Umwelt

Volker Croys Gartentipps: Warum Kohlpflanzen einen Kragen brauchen

Volker Croy ist Gartenbauingenieur und Fachberater beim Stadtverband der Gartenfreunde Dresden sowie bei den Gemeinschaftsgärtnern.

Volker Croy ist Gartenbauingenieur und Fachberater beim Stadtverband der Gartenfreunde Dresden sowie bei den Gemeinschaftsgärtnern.

Dresden. Im Frühjahr können es viele nicht erwarten, ihre jungen Gemüsepflanzen in die Erde zu bekommen. Dabei sollte jedoch einiges beachtet werden. Gartenexperte Volker Croy klärt auf.

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Kohlfliegen bekämpfen

Kohlfliegen legen ihre Eier an die Wurzelhälse der jungen Kohlpflanzen. Die Larven kriechen zur Wurzel, fressen diese an und schwächen oder töten die Pflanzen. Wenn die Pflanze das übersteht, fressen die Larven danach Gänge in den Kohl. Die einfachste Lösung ist ein sogenannter Kohlkragen. Dazu wird eine 15 Zentimeter durchmessende Scheibe aus Filz, Pappe oder Papier (Plastik würde die Pflanze verletzen und ist schlecht geeignet) einseitig eingeschnitten, um die Kohlpflanze gelegt und etwas festgeklemmt, so dass sie schön eng darin sitzt und der Kragen leicht über dem Boden schwebt oder ihn nur an den Rändern berührt. Die Fliegen legen dann die Eier an den Wurzelhals oder auf den Kragen. Die Larven versuchen durch diesen in die Erde zu gelangen, schaffen es aber nicht und sterben oder sie kriechen bis zum Rand, erreichen die Erde, aber haben dann keine Kraft mehr, zurück zu kommen zur Wurzel und sterben dort. Deswegen sollte der Kragen auch nicht kleiner sein. Der Kohlkragen eignet sich vor allem bei Kohlrabi, Chinakohl und Kopfkohl, aber auch anderen größeren Kohlpflanzen.

Zierpfirsiche sind robust und schön

Pfirsiche sind neben den Früchten auch sehr schöne Blütenpflanzen. Das Rosa im Frühjahr ist immer schön anzusehen. Aber es gibt sie auch in rot und weiß. Die Zierpfirsiche sind aber nicht nur Zierde, sie haben auch kleine, schmackhafte Früchte. Da sie aber als Zierpflanzen gedacht sind, ist das Laub gesünder als bei reinen Fruchtpfirsichen.

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Ein roter Zierpfirsich ist schön anzusehen, trögt darüber hinaus aber auch kleine, schmackhafte Früchte.

Ein roter Zierpfirsich ist schön anzusehen, trögt darüber hinaus aber auch kleine, schmackhafte Früchte.

Kohlrabi und Salat nie zu tief pflanzen

Wie viele Pflanzen mag auch Kohlrabi nicht zu tief gesetzt werden. Wenn er etwas zu hoch steht, ist das nicht gut, aber weit besser als zu tief. Der kalte Erdreiz am Wurzelhals und auch der kühlere Boden durch das tiefe Pflanzen verzögern den Wuchs massiv. Dadurch braucht er länger, um eine Knolle auszubilden und geht auch leichter zum Schießen über, ohne eine Knolle zu bilden. Ähnlich ist es beim Kopfsalat, dort sorgt zu tiefe Pflanzung dafür, dass er langsamer wächst, schlecht Köpfe ausbildet und leichter zum Schießen neigt.

Mangold gut behandeln

Der angehäufelte Mangold vom vergangenen Jahr muss nun vorsichtig abgehäufelt werden, ohne, dass die Basis im Zentrum beschädigt wird. Dann werden beschädigte Pflanzenreste entfernt und Graskompost oder ein ähnlich stickstoffhaltiger Dünger für die kommende Wuchszeit zwischen die Pflanzen gestreut. Neuen Mangold für guten Ertrag bis Ende April aussäen.

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Aussaat ohne Angießen?

Es ist trocken draußen und man schafft kaum das tägliche Gießen. Und die Saaten brauchen viel Feuchtigkeit, weil sie so dicht unter der Oberfläche im blanken Boden liegen. Der trockene Wind und die Sonne ziehen schnell das Wasser aus dem Boden. Wer nicht immer Vlies über die Saatflächen legen möchte, um die Beete vor Austrocknung zu schützen, kann auch das Wetter mit einbeziehen und bei der Aussaat in einer Trockenperiode nicht angießen. Denn die kritische Zeit liegt zwischen Austreiben aus dem Samen und der ersten richtigen Wurzel zum Aufnehmen von Wasser. Wenn da die Pflanze trocken wird, ist sie schnell beschädigt oder stirbt. Wenn sie, wie in der Natur, erst mit dem Regen Wasser bekommt, dann treibt sie aus, während das Wetter noch feucht ist und dem Boden nicht so viel Wasser entzieht. Oder (für Ungeduldige und ein regenarmes Frühjahr): Sie warten feuchtes Wetter ab und gießen dann erst an.

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Rote Bete jetzt aussäen und nicht auspflanzen

Die Pflanzen sind frostempfindlich und neigen bei Frost zum Schossen. Deswegen erst Ende April aussäen. Wenn es Mitte Mai Frost gibt, sind die Jungpflanzen noch so klein, dass sie leicht und sicher abgedeckt werden können. Wer unbedingt ins Beet pflanzen möchte, sollte in ein kaltes Frühbeet aussäen, damit die Pflanzen langsam wachsen und beim Auspflanzen der Frost schon vorbei ist. Die Aussaat erfolgt mit 15 bis 20 Zentimeter in der Reihe und 30 Zentimeter zwischen den Reihen in Horstsaat, also kleinen Gruppen, denn das Saatgut hat oft keine gute Keimfähigkeit. Von den aufwachsenden Pflanzen wird dann eine pro Horst stehen gelassen und alle übrigen werden oberirdisch entfernt. Diese können als Salat gegessen werden.

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Von Volker Croy

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