Langfristige Strategie zahlt sich aus

Polen und Russen strömen nach Dresden

Deutlich im Plus: Im ersten Halbjahr besichtigten mehr Besucher als in den Vorjahren die Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Deutlich im Plus: Im ersten Halbjahr besichtigten mehr Besucher als in den Vorjahren die Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Dresden. Der Dresden-Tourismus blickt auf das beste Halbjahr der neueren Geschichte zurück. 1 019 950 Gäste strömten in den ersten sechs Monaten des Jahres in die Landeshauptstadt, das ist ein Plus von 7,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Besucher buchten 2 069 991 Übernachtungen, 8,4 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2017. Diese Zahlen legte der Geschäftsführer der Dresden Marketing GmbH Kai Schulz vor.

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Nachholbedarf sieht Schulz beim Anteil der ausländischen Besucher, der mit 20,5 Prozent zwar deutlich über dem Sachsen-Durchschnitt von 10,5 Prozent liegt, aber im Vergleich zu den 33,7 Prozent der zehn attraktivsten Städte Deutschlands noch hinterherhinkt. Was für Schulz und die DMG heißt: Die Auslandsmärkte weiter beackern.

„Das tun wir auch“, verweist der Geschäftsführer auf einen neuen Mitarbeiter – einen polnischen Staatsbürger, der die DMG bei ihren Aktivitäten im Nachbarland unterstützt. Das ist nur folgerichtig, denn Polen haben 33 625 Übernachtungen im ersten Halbjahr gebucht, das ist Platz 2 bei den wichtigsten Auslandsmärkte und entspricht einem Plus von 45,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

„Wir waren schon in Polen aktiv, als andere noch den Kopf darüber geschüttelt haben“, erklärt Schulz. Jetzt ist die wirtschaftliche Situation im Nachbarland gut, die polnischen Gäste kommen längst nicht nur zu einem Tagesausflug nach Dresden, wie die Übernachtungsbilanz zeigt. Die Landeshauptstadt hat dank der Geschichte in Polen einen Namen, was dem Dresden-Tourismus nicht schadet.

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Auch die nun schon jahrzehntelange kontinuierliche Bearbeitung des russischen Marktes habe zu neuer Blüte geführt, so Schulz. Trotz eisiger politischer Zeiten buchten 24 877 Russen eine Übernachtung, ein Plus von 12,4 Prozent. Nummer eins bleibt der US-amerikanische Markt mit 38 251 Übernachtungen, auf Platz drei und vier liegen Österreich und die Schweiz. Die Flugverbindung nach Amsterdam hat die Besucherzahlen aus Holland in die Höhe getrieben, auch die Zahl der chinesischen Übernachtungsgäste ist gewachsen.

Wobei Dresden für Touristen aus China immer noch eher eine Durchgangsstation bei der Fahrt von Berlin nach Prag ist. „Hier müssen wir Ideen sammeln, wie wir die Gäste dazu bringen, bei uns zu übernachten“, so Schulz. Die Zahl der spanischen Besucher ist um 35,2 Prozent eingebrochen – eine Ursache dafür kann der Geschäftsführer noch nicht nennen. „Das müssen wir genauer analysieren.“

80 Prozent der Gäste kommen aus dem Inland, und hier muss die Stadt laut Tourismusbürgermeisterin Annekatrin Klepsch immer wieder Reiseanlässe schaffen. „Wir müssen Individualtouristen gleichermaßen nach Dresden holen wie Vertreter von Wirtschaft und Wissenschaft.“ Kongressbesucher seien für jede Stadt lukrativ, weil sie mehr Geld ausgeben würden als „normale“ Touristen, so Klepsch. Dresden sei es gelungen, Vertrauen zurückzugewinnen und den Imageschaden abzuschwächen. 2019 werde die Stadt intensiv in Regionen wie Chemnitz, Leipzig, Jena oder Erfurt für ihre Kulturinvestitionen werben. Es müsse sich auch in Thüringen herumsprechen, dass die Dresdner Philharmonie in einem erstklassigen Konzertsaal im Kulturpalast spielt und es mit dem Kraftwerk Mitte eine einmalige Kulturmeile zu entdecken gilt.

Jörg Bacher, Direktor des Maritim Hotels und Internationalen Congress Centers, wies auf den Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie mit 8000 Teilnehmern Ende September hin. 40 Prozent der Gäste im Maritim kämen aus der Kongress- und Tagungswirtschaft. Deshalb sollten Stadt und DMG Wissenschaftler und Unternehmer dazu motivieren, Kongresse zu veranstalten.

„Wir erwarten ein sehr gutes Jahr 2018“, sagte Schulz und verwies unter anderem auf die Weihnachtszeit, in der die Besucher auf Striezelmarkt & Co. strömen sollen.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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