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Verkehrssicherheit

Tempolimit soll Unfallzahlen auf Autobahn 4 senken

Unfälle stehen auf der Autobahn 4 bei Dresden auf der Tagesordnung.

Unfälle stehen auf der Autobahn 4 bei Dresden auf der Tagesordnung.

Dresden. Immer wieder kommt es auf der Autobahn 4 bei Dresden zu schweren Unfallen mit Personenschäden und kilometerlangen Staus. Dem will der Freistaat jetzt Einhalt gebieten: Ab Frühjahr soll zwischen den Autobahndreiecken Dresden-Nord und Dresden-West die Geschwindigkeit auf 100 Kilometer pro Stunde begrenzt werden. Das bestätigte das Wirtschaftsministerium auf DNN-Anfrage.

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„Der Bereich weist das höchste Verkehrsaufkommen auf den sächsischen Bundesautobahnen, mit einem ständig steigenden Schwerlastanteil, auf“, hieß es zu Begründung aus dem Ressort von Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD). Das Ministerium plane daher, im Rahmen eines Verkehrsversuchs eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 Kilometern pro Stunde einzuführen.

Im Jahr 2016 habe die Zählstelle Dresden-Nord eine durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke (DTV) von 97207 Kraftfahrzeugen innerhalb von 24 Stunden aufgewiesen. Im vergangenen Jahr sei dieser Wert schon auf 100128 Fahrzeuge gestiegen. Steigende Tendenz weist auch der Anteil des Lkw-Verkehrs auf. 2015 wurden an der Zählstelle Dresden-Nord noch 13700 Lkw gezählt, im vergangenen Jahr waren es bereits mehr als 16000.

Für ein Gruppe von Landespolitikern aus CDU und SPD ist dies bereits Anlass gewesen auf den achstreifigen Ausbau der A4 zwischen Dresden und Nossen zu drängen und den sechsstreifigen Ausbau zwischen Dresden und Görlitz anzustreben. Der Freistaat will zunächst beim Bund einen achstreifigen Ausbau zwischen Dresden-Nord und Nossen (DNN vom 30. Januar) und einen sechsstreifigen Ausbau zwischen Dresden-Nord und der Anschlussstelle Pulsnitz der A 4 zu beantragen. Eine Vorstufe könnte die teilweise Nutzung der Randstreifen sein.

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Mit dem jetzigen Vorstoß zum Tempolimit zwischen Dresden-Nord und -West zielt der Freistaat aber vor allem auf die Unfallentwicklung: Ein Anstieg der Unfallzahlen sei über die Jahre in beiden Fahrtrichtungen zu verzeichnen. Die Geschwindigkeitsbegrenzung im Rahmen eines Verkehrsversuches erfolge daher ausschließlich zur Erhöhung der Verkehrssicherheit.

Der Verkehrsversuch soll darüber Aufschluss geben, inwieweit die angeordnete Geschwindigkeitsbeschränkung zu einer Reduzierung von Fahrstreifenwechseln und der Homogenisierung des Verkehrsflusses und damit verbunden zu einer Verringerung der Verkehrsunfälle mit Personenschaden beitragen kann.

Im Ergebnis ist weiterhin festzustellen, wie sich der Verkehrsversuch hinsichtlich einer positiven Entwicklung der Unfallzahlen beziehungsweise der Unfallkostenraten auswirke, hieß es am Dienstag aus dem Dulig-Ministerium.

Der Start des Verkehrsversuches erfolgt im Frühjahr 2018. Die Anordnung ist befristet bis zum 31. Dezember 2020. Erste auswertbare Ergebnisse aus dem Verkehrsversuch sind frühestens in einem Jahr zu erwarten.

Es handele sich um eine Maßnahme des Wirtschaftsministeriums und des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr. Eine Abstimmung mit der Landeshauptstadt Dresden sei nicht erfolgt.

Womöglich ist das der Stadt egal: Sie bekommt nun, was ihr lange Zeit verwehrt worden ist. Seit Jahren fordert Dresden eine Reduzierung der Geschwindigkeit. Eine Senkung von 120 auf 100 Kilometer pro Stunde würden den Leistungsbedarf der Fahrzeuge um 40 Prozent vermindern, hieß es zuletzt unter Verweis auf wissenschaftliche Studien aus dem Umweltamt. Damit könnten die Stickoxidbelastungen in der Dresdner Luft maßgeblich gesenkt werden. Bislang hatte das Landesamt für Straßenbau und Verkehr dies aber stets abgelehnt.

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Von Ingolf Pleil

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