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Tinkern und philosophieren

Technische Sammlungen entwickeln sich zum Schaufenster der Dresdner Forschung

Die technischen Sammlungen Dresden an der Junghansstraße.

Die technischen Sammlungen Dresden an der Junghansstraße.

Dresden.Zusätzlich zu ihrer Rolle als Technikmuseum werden sich die Technischen Sammlungen Dresden (TSD) in den nächsten Jahren zu einem interaktiven Wissenschaftszentrum weiterentwickeln. Dafür sollen unter anderem das DLR-Schülerlabor im Hause ausgebaut und ein neues offenes „Labor für Materialforschung“ eingerichtet werden. Diese Marschrichtungen zeichnen sich nach mehreren Experten-Seminaren ab, informierte TSD-Direktor Roland Schwarz. „Die TSD sollen ein besonderer Bildungsort sein und ein Schaufenster der Forschung in Dresden“, sagte er.

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Roland Schwarz

Roland Schwarz

Nach den Experten sollen nun die Besucher zu Wort kommen: In mehreren Veranstaltungen wollen Schwarz und seine Kollegen die Workshop-Befunde mit interessierten Dresdnern diskutieren.

Die nächste Gelegenheit dafür wird „Ritzeratze“ sein: Unter diesem Titel wollen die TSD-Mitarbeiter den maroden Innenhof der ehemaligen Kamerawerke an der Junghansstraße zu einem „Garten der Wissenschaften“ umgestalten – zunächst mit begrünten Ritzen zwischen den Betonblatten und Spielgeräten, die im Dialog mit den Besuchern im Hof arrangiert werden.

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Vom klassischen Technikmuseum zum interaktiven Familienangebot

Angestoßen hatte diesen kommunalen Diskussionsprozess über die Zukunft der städtischen Museen Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Die Linke). Sie plädierte dafür, dass Experten und Bürger diese Weichen gemeinsam, also im Dialog stellen.

Allerdings haben die TSD bereits einen tiefen Transformationsprozess seit der Wende durchgemacht: vom klassischen Technikmuseum, das eine zunehmend ältere, kleinere Klientel ansprach, hin zu einem interaktiven Familienangebot mit Mathe-Erlebnisland, Schülerlaboren und mit vielen Mitmach-Exponaten.

Der Innehof – hier soll ein „Garten der Wissenschaften“ entstehen.

Der Innehof – hier soll ein „Garten der Wissenschaften“ entstehen.

Platz für sublokale Initiativen

Dieser Spagat zwischen klassisch-musealen und neueren Ansätzen ist auch in Zukunft gewünscht, haben die ersten Experten-Seminare ergeben: Die TSD sollen weiter alte Rechenmaschinen, Kameras und dergleichen historische Technik – vor allem solche „Made in Saxony“ – bewahren und zeigen.

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Gewünscht ist außerdem, dass das Museum ein Podium bietet, um gesellschaftliche Technikfolgen zu diskutieren. Wünschenswert sei zudem, in den TSD Raum für kulturelle sublokale Initiativen zu bieten – der Raum Striesen/Blasewitz gilt diesbezüglich als eher unterversorgt. Andererseits soll der Erlebnischarakter der Technischen Sammlungen weiter wachsen. Und: Noch zu wenig ist in Dresden zu sehen, wie breit und vielfältig die Forschungslandschaft in der sächsischen Hauptstadt ist, glauben viele Experten. Auch diese Lücke sollen die TSD in ihre Rolle als „Science Center“ füllen.

Mehr ausländische Gäste gewünscht

Dies könnte womöglich dazu führen, dass das Haus auch international stärker wahrgenommen wird. Derzeit sind die TSD eher lokal und regional ausgerichtet: Zwei Drittel der rund 95.000 Jahresbesucher (Stand Ende 2017) kamen aus Dresden, ein Fünftel aus Ostsachsen, aber nur ein Zehntel aus dem Ausland.

In Relation zum eher peripheren Standort in Striesen und dazu, dass alle zehn städtischen Museen zusammen auf über 200.000 Besucher kommen, ragen die TSD zwar mit ihren Besucherzahlen ohnehin schon hervor. Doch gemessen an der internationalen Strahlkraft der Dresdner Forschung könnte ein Museum womöglich noch mehr ausländische Gäste anlocken, wenn es zum "Schaufenster" dieser Wissenschaftsszene würde.

„All diese Ideen wollen wir mit unseren Besuchern diskutieren“, sagte Direktor Schwarz: „Eine Zukunft als Science Center, als Bildungsort, als Austauschort zwischen Wissenschaft und Gesellschaft oder auch als Raum für Stadtteilkultur.“

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Von Heiko Weckbrodt

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