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Sparen wir uns tot?

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

wir sollen sparen. Damit wir im Winter nicht frieren müssen. Weil wegen des Ukraine-Krieges von Wladimir Putin und der Sanktionen der Europäischen Union gegen Russland nur noch wenig Gas über Nordstream 1 nach Deutschland kommt. Und weil wir uns so schnell wie möglich unabhängig machen wollen vom russischen Gas. Gelingt es nicht, die Gasspeicher bis zum Winter zu füllen, steht uns eine harte Diskussion darüber bevor, wer den Gürtel wie eng schnallen muss. Verfassungsschützer, Extremismus-Experten und Innenpolitiker fürchten gar einen „deutschen Wutwinter“.

Aber wie sparen, ohne sich tot zu sparen? Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) will die Industrie zum Sparen zwingen, den privaten Haushalten zuallerletzt den Gashahn zudrehen. Unternehmer und der Chef der Bundesnetzagentur halten ihm entgegen, dass der Verlust von Arbeitsplätzen und Produkte, die fehlen, weil sie nicht mehr hergestellt werden können, direkt auf die privaten Haushalte zurückwirken. Es werden also Entscheidungen mit viel Augenmaß nötig sein.

Aber mit dem Augenmaß ist das so eine Sache. Hätten wir es haben können, als entschieden wurde, Gas als Übergangsenergieträger zu nutzen und uns damit ein allzu großes Tempo bei der Energiewende zu sparen? Hätten die Verantwortlichen bei Dynamo Dresden es haben können, als entschieden wurde, bei Investitionen in die Mannschaft zu sparen, was schließlich den Abstieg in die Dritte Liga zur Folge hatte?

Und hätten die Verantwortlichen für die Ausstattung der Rettungsdienste in Sachsen mit mehr Augenmaß entscheiden können, als sie bei großen Tankwagen, geländegängigen Löschfahrzeugen und Löschhubschraubern sparten? „Das fällt uns nun auf die Füße. Jetzt wird es teuer“, sagt Kreisbrandmeister Björn Mierisch im Landkreis Görlitz angesichts der aktuellen Waldbrände.

Ähnliche Beispiele gibt es unzählige. Warum merken wir immer erst im Angesicht der Katastrophe, wo wir es mit dem Sparen übertrieben haben? Ein Dresdner Unternehmer sagte mir im Gespräch darüber einmal: „Menschen sind halt so.“ Hoffen wir also, dass es uns gelingt, aus bitteren Erfahrungen wenigstens etwas schlauer zu werden und mit etwas mehr Weitblick in die Zukunft zu schauen, wenn es um die nächste Idee geht, wie wir uns vermeintlich unnötigen Aufwand sparen können.

 

Zitat des Tages

Um Arbeitsplätze zu sichern, halte ich Sparmaßnahmen für private Haushalte, solange sie nicht den geschützten, lebensnotwendigen Bereich berühren, für legitim.

Klaus Müller

Präsident der Bundesnetzagentur

Die Corona-Nachrichten

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Dresden und die Region

Freiwillige Feuerwehrleute des Internationalen Katastrophenschutz Deutschland "@fire" stehen nach dem Einsatz gegen die Waldbrände im Nationalpark Sächsische Schweiz auf einer Wiese vor einem Hubschrauber der Bundespolizei. (Archivbild)

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Feuerwehrleute kritisieren Brandschutz in Sachsen: „Sparmaßnahmen fallen uns auf die Füße“

Sachsen ist bei Waldbränden oft auf Hilfe angewiesen. Es fehlt an großen Tankwagen und geländegängigen Löschfahrzeugen. Vor allem aber gibt es noch keine Löschhubschrauber. Dadurch werden Einsatzkräfte mitunter gefährdet. Jetzt lesen

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Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, steht vor dem Haus der Bundesnetzagentur.

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Bundes­netz­agentur ruft zum Energie­sparen auf – Spar­maßnahmen drohen

Das Gas könnte knapp werden im Winter. Selbst im besten Fall müsse man ordentlich Energie sparen, warnt Bundes­netz­agentur-Chef Müller. Sparmaßnahmen für private Haushalte könnten durchgesetzt werden. Jetzt lesen

 

Termine des Tages

11 Uhr: Wie zwei Dresdner Buslinien elektrisch werden - Ab dieser Woche sollen die Buslinien 68 und 81 rein elektrisch betrieben werden. Ein großer Teil der von den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB) dafür bestellten Elektrobusflotte ist bereits in Dresden. Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert, der Staatssekretärin im sächsischen Wirtschaftsministerium Ines Fröhlich und der DVB-Aufsichtsratsvorsitzenden Stephan Kühn sowie DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach informieren über die neuen Fahrzeuge und ihre Besonderheiten. Auch, wie die Umstellung ablaufen wird und warum gerade diese Linien für die umweltfreundliche Bedienung durch Elektrobusse ausgewählt wurden, ist Thema.

12.30 Uhr: Mittagspausenführung im Verkehrsmuseum - Woher hat der Kotflügel seinen Namen? Warum landeten Zeppeline einst bevorzugt auf Wolkenkratzern? Wer seine Mittagspause lieber für einen Happen Geschichte(n) als für eine Portion Nudeln nutzen möchte, erfährt in 30 Minuten allerhand Wissenswertes rund um den Verkehr zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Garantiert (fast) ohne Jahreszahlen! Jeden Montag wird ein anderer Schwerpunkt der Ausstellungen präsentiert.

19.30 Uhr: „Nachspielzeit“ für die Kaisermania in Übigau - Was wäre ein Dresdner Sommer ohne die Musik von Roland Kaiser an der Elbe? Kaum ist die Kaisermania im Rahmen der Filmnächte Geschichte, gibt es schon ein weiteres Event für die Fans des Sängers. Seine größten Hits wie „Ich glaub, es geht schon wieder los“, „Sieben Fässer Wein“ oder „Manchmal möchte ich schon mit dir“ sind nun in der COMÖDIE im Schloss, im Elbschloss Übigau, Rethelstr. 47, erstmals in einem Musical unter freiem Himmel zu erleben.

 

Wer heute wichtig wird

Zum Weltkatzentag: Schicken Sie uns ein Foto von Ihrem Schmuse-Kater!

Schmusetiger oder doch lieber einen Hund - da scheiden sich die Geister. Wessen Tag heute ist, steht fest.

Am 8. August ist Internationaler Katzentag. Zeit, das Zusammenleben mit dem weltweit beliebten Haustier zu feiern. Doch nicht nur Katzenbesitzern versüßt die Katze regelmäßig den Alltag: Auch aus sozialen Netzwerken - Stichwort Cat-Content - sind die Samtpfoten nicht mehr wegzudenken. Aber es gab auch Katzen, die ohne das Internet berühmt wurden, wie ein Blick unser Archiv zeigt.

 

Gewusst wie – die Tipps für den Tag

 

Und dann war da noch ...

Dieses von der NASA zur Verfügung gestellte Foto ist echt. Es zeigt eine große, rosa-blau gesprenkelte Galaxie, die einem Rad mit einem kleinen, inneren Oval ähnelt. Links daneben sind zwei kleinere Spiralgalaxien zu sehen vor einem schwarzen Hintergrund, aufgenommen vom James-Webb-Weltraumteleskop. Was ein Forscher auf Twitter als Aufnahme des Sterns Proxima Centauri präsentierte, war hingegen sehr irdisch.

Dieses von der NASA zur Verfügung gestellte Foto ist echt. Es zeigt eine große, rosa-blau gesprenkelte Galaxie, die einem Rad mit einem kleinen, inneren Oval ähnelt. Links daneben sind zwei kleinere Spiralgalaxien zu sehen vor einem schwarzen Hintergrund, aufgenommen vom James-Webb-Weltraumteleskop. Was ein Forscher auf Twitter als Aufnahme des Sterns Proxima Centauri präsentierte, war hingegen sehr irdisch.

... das Bild eines Sterns, das sich als Wurstscheibe entpuppt

Eine angebliche Aufnahme des James-Webb-Weltraumteleskops ist in Wahrheit eine Scheibe spanischer Chorizo-Wurst. Auf Twitter hat sich ein französischer Wissenschaftler einen Scherz erlaubt, der Anhänger der Astronomie tagelang beschäftigt hat. Jetzt lesen

 

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in die Woche

Ihr Holger Grigutsch

DNN-Redakteur

 

Falls Sie Anregungen oder Kritik haben, melden Sie sich gern direkt bei unserem Chefredakteur Dirk Birgel: d.birgel@dnn.de

 

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