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Eine Milliarde Euro Investitionskosten

Startschuss für Boschs Mega-Halbleiterwerk in Dresden

So soll die Halbleiterfabrik in Hellerau/Wilschdorf einmal aussehen. Investitionskosten:  rund eine Milliarde Euro.

So soll die Halbleiterfabrik in Hellerau/Wilschdorf einmal aussehen. Investitionskosten: rund eine Milliarde Euro.

Dresden. Der Startschuss für den Bau von Boschs modernster Chipfabrik ist endgültig gefallen. Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) hat gestern den letzten und wichtigsten Teil der Baugenehmigung für das rund eine Milliarde Euro teure Halbleiterwerk übergeben. Entstehen wird Boschs teuerste Investition der 130-jährigen Firmengeschichte auf einem rund 14 Fußballfelder großen Areal an der Knappsdorfer Straße in Hellerau/Wilschdorf. Ab 2021 sollen dann Halbleiter in 300-Millimeter-Technologie in Dresden vom Band rollen. Diese werden beispielsweise für E-Mobilität oder das sogenannte Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) verwendet und in Zukunft die entscheidende Rolle auf dem weltweiten Chip-Markt spielen.

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Damit erreicht Dresden nun den nächsten Meilenstein als wichtigster Halbleiterstandort in Europa. Die sächsische Landeshauptstadt setzte sich in der Ausschreibung für das neue Bosch-Werk gegen internationale Konkurrenz durch. Man habe sich ganz bewusst für Dresden entschieden, Stadt, Land und auch Bund hätten bei der Planung und Realisierung sehr gut mitgeholfen, erklärte der zukünftige Werkleiter Otto Graf. „Die Entscheidung von Bosch stärkt unser Know-how als ein weltweit führender Standort für IoT-Basistechnologien. Gleichzeitig unterstützt uns diese Neuansiedlung, Dresden weiter zur Stadt der Zukunft – zur Smart City – zu entwickeln“, sagte OB Hilbert.

Bosch-Halbleiterwerk-Wilschdorf

Baustelle für das neue Bosch-Halbleiterwerk im Dresdner Norden

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Nachdem die ersten Baugenehmigungen rund um die Erdarbeiten auf dem Grundstück bereits in den vergangenen Monaten erteilt worden waren, darf Bosch nun endlich mit dem Hochbau beginnen. Um den Bau und späteren Betrieb des kostspieligen und modernen Werks in Einklang mit kommunalen Auflagen und dem Umweltschutz zu bringen, haben insgesamt 15 Behörden in den vergangenen Wochen intensiv zusammengearbeitet und die finale Baugenehmigung spruchreif gemacht. „Wir möchten uns ganz besonders bedanken bei den Ämtern und dem Oberbürgermeister für die pünktliche Übergabe der Baugenehmigung“, so Graf.

Die Bauarbeiten auf dem rund 60 000 Quadratmeter großen Grundstück dürften nun also zeitnah beginnen. Herstellen soll die neue Fabrik Mikroelektromechanische Systeme (MEMS). Anders als normale Computerchips enthalten diese winzig kleinen Systeme nicht nur digitale Rechenwerke oder Speicher, sondern auch Sensoren, analoge Rechentechnik und andere komplexe Bauelemente. Solche mikroskopisch kleinen Kreisel-Kompasse, Beschleunigungssensoren oder Luftdruckmesser brauchen zum Beispiel Autos und Computertelefone, um sich selbstständig im Raum zu orientieren und zu navigieren.

Das 15 000 Quadratmeter Arbeitsfläche umfassende Werk soll bis Ende 2019 stehen, voraussichtlich Ende 2021 soll die Produktion nach einer Anlaufphase starten. Mit bis zu 700 neuen Arbeitsplätzen plant Bosch. Und die Fabrik könnte noch nicht das Ende von Boschs Milliarden-Investition am Standort Dresden bedeuten. Das Baugrundstück bietet noch ausreichend Platz für weitere Gebäude, zudem besitzt das Unternehmen noch weiteren Grund direkt nebenan

Von Sebastian Burkhardt

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