Dresdner Artenschutz-Projekt

Paten für Wildpflanzen gesucht

Eva Gruhl, Volker Croy und Judith Henning bepflanzen die Hochbeete, die anlässlich der Ausstellung „Von Pflanzen und Menschen“ vor dem Hygiene-Museum aufgestellt wurden.

Eva Gruhl, Volker Croy und Judith Henning bepflanzen die Hochbeete, die anlässlich der Ausstellung „Von Pflanzen und Menschen“ vor dem Hygiene-Museum aufgestellt wurden.

Dresden. "In unserer Ausstellung 'Von Pflanzen und Menschen' im Museum können wir keine Pflanzen zeigen. Deshalb wollen wir auf diese Weise nach außen wachsen", sagt Judith Henning, kuratorisch-wissenschaftliche Mitarbeiterin im Deutschen Hygienemuseum, und weist auf die vielen Hochbeete auf dem Museumsvorplatz.

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Gartenfachmann Volker Croy hat sie dort im Auftrag des Museums aufgestellt und pflanzfertig befüllt. Dass die Rahmen so aussehen, als würde schon lange in ihnen gegärtnert, sei Bedingung der Museumsleitung gewesen, sagt Croy.

Wie man preiswert ein Hochbeet bauen kann

Verwendet hat er für die Hochbeete Palettenaufsatzrahmen. „Die sind eine preiswerte Alternative zu anderen im Handel erhältlichen Hochbeeten“, hält er gleich noch einen Tipp für den Hausgebrauch parat. Diese Rahmen bieten zum Beispiel Bau- und Gartenmärkte unter dem Namen „Holzaufsatzrahmen“, „Hochbeet-Stecksystem“ oder einfach auch „Palettenrahmen“ an.

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Diese Hochbeete wurden aus Palettenaufsatzrahmen gebaut

Diese Hochbeete wurden aus Palettenaufsatzrahmen gebaut. Sie werden jetzt bis zum Start der Ausstellung im Hygienemuseum bepflanzt. Zudem werden Blumen ausgesät. Eine Weile wird es aber dauern, bis sie blühen.

Mitarbeiter des Dresdner Umweltzentrums wollen die Beete zum einen mit 74 verschiedenen Wildblumenarten spätestens Ende Mai/Anfang Juni nach und zum Blühen bringen.

Selten gewordene einheimische Wildpflanzen aufpäppeln

Zum anderen werden etwa 60 Prozent der insgesamt 20 Quadratmeter Hochbeet-Fläche mit zehn selten gewordenen einheimischen Wildpflanzenarten des Dresdner Elblandes und Umgebung bepflanzt. Konkret handelt es sich um Sommer-Adonisröschen, Echtes Herzgespann, Feld-Mannstreu, Färber-Hundskamille, Guter Heinrich, Heilziest / Gewöhnliche Betonie, Kleine Wiesenraute, Skabiosen-Flockenblume, Gewöhnliches Zittergras und Großer Wiesenknopf. Letzterer z.B. ist die alleinige Futterpflanze eines Schmetterlings. Und zwar des Hellen und Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings.

Blüten des Großen Wiesenknopfes mit dem Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling

Blüten des Großen Wiesenknopfes mit dem Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling.

Man muss keinen eigenen Garten haben, ein Balkon reicht auch

„Wir wollen damit auf unser Projekt ’Urbanität und Vielfalt’ aufmerksam machen“, erklärt Eva Gruhl vom Umweltzentrum. Ziel ist, interessierte Menschen in der Stadt Dresden und im Landkreis Meißen zu finden, die vom Umweltzentrum vorgezogene Wildpflanzen in Patenschaft nehmen. Dazu muss man keinen eigenen Garten haben, ein Balkon reicht auch.

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Pflanzen und Samen gehen im Herbst zurück ans Umweltzentrum

Die Pflanzen sollen eine Saison lang gehegt, gepflegt und bis zur Samenreife gebracht werden. Dann gehen Pflanzen und Samen ans Umweltzentrum zurück. Ein großer Teil wird an geeignete Standorte in der freien Natur gebracht, um die Bestände der seltenen einheimischen Wildpflanzen zu stärken. Natürlich geschehe das in enger Abstimmung mit den Naturschützbehörden, betont Gruhl.

Eva Gruhl, Volker Croy und Judith Henning bepflanzen die Hochbeete, die anlässlich der Ausstellung „Von Pflanzen und Menschen“ vor dem Hygie

Eva Gruhl, Volker Croy und Judith Henning bepflanzen die Hochbeete, die anlässlich der Ausstellung „Von Pflanzen und Menschen“ vor dem Hygiene-Museum aufgestellt wurden.

In Themenabenden wird erklärt, was zu beachten ist

Rund 160 Menschen haben ihren Worten zufolge 2018 Patenschaften übernommen. „Aktuell sind es 150. Wer möchte, kann noch mitmachen“, wirbt sie um weitere Mitstreiter. Was zu beachten ist, wird in Themenabenden erklärt.

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www.uzdresden.de

Von Catrin Steinbach

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