Grünes Gewölbe

Prozess zu Juwelendiebstahl in Dresden ab 28. Januar

Im Januar 2022 beginnt der Prozess gegen sechs Verdächtige, die am Juwelenraub im Grünen Gewölbe beteiligt gewesen sein sollen.

Im Januar 2022 beginnt der Prozess gegen sechs Verdächtige, die am Juwelenraub im Grünen Gewölbe beteiligt gewesen sein sollen.

Dresden. Fast auf den Tag genau zwei Jahre und zwei Monate nach dem spektakulären Juwelendiebstahl aus dem historischen Grünen Gewölbe in Dresden beginnt der Prozess gegen sechs mutmaßliche Täter. Der einzigartige Fall wird ab dem 28. Januar 2022 verhandelt, wie das Landgericht Dresden am Mittwoch mitteilte. Weil zwei der sechs Angeklagten zur Tatzeit noch Heranwachsende waren, beginnt der Prozess vor der Jugendkammer. Die Beschuldigten sind wegen schweren Bandendiebstahls, Brandstiftung und besonders schwerer Brandstiftung angeklagt. Bis Ende März sind insgesamt elf Prozesstage terminiert, danach soll jeweils dienstags und freitags weiter verhandelt werden.

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Die Staatsanwaltschaft wirft den 22- bis 28-Jäghrigen vor, für den Einbruch in das berühmte barocke Schatzkammermuseum im Residenzschloss am 25. November 2019 verantwortlich zu sein. Sie sollen 21 Schmuckstücke mit insgesamt 4300 Diamanten und Brillanten im Gesamtwert von über 113 Millionen Euro entwendet haben. Außerdem wird ihnen zur Last gelegt, im Zuge des spektakulären Coups auch Sachschäden in Höhe von über einer Million Euro hinterlassen zu haben.

Der Remmo-Clan war involviert

Zwei Männer waren am frühen Morgen in das Gebäude in der Altstadt eingedrungen, hatten mit einer Axt Löcher in eine Vitrine geschlagen und darin befestigte Schmuckstücke aus dem 17. und 18. Jahrhundert herausgerissen. Von der Beute fehlt noch immer jede Spur. Die Ermittler sind überzeugt, dass der Coup auf das Konto des bekannten Berliner Remmo-Clans geht, der auch für Straftaten wie den Goldmünze-Diebstahl aus dem Bode-Museum 2017 verantwortlich gemacht wird. Alle Angeklagten stammen aus der arabischstämmigen Großfamilie und sind in Untersuchungs- oder Jugendstrafhaft.

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Sie sollen zuvor einen Stromkasten in Schlossnähe sowie eines ihrer Fluchtautos in der Tiefgarage eines Wohnhauses in Brand gesetzt haben. Zudem war das Gitter des Einstiegsfensters in das Museum im Erdgeschoss Tage vorher durchtrennt und dann provisorisch zusammengeklebt worden – das blieb unbemerkt, weil dieser Bereich zwischen Mauer und Fenster im toten Winkel liegt.

Alle Beschuldigten sind deutsche Staatsbürger. Sie wurden bei mehreren Razzien seit November 2020 in Berlin gefasst. Die Ermittlungen zu weiteren Beteiligten zum Verbleib der Kunstschätze dauern an. Seit März läuft die Fahndung nach vier inzwischen identifizierten Männern, die im Verdacht der Beihilfe zum schweren Bandendiebstahl stehen. Sie könnten Ende November den Tatort ausgespäht haben und damit an der Vorbereitung des Coups beteiligt gewesen sein.

Von S. Block (dpa)

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