Vergabe angefochten

Streit um Bahnstrecken von Dresden nach Görlitz und Zittau

Die grauen Triebwagen der Länderbahn fahren seit Ende 2014 zwischen Dresden und den beiden Oberlausitzer Städten Görlitz und Zittau.

Die grauen Triebwagen der Länderbahn fahren seit Ende 2014 zwischen Dresden und den beiden Oberlausitzer Städten Görlitz und Zittau.

Dresden. Erst vor wenigen Tagen hatten die beiden Verkehrsverbünde Oberelbe und Oberlausitz-Niederschlesien entschieden, den Betrieb der Strecken zwischen Dresden und Görlitz sowie Zittau ab Ende 2019 wieder an die Deutsche Bahn zu vergeben. Doch ob die Bahn tatsächlich künftig wieder auf den Dieselstrecken zwischen Elbe und polnischer Grenze unterwegs sein wird, ist noch völlig ungewiss. Der in der Ausschreibung unterlegene Mitbewerber will die Entscheidung der beiden Verkehrsverbünde nicht hinnehmen – und hat jetzt einen Antrag auf ein Nachprüfverfahren gestellt.

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Länderbahn reicht Nachprüfungsantrag ein

Jahrelang war die Deutsche Bahn mit ihren Zügen auf den Strecken in von Dresden in Richtung Görlitz und Zittau unterwegs, bevor Ende 2014 dort die Länderbahn den Zuschlag fürs Ostsachsennetz erhielt. Seitdem rollen statt der roten Züge der Bahn die grauen Triebwagen des privaten Unternehmens vom Dresdner Hauptbahnhof in den Norden der Stadt und von dort über Radeberg und Bischofswerda bis nach Görlitz und Zittau. Schon damals gab es heftigen Knatsch wegen der Vergabe. Die Bahn war mit ihrem Widerspruch vor der Vergabekammer in Leipzig jedoch letztlich gescheitert.

Bei der jetzt planmäßigen Neuausschreibung hatte die Bahn die beiden für die Region östlich von Dresden zuständigen Verkehrsverbünde offenbar überzeugen können – und sich gegen die Länderbahn durchgesetzt. Die Zuschlagserteilung sollte in dieser Woche erfolgen. Doch nun wehrt sich die Länderbahn, will sich nicht von den Gleisen im Dresdner Norden und der Oberlausitz verdrängen lassen. „Wir haben einen Nachprüfungsantrag eingereicht“, erklärt Länderbahnsprecher Jörg Puchmüller. Zu den Details wollte er sich mit Blick auf das offene Verfahren nicht äußern.

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Keine Auswirkungen auf das Personal

Wie lange sich das nun angestoßene Verfahren hinziehen wird, ist offen. Bis zu einer erneuten Entscheidung dürften in jedem Fall einige Wochen vergehen. Denkbar ist sogar, dass die Ausschreibung aufgehoben wird und wiederholt werden muss – je nachdem wie stark und gewichtig die von der Länderbahn vorgetragenen Argumente tatsächlich sind.

Die jetzt angefochtene Entscheidung der Verkehrsverbünde Oberelbe und Niederlausitz-Niederschlesien sieht vor, die Regionalbahn- und Regionalexpresslinien in Richtung Görlitz und Zittau sowie die Strecke zwischen Liberec über Zittau und Varnsdorf nach Seifhennersdorf an die Verkehrsgesellschaft Start Ostsachsen GmbH – einer Tochter der Deutschen Bahn – zu vergeben. Für das Personal der Bahnunternehmen hätte der Betreiberwechsel kaum Auswirkungen. Nach Angaben der Verkehrsverbünde sei eine Personalübernahme von Triebwagenführern und Zugbegleitern in der Ausschreibung festgelegt worden.

Von Sebastian Kositz

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