirus trifoliata), Birnen und Nashi-Birnen, Quitten, Schwarze Honigbeere, Goldjohannisbeere, Tayberry besser als Brombeere, Pfirsich, starkwüchsige Äpfel, Sanddorn und Ölweide

Gemüse (auch wenn bei Wassermangel der Ertrag sinkt): Japanischer Ingwer, Knollenziest, Erdmandel, Erdbirne, ewiger Kohl, Tomaten, Kartoffeln (erstaunlich trockenheitsresistent, Knollen sind zwar kleiner aber eher konzentrierter mit hohem Stärkegehalt), Luftradieschen, Prunk- und Stangenbohnen, Feigenblattkürbis (weit besser als alle anderen Kürbisse), Ausdauernde Kresse, Topinambur wie gennant, aber auch Sonnenwurzel und andere Staudensonnenblumen, Physalis mäßig, Rosenkohl besser als geschlossene Kopfkohlarten, Rübsen besser als Rosenkohl, Brokkoli erstaunlich gut und weit besser als Blumenkohl (braucht trotzdem zum Ansatz der Blütenstandes Wassergabe oder 10 Liter pro m² Pflanzenjauche 2x pro Woche), Freiland-Midi-Gurken, Zuckerrüben, Pastinake.

Getreide: praktisch alle Arten

Heilkräuter:Spitzwegerich, Schafgarbe, Kamille-Arten

Historische Gemüse: Nachtkerze (altes Wurzelgemüse „Schinkenwurzel“), Taglilie (v.a. Knollen sehr stärkehaltig), Melde, Gänsefuß, Malven (Käsepappel) und Stockrosen, Brennnessel, Löwenzahn

Zierpflanzen (nur kleine Auswahl): Mohn, Sonnenbraut, Sonnenhut (Echinacea), Sonnenblumen (praktisch alles mit „Sonne“), Schafgarbe, Rosen, Lilien, Magnolien, Seidenbaum (aber frostempfindlich), Fetthenne (Sedum), Steingartenpflanzen, Nelken, einjährige Sommerblumen wie Strandflieder oder Zinnie

Angaben ohne Anspruch auf Vollständigkeit

Pflanzen in Gruppen setzen

Pflanzen in Gruppen schaffen zusammen ein Mikroklima und ertragen die Hitze und Trockenheit gemeinsam besser als alleinstehend. Es scheint paradox. Die Pflanzen müssen sich das Wasser teilen, aber sind grüner und frischer als die, welche nicht teilen müssen. Das hat damit zu tun, dass sie auch die Belastung durch Sonne, Wind und somit Verdunstung teilen. Sie verdunsten alle Wasser und reichern die Luftfeuchtigkeit im Bestand an. Bei einer freistehenden Pflanze wird diese feuchte Luft schnell verweht. In der Gruppe wird sie nur am Rand verweht, im Zentrum aber erhalten. So reduziert sich die Verdunstungsbelastung aller Pflanzen. Die im Zentrum profitieren am meisten, aber auch Randpflanzen haben weit reduzierte Verdunstungsraten, weil der innere Teil ja vor Verdunstung geschützt ist. So muss man auch weniger gießen.

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Vertrocknete Himbeeren entfernen

Wenn Himbeeren am Strauch vertrocknen, haben die Pflanzen akuten Wassermangel. Reduzieren Sie die Früchte. Die vertrockneten Früchte erholen sich nicht, aber die Pflanze steckt teilweise noch Kraft hinein. Entfernen Sie also die vertrockneten Früchte, reduzieren Sie aber auch die grünen Früchte und gießen Sie regelmäßig durchdringend, damit Sie überhaupt etwas ernten.

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Gespinstmotten entfernen

Die Larven von Gespinstmotten, wie zum Beispiel der Apfelgespinstmotte, können ganze Gehölze mit einem Gespinst einhüllen. Lässt man die Gespinstmotte gewähren und schneidet befallene Pflanzenteile nicht heraus, kann sie überhand nehmen und den Baum kahl fressen. Entfernen Sie Gespinste frühzeitig, um dies zu verhindern.

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Von einer Gespinstmotte eingesponnener Baum

Von einer Gespinstmotte eingesponnener Baum

Lavendelsamen ernten

Wenn der Lavendel abgeblüht ist, kann man die kleinen, schwarzen Samen ernten. Sie lösen sich gut aus den Blüten und können direkt neu gestreut oder fürs kommendes Jahr aufgehoben werden. Für Pflasteritzen am Haus und an Wegen ist Lavendel eine schöne Bereicherung, zwar zu hoch für die Lauffläche aber im Randbereich ein wundervoller Unkrautunterdrücker.

Wenn Lavendel abgeblüht ist, kann man die Samen ernten und neue Pflanzen daraus ziehen.

Wenn Lavendel abgeblüht ist, kann man die Samen ernten und neue Pflanzen daraus ziehen.

Wildpflaumen ernten

Die Wildpflaumen sind reif und überall im Stadtgebiet zu ernten. Es gibt sie in Blau, Gelb und Rot. Auch wenn sie oft fälschlicherweise als Mirabellen bezeichnet werden, so sind es doch Wildpflaumen. Echte Pflaumen wie die Mirabellen oder Zwetschen lösen gut vom Kern, Wildpflaumen dagegen nicht.

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Untere Tomatenblätter entfernen

Die Braunfäule breitet sich auf Blättern weit schneller aus, als auf dem Stiel. Deswegen sollte man regelmäßig die Blätter bis unter den letzten Fruchtstand entfernen, damit die Ansteckung reduziert wird. Sind die Tomaten an diesem Fruchtstand reif und geerntet, werden die folgenden Blätter bis zum nächsten Fruchtstand wieder entfernt.

Knoblauch ernten

Knoblauch erst ernten, wenn das Kraut vollkommen vertrocknet ist. Nur so erhält er gute Lagereigenschaften und fault nicht. Frei werdende Beete können mit Feldsalat, Spinat oder Mangold eingesät werden. Je länger Sie mit der Saat und Pflanzung der Winterkulturen warten, desto geringer wird die Ernte.

Von Volker Croy

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