Flutkatastrophe

Sachsen sichert Fluthilfe für Rheinland-Pfalz zu

Die Bundesstraße 266 ist bei Lohrsdorf großflächig unterspült. Starkregen führte zu Überschwemmungen.

Die Bundesstraße 266 ist bei Lohrsdorf großflächig unterspült. Starkregen führte zu Überschwemmungen.

Dresden. Sachsen schickt Ausstattung für Notunterkünfte in die Katastrophenregion Rheinland-Pfalz und wirbt um Spenden für die Betroffenen des verheerenden Hochwassers dort und in Nordrhein-Westfalen. Auch Landesbischof Thomas Bilz ruft zur Unterstützung auf.

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Trümmer eingestürzter Häuser liegen im Ortsteil Blessem.

Trümmer eingestürzter Häuser liegen im Ortsteil Blessem.

Nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) vom Freitag gehen aus Sachsen 1500 Feldbetten und entsprechendes Personal auf den Weg in die Katastrophenregionen, sie sollen in der Nacht ankommen. Auch die Gerätewagenversorgung zur Trinkwasserabgabe sowie die dafür ausgebildeten Katastrophenschutzhelfer stünden bereit. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) rief die Menschen im Freistaat auch unter Verweis auf die Solidarität aus ganz Deutschland bei der Flutkatastrophe 2002 dazu auf, zu helfen.

Solidarität in der schweren Stunde

„In dieser schweren Stunde hält Deutschland zusammen und wir als Sachsen wollen unseren Beitrag dazu leisten.“ Jetzt liege es an den Ländern, die Hilfe abzurufen - von Sandsäcken über Versorgung bis zu einer anderen Infrastruktur für die Kommunikation. Die Dramatik sei so groß, „dass alle an ihrer Stelle tun müssen was sie können“. Auch die sächsischen Kommunen stehen bereit, ihre Partner und Kollegen zu unterstützen, die Länder sind um Koordination dieser Hilfe gebeten, sagte der Präsident des Sächsischen Städte- und Gemeindetages, Bert Wendsche (CDU). „Solidarität darf keine Einbahnstraße sein.“Viele Bürgermeister und Landräte hätten bereits ihre Feuerwehren aktiviert, mit Fahrzeugen und Feuerwehrleuten.

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dpatopbilder - 16.07.2021, Rheinland-Pfalz, Bad Neuenahr-Ahrweiler: Trümmer liegen in der Gemeinde Schuld am Tag nach der Hochwasserkatastrophe. Starkregen führte zu extremen Überschwemmungen. Foto: Thomas Frey/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

dpatopbilder - 16.07.2021, Rheinland-Pfalz, Bad Neuenahr-Ahrweiler: Trümmer liegen in der Gemeinde Schuld am Tag nach der Hochwasserkatastrophe. Starkregen führte zu extremen Überschwemmungen. Foto: Thomas Frey/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Unwetter hatten am Mittwoch in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ganze Landstriche verwüstet, Orte von der Außenwelt abgeschnitten und Häuser weggespült. Nach derzeitigem Stand sind mindestens 93 Menschen wegen der Wassermassen ums Leben gekommen. In Rheinland-Pfalz werden noch Dutzende Menschen vermisst. Die Flutkatastrophe 2002 hatte in Sachsen ganze Landstriche verwüstet und 21 Menschen das Leben gekostet. Damals hatten Hilfsorganisationen Mitarbeiter nach Sachsen geschickt und viele freiwillige Helfer die Rettungsaktionen und später den Wiederaufbau unterstützt.

Evangelische Kirche ruft zu Unterstützung auf

Sachsens evangelischer Landesbischof Tobias Bilz hat zur Unterstützung der Menschen in den überschwemmten Regionen aufgerufen. „Wir haben 2002 und 2013 die unglaubliche Hilfs- und Spendenbereitschaft von Menschen aus ganz Deutschland selbst erfahren dürfen“, erklärte Bilz am Freitag in Dresden. Nun gebe es die Möglichkeit, „diese gute Erfahrung des Getragenseins auch an andere weiterzugeben“.

Trümmer eingestürzter Häuser liegen im Ortsteil Blessem.

Trümmer eingestürzter Häuser liegen im Ortsteil Blessem.

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Er bitte alle Christinnen und Christen in Sachsen: „Wo auch immer Sie vielleicht private Kontakte haben - nutzen Sie diese und fragen Sie, welche Menschen oder Einrichtungen Hilfe benötigen.“ Jeder Brief, jede Nachfrage, jede kleine Spende helfe in einer solchen Notlage, heißt es in einem Schreiben des Bischofs an die Kirchgemeinden: „Wir haben in Sachsen in den vergangenen Jahrzehnten mehrere große Hochwasser erleben müssen und wissen daher, wie schwer Menschen und Ortschaften durch eine solche Überschwemmung getroffen werden“, erklärte Bilz, „möge Gott allen Betroffenen und auch den Helferinnen und Helfern jetzt Kraft und Zuversicht geben.“

Von dpa/epd

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