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Digitalisierung

Steinzeug und Porzellan – Königlicher Böttger-Bestand kommt ins Netz

Im 300. Todesjahr des Alchemisten Böttger sind seine Schöpfungen nicht nur in der Dresdner Porzellansammlung, sondern auch im Internet zu sehen.

Im 300. Todesjahr des Alchemisten Böttger sind seine Schöpfungen nicht nur in der Dresdner Porzellansammlung, sondern auch im Internet zu sehen.

Dresden.Deckelvasen, Becher, Figuren: Die Dresdner Porzellansammlung bringt die Werke von Johann Friedrich Böttger (1682–1719) aus ihrem Bestand ins Internet. Das Steinzeug aus rotem Ton sowie weißes Porzellan des Alchemisten wird digitalisiert und in dessen 300. Todesjahr in die Online-Collection der Staatlichen Kunstsammlungen (SKD) aufgenommen. Zugleich entsteht ein Katalog zum Bestand des königlichen Porzellans, das unter August dem Starken (1670–1733) und dessen Sohn angeschafft wurde. "Kein Papierwerk, sondern digital", sagt Oberkonservatorin Anette Loesch. "Das ist der erste Schritt auf für uns neues Terrain."

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Zugriff auf Porzellane aus dem 18. Jahrhundert übers Internet

Die Aufnahmen für die ostasiatischen Porzellane sind fast abgeschlossen, Anfang 2020 soll dann auch das Meißner Porzellan fotografisch erfasst sein. Danach folge die wissenschaftliche Bearbeitung. „Wir sind ja eine Referenzsammlung, haben zu den Stücken aus königlichem Bestand die entsprechenden Inventare und können über die Nummern authentische Stücke des 18. Jahrhunderts nachweisen.“

Seit 2018 wird, mit Blick auf das Böttger-Jubiläum in diesem Jahr, rotbraunes Steinzeug und weißes Porzellan aus dessen Produktion dokumentiert. "Das Böttgersteinzeug ist mit eisenoxidhaltigem Ton gemacht und zwischen 1706 und 1707 entstanden", erklärt Loesch. "Der nächste Schritt war, mit geeignetem weißen Ton, dem Kaolin, samt entsprechender Beimischungen zu experimentieren, das war dann das Porzellan."

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Im Fokus stand zunächst Gebrauchsgeschirr

Aus sogenanntem Böttgersteinzeug gebe es vorwiegend Gefäße wie Teller und Teeschalen, aber auch große polierte und verzierte Serviceteile, aber nur ganz wenige Figuren. Das habe Böttger dann in weiß wiederholt, aber auch Neues gefertigt. Im Zwinger ist beides nebeneinander zu sehen. „Gerade seine frühen Steinzeuge und Porzellane sind relativ rar und wenn sie schön sind, auch sehr teuer.“

1708 gelang in Europa erstmals die Herstellung von Hartporzellan. Alchemist Böttger hatte Sachsens Kurfürstem August dem Starken eigentlich Gold versprochen. Gemeinsam mit dem Universalgelehrten Ehrenfried Walther von Tschirnhaus (1651–1708) wurde es „weißes Gold“. 1710 wurde – zunächst in Dresden – die Königliche Porzellan-Manufaktur gegründet, die erste ihrer Art in Europa.

Laut Loesch gehören etwa 7600 ostasiastische Stücke sowie 1800 Exponate aus Meißner Porzellan zum Bestand der 1715 begründeten und rund 20 000 Objekte umfassenden Porzellansammlung. Sie verwahrt mit rund 790 Stücken das weltweit größte Konvolut früher Meißner Steinzeuge und Porzellane.

Von Simona Block, dpa

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