„Trio Infernal“

Schlägerbande muss nicht in den Knast

Justitia hat ihr Urteil gesprochen.

Justitia hat ihr Urteil gesprochen.

Dresden. Sie mögen sich doch beim nächsten Termin anders aufführen, hatte die Dresdner Richterin Ute Muck den Angeklagten nach dem ersten Verhandlungstag mit auf den Weg gegeben. Milosz D., Carl S. und Florian K. hatten sich einfach miserabel benommen. Beim zweiten Termin erschienen sie „weichgespült“. Aber der Weichspüler hielt nur bis zum Plädoyer der Staatsanwältin, die den dreien ordentlich den Kopf wusch. Da wurde es wieder laut.

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Das „Trio Infernale“ – eine Bezeichnung durch die Richterin – hatte im Juni 2017 den Betreiber des Lokals „La Moka“ in der Neustadt ins Krankenhaus geprügelt. Grund: Der Italiener hatte sich verbeten, dass Milosz D. in den Durchgang am Nordbades in der Nähe seines Lokals uriniert. Daraufhin spuckte der den Wirt an, warf ihm eine Bierflasche an die Brust und suchte seine Freunde.

Eduardo P. und seine Lebensgefährtin riefen bei der Polizei an, aber die kam nicht. Als das Paar später das Lokal geschlossen hatte und nach Hause wollte, stand die Truppe plötzlich vor ihnen. „Milosz D. zeigte auf mich und sagte: ,Das ist er.’ Ich wurde eingekesselt und Carl S. schlug mir sofort die Faust ins Gesicht“, erzählte der 32-Jährige, der zu Boden geprügelt und getreten wurde.

Carl S. wies dies zurück. „Ich bin ein normaldenkendes Individuum, dass seinen Verstand benutzt und kein Psychopath, der wahllos auf Leute einschlägt. Ich habe immer einen Grund.“ Auch Milosz D. und Florian K. wiesen die Vorwürfe zurück. Sie hätten nichts gemacht, der Wirt habe angefangen und sie geschlagen. „Ihre Einlassungen sind so dumm, dass man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll“, sagte die Staatsanwältin.

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Die Lebensgefährtin des Wirts stand hilflos dabei. „Es war eine gefährliche, brutale Situation. Ich habe wieder die Polizei gerufen und gesagt, dass es nicht mehr um Ruhestörung geht, sondern um Körperverletzung. Aber es kam wieder niemand.“ Zwei Stunden später erschienen dann Mitarbeiter des Ordnungsamtes.

Da die drei zur Tatzeit zwischen 18 und 20 Jahren waren wurden sie nach Jugendstrafrecht verurteilt. Milosz D., der noch einen Simmel-Mitarbeiter attackiert und zwei Männer am Alaunpark verprügelt hat, kassierte sechs Monate, die zur Bewährung ausgesetzt wurden. Außerdem ordnete die Richterin zwei Wochen Dauerarrest an, damit er einmal in Ruhe über sein Leben nachdenkt. Carl S. muss 400 Euro an die Treberhilfe zahlen, Florian K. 200 Euro.

Von Monika Löffler

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