Notoperation

Prozess nach Messerattacke im Kiezklub

Symbolfoto

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Dresden. Evan H. scheint gern die Nächte in Clubs und Discos zu verbringen, allerdings wohl nicht nur zum Feiern. Der Iraker lässt es da richtig krachen und steht deshalb jetzt wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht. Er soll im Dezember 2017 im „Downtown“ einem Gast einen Kopfstoß verpasst und am 12. Februar dieses Jahres im „Kiezklub“ auf der Louisenstraße auf einen 19-Jährigen eingestochen haben, der bei der Attacke schwer verletzt wurde. Zu den Vorwürfen wollte sich der 28-jährige Angeklagte nicht äußern.

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Eric L. kann sich an den Angeklagten und den Abend im Kiezklub noch sehr genau erinnern. Der Bundeswehrsoldat hatte Ausgang und war mit seinem Freund Ole B. in der Neustadt unterwegs. Beide besuchten den Kiezklub, gingen dort auf die Tanzfläche und wollten dann an die Bar. „Da waren der Angeklagte und zwei jüngere Männer, die plötzlich auf Ole einschlugen. Da ich größer bin als er, habe ich mich vor ihn gestellt und wollte schlichten“, erzählte er. „Der Angeklagte stand genau vor mir, war sehr aggressiv und schob mich am Bauch einige Meter weg. Ich habe zwar einen Schmerz gespürt, aber kein Messer gesehen und erst später bemerkt, dass ich blute.“

Der junge Mann muss in der Klinik notoperiert werden. Einer der Stiche hatte die Bauchhöhle geöffnet und den Darm verletzt. Noch immer ist Eric L. in Behandlung, krank geschrieben und nicht dienstfähig. Er und auch sein Freund haben auch psychisch an der Attacke zu knabbern. Da stellt sich auch die Frage, nach dem Warum? Opfer und Täter kannten sich nicht, es gab vorher keine Auseinandersetzung, keinen Streit, nicht mal ein Gespräch. Es passierte einfach so.

Das rabiate Trio war den beiden jungen Männern allerdings schon vorher aufgefallen. „Die suchten offenbar Stress. Auch wenn auf der Tanzfläche Platz war, bedrängten sie die Leute, schubsten sie herum und tanzten sie an“, erinnerte sich Eric L. Nach der Messerattacke wartete er mit seinem Freund auf den Notarzt und die Polizei. Beide bekamen nicht mit, dass es noch weiteren Ärger gab. Der Betreiber und die Sicherheitskräfte des Clubs wollten die drei Iraker festhalten bis die Polizei kommt. Das Trio hatte etwas dagegen und teilte kräftig aus - es endete in einer wüsten Prügelei. Der Prozess wird fortgesetzt. Da Evan H. schweigt, müssen weitere Zeugen gehört werden.

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Von Monika Löffler

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