Haftstrafe für 29-Jährigen

Messerattacke aus Eifersucht

Dresden. Wegen gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung ist Ghaleb N. zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und vier Monaten verurteilt worden. Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts sah es als erwiesen an, dass der 29-jährige Tunesier seine Freundin am 29. Juli 2018 vor der „Scheune“ in der Neustadt mit einem Messer attackiert und, als sie bereits am Boden lag, brutal geschlagen hat. Die 32-jährige Tschechien erlitt zwei Schnittwunden am Hals, eine am Oberarm und mehrere Gesichtsfrakturen.

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Die Sache war zunächst als versuchter Mord angeklagt, was sich aber während der Beweisaufnahme vor Gericht nicht bestätigte. Die Taten waren zwar mehr als schäbig und die Verletzungen auch gefährlich, aber nicht lebensbedrohlich – eine akute Lebensgefahr bestand nicht. Zudem hätte der Angeklagte, wenn er die Frau wirklich hätte töten wollen, dies auch tun können. Während er auf sie einschlug, hatte er das Messer noch in der Hand.

Die Tat ist das Ergebnis einer schwierigen Beziehungskiste. Anfang 2018 kam der Tunesier nach Dresden und lernte Lucie O. kennen. Ghaleb N. hatte zwar eine Zuweisung für ein Asylheim, ging dort aber nur zum Geldabholen hin und lebte ansonsten mit der Tschechin auf der Straße. Die Beziehung des Paares war ein ständiges Auf und Ab, häufig gab es Streit, man trennte sich, kam wieder zusammen, konsumierte Drogen und Alkohol.

Zudem war der Angeklagte extrem eifersüchtig und besitzergreifend. Er kontrollierte die Frau auf Schritt und Tritt, bis auf die Toilette. Wenn sie sich widersetzte, gab es Hiebe und er drohte sie umzubringen. Als sie die Beziehung beenden wollte, eskalierte an jenem Tag die Situation. Stundenlang saß das Paar vor der Scheune und stritt. Als sie sich wegdrehte, stach er zu.

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Genauso verquer wie die Beziehung waren auch die Aussagen des Angeklagten. Sie habe sich die Verletzungen selbst bei gebracht, hatte er nach seiner Festnahme bei der Polizei gesagt, später die Tat eingeräumt. Vor Gericht konnte er sich an nichts erinnern. Drogen und Alkohol, wie er andeute, spielten aber überhaupt keine Rolle.

Ghaleb N. hatte zwar nicht die Absicht, seine Freundin zu töten. Er wollte mit allen Mitteln seinen Besitzanspruch durchsetzen. „Sie wollten sie demütigen, verletzen, erniedrigen“, sagte der Vorsitzende Richter. „Das Zauberwort ist Respekt. Man hat anderen Respekt entgegenzubringen und deren Entscheidungen zu respektieren.“

Von Monika Löffler

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