Nahverkehr

Schneller mit dem Zug von Dresden nach Königsbrück

Die Bahnverbindung nach Königsbrück soll ausgebaut werden: Durch Investitionen am Schienenstrang könnte die Fahrzeit je Richtung um bis zu zehn Minuten verkürzt werden. Außerdem sollen die Züge künftig nicht am Neustädter Bahnhof enden, sondern bis zum Dresdner Hauptbahnhof durchfahren.

Die Bahnverbindung nach Königsbrück soll ausgebaut werden: Durch Investitionen am Schienenstrang könnte die Fahrzeit je Richtung um bis zu zehn Minuten verkürzt werden. Außerdem sollen die Züge künftig nicht am Neustädter Bahnhof enden, sondern bis zum Dresdner Hauptbahnhof durchfahren.

Dresden. Die Nostalgie fährt mit, je­der Meter auf der Strecke von Dresden nach Königsbrück ist faktisch ei­ne Zeitreise. Das vermag Eisenbahnnostalgiker begeistern; Pendler, die tagtäglich auf der Nebenstrecke un­terwegs sind, können dem bedächtigen Gerumpel über die Gleise eher wenig abgewinnen. Doch genau das soll sich nun ändern. Mit kürzeren Fahrtzeiten und einem deutlich dichterem Takt will der Verkehrsverbund Oberelbe mehr Fahrgäste für die Bahn begeistern – und hat dafür nun auch einen konkreten Fahrplan. Die DNN er­klären das Vorhaben.

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Die aktuelle Situation: Die Strecke ist nicht attraktiv genug

Bis zu 1200 Fahrgäste nutzen werktags die im Stundentakt verkehrenden Regionalbahnen zwischen Kö­nigsbrück und dem Bahnhof Neustadt. Die überwiegende Teil davon sitzt zwischen dem Halt in Ottendorf-Okrilla Süd und dem Neustädter Bahnhof im Zug. Die Verantwortlichen beim VVO sehen da noch viel Luft nach oben. Mehr Züge und ei­ne Verkürzung der Fahrzeit könnten die Strecke deutlich attraktiver ma­chen, so das Kalkül. Eine Rechnung, die beispielsweise bereits durch den Bau der Arnsdorfer Kurve aufging. Seit der Inbetriebnahme haben sich die Fahrgastzahlen auf der Strecke nach Kamenz deutlich erhöht.

Die Entscheidung: Zug statt Verlängerung der Straßenbahn

Die Defizite der Bahnstrecke ha­ben VVO und Politik schon seit vielen Jahren auf dem Schirm. In aufwendigen Untersuchungen haben die Verantwortlichen checken lassen, wie sich das Angebot verbessern lässt. Geprüft wurde da­bei auch eine Verlängerung der Straßenbahnlinie ab Weixdorf nach Ottendorf-Okrilla. Doch angesichts hoher nötiger In­vestitionen und po­litischen Drucks ist diese Idee wieder in der Schublade verschwunden. Denn: Mit der Straßenbahn hätten Laußnitz und Kö­nigsbrück ihren Bahnanschluss verloren. Unterdessen erhielt die Ei­senbahnvariante den Vorzug.

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Das Vorhaben: Umfassende Sanierung des Schienenstrangs

Die Eisenbahnvariante sieht neben kürzeren Fahrzeiten und dem Halbstunden-Takt bis Ottendorf – nach Kö­nigsbrück soll der bisherige Stundentakt beibehalten werden – auch die Verlängerung der Linie bis zum Dresdner Hauptbahnhof vor. Unter dem Strich könnte ein Zeitgewinn von bis zu zehn Minuten je Fahrtrichtung stehen. Um das zu erreichen, muss die ab Klotzsche eingleisige Strecke al­lerdings fit ge­macht werden. Bahnübergänge sollen erneuert werden, außerdem wird eine weitere Ausweichstelle für sich entkommende Züge be­nötigt. Auch an ein halbes Dutzend Haltepunkte sollen die Arbeiter ran und diese barrierefrei gestalten. Die Strecke könnte später auch das Dresdner S-Bahnnetz ergänzen –

als Linie S 6

.

Der VVO denkt derzeit über eine Erweiterung des S-Bahnnetzes nach – und will die

Der VVO denkt derzeit über eine Erweiterung des S-Bahnnetzes nach – und will die

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Der Fahrplan: Ausbau soll bis 2024 erfolgen

Nach Jahren der Variantenprüfungen und der Entscheidung geht es nun an die konkreten Planungen: Bis 2024, so sagt VVO-Sprecher Christian Schlemper auf Nachfrage der DNN, soll der Ausbau abgeschlossen sein. Fünf Jahre mögen für die be­troffenen Pendler nach viel klingen – tatsächlich haben sich die Be­teiligten mit Blick auf die aufwendigen Planungen damit aber ein ambitioniertes Ziel gesteckt. Als nächster Schritt erfolgt zunächst eine sogenannte Fahrplantechnische Untersuchung. Liegt die vor, wissen die Fachleute auch, was ge­nau an der Strecke gemacht werden muss. Das ist wiederum Grundlage für die finalen Planungen und die Umsetzung.

Die Kosten: Studie geht von sieben Millionen Euro aus

In der damaligen Variantenuntersuchung waren für die Eisenbahnvariante Investitionen in Höhe von sieben Millionen Euro ermittelt worden. Zahlen soll das der Bund. Die Ertüchtigung der Bahnstrecke sei so­mit deutlich billiger als der Bau einer Straßenbahntrasse, hatten die Fachleute festgestellt. Die An­passung der Gleise und der Bau ei­ner Oberleitung waren in der Studie mit 40 Millionen Euro beziffert worden.

Von Sebastian Kositz

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