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Da rollt etwas auf Dresden zu

Neue Bahnstrecke nach Prag führt zur Verdopplung des Güterverkehrs

Die neue Bahnstrecke soll die Fahrzeit von Dresden nach Prag auf etwa eine Stunde verkürzen. 2036 könnten die ersten Züge rollen.

Die neue Bahnstrecke soll die Fahrzeit von Dresden nach Prag auf etwa eine Stunde verkürzen. 2036 könnten die ersten Züge rollen.

Dresden.Die Vision: Eine Stunde Fahrzeit von Dresden nach Prag mit der Bahn. Kernstück der Vision: Ein 26 Kilometer langer Tunnel unter dem Erzgebirgskamm. Laut Henrik Saske vom Sächsischen Wirtschaftsministerium könnte die Vision bis 2036 Wirklichkeit werden: „Wenn alles glatt läuft, wäre der Baubeginn 2028“, erklärte der Beamte, der gegenwärtig im tschechischen Verkehrsministerium in Prag arbeitet, der CDU-Stadtratsfraktion.

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Die Fahrzeit zwischen Dresden und Prag könnte sich um 56 Minuten verkürzen, die Anwohner im lärmbelasteten Elbtal könnten aufatmen: Zwischen Dresden und Schmilka würden nur noch Nahverkehrszüge fahren, Reisezüge und Güterverkehr dagegen die neue Schnellstrecke nutzen. Die Vorteile der Trasse liegen für Saske auf der Hand: Weniger Kilometer, mehr Kapazität, erhöhter Lärmschutz für viele Anwohner dank des Tunnels.

Die Kapazität der Bahnstrecke im Elbtal ist fast ausgereizt. Bad Schandau ist nach Basel der wichtigste Grenzübergang der Deutschen Bahn, der jährlich von 46 665 Zügen passiert wird. Rund 2,5 Milliarden Euro Baukosten werden für den Streckenneubau nach gegenwärtigem Stand fällig. „Und das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange“, weiß Saske. Bis die ersten Bagger anrollen, werden die Baukosten deutlich gestiegen sein.

Gegenwärtig laufen die Vorbereitungen für das Raumordnungsverfahren. Politisch sei die neue Bahnstrecke durch, die Deutsche Bahn habe die Hoheit über das Verfahren übernommen, so Saske. Stadtrat Veit Böhm ist besonders eine Variable aufgefallen, die mit dem Neubau verbunden ist: Verdopplung des Güterverkehrsaufkommens. „Da rollt etwas auf Dresden zu“, befürchtet der Stadtrat, „es gibt jetzt schon viele Beschwerden über den Bahnlärm entlang der Trassen in der Stadt.“

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Die Bahn muss das Tempo beim innerstädtischen Lärmschutz deutlich erhöhen, ist für Böhm eine politische Forderung, die aus den Neubauplänen erwächst. Dem Elbtal von Pirna bis Schmilka würde zwar eine Verdopplung der Güterzüge erspart bleiben, dieses Aufkommen müsste aber Dresdner Stadtgebiet passieren. „Bei dem ganzen Vorhaben wurde die Frage nach dem Lärmschutz für Dresden noch nicht gestellt“, findet Böhm. Die CDU sollte es langfristig tun – auch wenn es sich um Zukunftsmusik handelt. „Irgendwann ist die Strecke fertig.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

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