Gartenratgeber

Volker Croys Gartentipps: Was man bei Mehltau tun kann

Die alten, mit Mehltau befallenen Blätter dieser Gurkenpflanze sollte man entfernen.

Die alten, mit Mehltau befallenen Blätter dieser Gurkenpflanze sollte man entfernen.

Dresden. Echter Mehltau ist ein Schwächeparasit, welcher oft bei einem Wetterumschwung ausbricht. Er benötigt durch hohe Verdunstung geschwächte Pflanzen und etwas Blattnässe. Als es jetzt nach der langen Hitze- und Dürrezeit kühler wurde, reichte der Tau schon vor dem Regen, um die Besiedlung mit Echtem Mehltau zu ermöglichen.

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Ein massiver Befall ist unschön und der Pilz schwächt die Pflanzen, ist aber nicht das Ende. Denn die Pflanzen treiben jetzt nach dem Regen neue, gesunde Blätter aus. Sie sollten allerdings jetzt die alten, kranken Blätter entfernen, damit sie die neuen nicht so stark infizieren.

Mehltau ist nicht gleich Mehltau

Auch wenn viele verschiedene Pflanzen befallen sind und alles nach Echtem Mehltau aussieht, ist der Mehltau, der Gurken befällt (Erysiphe cichoracearum), ein deutlich anderer Organismus als beispielsweise der Apfelmehltau (Podosphaera leucotricha) oder auch der Echte Mehltau von Ahorn (Sawadaea bicornis). Das heißt, sie sind nicht übertragbar.

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Der Mehltau auf Ahornblättern ist nicht derselbe, der Kürbisgewächse befällt.

Der Mehltau auf Ahornblättern ist nicht derselbe, der Kürbisgewächse befällt.

Vor allem der Mehltau von Gehölzen wie Ahorn, Eiche oder Apfel ist keine Bedrohung für die Kürbisse und Gurken. Es muss nur der jeweilig passende Mehltau bekämpft und aus dem Garten entfernt werden. Erysiphe cichoracearum lebt vor allem auf krautigen Pflanzen wie den Kürbisgewächsen oder auch auf Phlox. Ist er dort entfernt, streut er auch nicht auf andere Pflanzen im Garten. Das sollten natürlich die Nachbarn auch tun, sonst kann nur eine Hecke partiell schützen, da die Sporen windverbreitet werden.

Mit Mehltau befallene Blätter verjauchen

Mit Mehltau befallene Blätter kann man entweder in den Biomüll geben, oder man verjaucht sie. Dazu einfach die Pflanzenteile zerkleinern und in einem Eimer mit Wasser als Jauche aufsetzen. Bei der Verjauchung wird aller Sauerstoff dem Wasser entzogen und die Pilzsporen werden dabei abgetötet. Alle paar Tage einmal rühren und nach drei Wochen Gestank kann alles bedenkenlos kompostiert werden.

Hirse im Garten als Vogelfutter gewinnen

Im Vogelfutter sind oft interessante Samen. Hirse gibt es in schönen großkörnigen Versionen. Sie können diese zur Vogelfutter- oder Samengewinnung nutzen. Oder Sie lassen die Pflanzen stehen, so dass die Vögel später etwas zu fressen finden.

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Im Vogelfutter sind oft interessante Samen, die dann im Garten aufgehen. Hirse gibt es in schönen großkörnigen Versionen. Man kann diese wieder zur Vogelfuttergewinnung nutzen.

Im Vogelfutter sind oft interessante Samen, die dann im Garten aufgehen. Hirse gibt es in schönen großkörnigen Versionen. Man kann diese wieder zur Vogelfuttergewinnung nutzen.

Aufgeplatzte Früchte ernten

Nach ausgiebigem Regen platzen Tomaten im Freiland jetzt verstärkt auf. Ebenso bekommen Kohlrabi, Möhren und Radieschen teilweise Risse. Die Pflanzen hatten sich an die Trockenheit gewöhnt und den Wasserstrom in der Pflanze angepasst. Viel Wasser ging in die Verdunstung und nur wenig in die Früchte. Die Früchte sind langsam gewachsen und haben eine feste Schale bekommen. Jetzt ist durch die hohe Luftfeuchtigkeit plötzlich die Verdunstung sehr gering, aber viel Wasser in der Pflanze. Das wird in die Früchte geleitet. Diese wachsen schneller, als ihre Schale, so dass diese aufreißt. Oft schimmeln oder faulen diese aufgeplatzten Früchte recht schnell, da ist eine Ernte meist besser.

Nach Regen weiter gießen

Obwohl viele ihre Gartenpflanzen bei der Hitze und Trockenheit regelmäßig gegossen haben, wachsen die Pflanzen jetzt, nachdem es endlich mal ein bisschen geregnet hat, plötzlich wie verrückt. Zitronenverbene zum Beispiel. Wie kommt das? Das Wasser, welches den Pflanzen zum Wuchs zur Verfügung steht, hängt von zwei Dingen ab: Erstens der Verfügbarkeit von Wasser im Wurzelbereich und zweitens von der Verdunstung. Der Regen hat Wasser für den Wurzelbereich geliefert. Aber vor allem hat er die Luftfeuchtigkeit erhöht und somit die Verdunstung gesenkt. Die kühlen und feuchten Tage jetzt tun dies auch. Somit bleibt mehr Wasser für den Wuchs in der Pflanze. Sie können sich dies zunutze machen und durch Gießen nun ein gutes Wachstum erzielen. Außer bei jungen Bäumen, da sollten Sie vorsichtig sein, denn es drohen Stammrisse.

Bei ersten Stammrissen Baum schröpfen

Durch zu viel Wasser nach einer langen Trockenperiode können auch Gehölze Risse bekommen und zwar im Stamm. Denn die Rinde ist langsam gewachsen und hart, um besser mit der Trockenheit zurechtzukommen. Nun gibt es reichlich Wasser und vor allem wenig Verdunstung. Wenn auch noch viel gegossen wird, wachsen die Gehölze schnell, aber die Rinde kommt dem Holzwuchs nicht nach und reißt auf. Längsrisse dieser Art entstehen auch bei massivem Wasserüberschuss durch Hochwasser.

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Wer dem Baum helfen will, kann ihn schröpfen (vor allem wenn die ersten Risse und starke Rindenspannungen sichtbar werden). Dazu wird die Rinde längs bis auf das Holz aufgeschnitten. Am besten mit mehreren etwa 20 bis 30 Zentimeter langen Schnitten – um den Stamm verteilt und entlang des Stammes. So dass alle fünf Zentimeter Umfang ein Längsschnitt ist und in der Länge der ganze Stamm bedeckt wird, aber die Schnitte in unterschiedlichen Höhen beginnen und zwischen den Längsschnitten in der Länge zehn Zentimeter Abstand ist, damit sich nicht ein langer Riss über den ganzen Stamm bildet. Dort reißt die Rinde dann gezielt auf (aber nicht so stark wie bei einem ungewollten Spannungsriss) und neue Rinde bildet sich.

Sie können diese neuen Risse, wenn sie sich öffnen, mit Baumwachs versiegeln. Aber Achtung, nur solches mit Fungizid (Pilzbekämpfungsmittel) verwenden. Ist in dem Baumwachs, das Ihnen zur Verfügung steht, kein Fungizid enthalten, dann ist es besser, die Wunde unbehandelt zu lassen.

Es gibt verschiedene Blumen, die ihre Blüten mit der Sonne öffnen bzw. bei Regenschließen. Strohblumen vollführen dieses Schauspiel täglich. Diese besonders weitgeschlossene Form ist dem Regen geschuldet.

Es gibt verschiedene Blumen, die ihre Blüten mit der Sonne öffnen bzw. bei Regenschließen. Strohblumen vollführen dieses Schauspiel täglich. Diese besonders weitgeschlossene Form ist dem Regen geschuldet.

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Sich an Naturschauspielen freuen

Es gibt verschiedene Blumen, die ihre Blüten mit der Sonne oder bei Regen öffnen und schließen. Die Nachtkerze (Oenothera) oder die Mittagsblume (Gazanie) sind dafür bekannt, aber auch andere wie die Strohblumen vollführen dieses Schauspiel täglich. Schauen Sie sich im Garten um und beobachten Sie einmal in aller Ruhe, was zu verschiedenen Zeiten wie blüht.

Amerikanische Kermesbeere nicht im Garten dulden

Die Kermesbeere Phytolacca ist eine eingeschleppte Zierpflanze, die sich nun mit Vögeln von allein verbreitet. Es gibt zwei Arten, die unterschiedlich gefährlich sind. Phytolacca acinosa ist eher harmlos und gering giftig. Die Phytolacca americana mit hängenden Blüten- und Fruchtständen ist stark giftig und sollte nicht im Garten geduldet werden. Glücklicherweise ist sie kaum verbreitet.

Von Volker Croy

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