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Urteil am Amtsgericht Dresden

Mehrere Jahre Haft nach Todesfahrt am Zelleschen Weg

Für seine betrunkene Raserei, die für einen Rollerfahrer tödlich endete, muss ein Phaetonfahrer ins Gefängnis.

Für seine betrunkene Raserei, die für einen Rollerfahrer tödlich endete, muss ein Phaetonfahrer ins Gefängnis.

Dresden.„Es gibt so viele Verkehrstote in Deutschland, jeder ist einer zuviel“, sagte David K. am Montag im Amtsgericht. Da hat der Mann völlig recht, nur warum ist ihm diese Erkenntnis erst gekommen, als er selbst einen Menschen getötet hat?

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Warnschüsse hatte es genug gegeben. Der 32-Jährige ist wegen Verkehrsdelikten mehrfach vorbestraft: Er war gerast, war betrunken gefahren und ohne Führerschein. Der war ihm abgenommen worden, weil er alkoholisiert mit dem Auto unterwegs war. Was den Angeklagten aber nicht daran hinderte, weiter quer durch die Republik zu fahren.

So auch am 18. Februar 2018: David K. traf sich mit einem Geschäftspartner in einer Kneipe, trank reichlich Alkohol, setzte sich trotz Warnung seines Freundes hinters Steuer seines Phaetons und fuhr nach Hause. David K. war nicht nur betrunken, sondern auch viel zu schnell unterwegs – der Gutachter ging von mindestens 80 km/h, eher von 100 km/h aus. Außerdem soll der Angeklagte nicht auf die Straße geschaut, sondern mit seinem Handy gespielt haben.

Deshalb übersah er schließlich auf dem Zellschen Weg Rene Q., der mit einem Roller in der rechten Spur unterwegs war. Ohne zu bremsen, fuhr der Angeklagte auf das Moped auf. Dessen Fahrer flog auf den Kühler, knallte auf die Frontscheibe, wurde durch die Luft gewirbelt und landete nach 50 Metern auf der Straße.

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David K. aber fuhr einfach weiter. Er habe unter Schock gestanden, sagte er vor Gericht, zudem „habe er doch nicht einfach auf einer Bundesstraße halten dürfen...“

Eine nachfolgende Autofahrerin hielt an und kümmerte sich mit Passanten um das Opfer. Rene Q. erlitt schwerste, und wie die Gerichtsmedizinerin sagte, sehr schmerzhafte Verletzungen. Er starb am nächsten Tag im Krankenhaus.

Gehalten hat David K. erst 1,8 Kilometer später – weil er einfach nicht weiterkam. Der Roller hatte sich unter der Schürze seines Phaetons verkeilt und wurde funkensprühend mitgeschleift. Das Auto fing wenig später Feuer.

Der Angeklagte rief einen Freund an und erzählte, dass „sein Auto brenne.“ Vom Unfallopfer kein Wort. David K. entschuldigte sich am Montag wortreich beim Vater des Opfers. Das bringt dem alten Mann den Sohn und Rene Q’s.behinderten Sohn den Vater nicht zurück.

David K. wurde wegen fahrlässiger Tötung, Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Trunkenheit im Verkehr und Unfallflucht zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt.

Von Monika Löffler

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