Stadtrat

Linke und Grüne – ökologisch und sozial wirtschaften

Symbolfoto

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Dresden. Die Eigenbetriebe der Landeshauptstadt Dresden und die Unternehmen, an denen die Stadt beteiligt ist, sollen sich einer Gemeinwohlbilanzierung unterziehen. Das fordern Linke und Grüne im Stadtrat mit einem interfraktionellen Antrag. Eine Fachveranstaltung zur Gemeinwohl-Ökonomie für interessierte Unternehmen soll von der Verwaltung organisiert und ein kommunales Förderprogramm zur Unterstützung der Gemeinwohlbilanzierung von in Dresden ansässigen Unternehmen aufgelegt werden.

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Die Mehrheit der Deutschen wünschen sich ein anderes ökonomisches System, erklären Ronny Keydel und Carsten Schulz von der Dresdner Regionalgruppe Gemeinwohlökonomie. Es gehe nicht darum, die Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus umzuwerfen, sondern um eine Form des besseren Wirtschaftens. „Die Allgemeinheit muss die Kosten für kranke Mitarbeiter oder Umweltverschmutzung tragen. Warum also sorgen wir nicht dafür, dass diese Kosten gar nicht erst anfallen?“, fragt Keydel.

Die Antwort liege in der Gemeinwohlökonomie, in der nicht nur der maximale Profit im Mittelpunkt stünde, sondern auch Faktoren wie nachhaltige Produktion, zufriedene Mitarbeiter oder Umweltschutz. Die Stadt könne Unternehmen, die sich an solchen Kriterien orientieren, bei der Vergabe von Aufträgen fördern. „Es sollte nicht der billigste Anbieter den Zuschlag erhalten, sondern derjenige, der die höchste Punktzahl bei der Gemeinwohl-Zertifizierung erreicht hat“, erklärt Schulz eine Möglichkeit.

Wenn städtische Unternehmen bei der Zertifizierung voranschreiten würden, könnten sie eine Vorbildrolle für die Dresdner Betriebe einnehmen. Eine Orientierung auf das Gemeinwohl könne auch dem Fachkräftemangel entgegenwirken. „Bei uns arbeiten zwei Maschinenbau-Ingenieure mit, die viele Jobangebote abgelehnt und sich bewusst für Unternehmen entschieden haben, die ihren ethischen Werten nahestehen“, sagt Keydel.

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17 Mitglieder umfasse die Dresdner Regionalgruppe, das politische Spektrum reiche von links über die Mitte bis nach rechts. „Wir haben die Anregungen der Regionalgruppe gerne aufgenommen“, erklärt Linke-Stadträtin Kerstin Wagner, „vielleicht kann die Stadt eine Vorreiterrolle übernehmen.“ Torsten Schulze, wirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen, sieht die Chance, Einfluss auf die Lieferanten der Stadt zu nehmen. „Wir sollten Anreize setzen, damit sich Unternehmer ökologischen und sozialen Fragen stellen“, findet er.

In Stuttgart, so Keydel, gebe es in der städtischen Wirtschaftsförderung eine Mitarbeiterin, die Unternehmen zur Gemeinwohlökonomie berate. „Dahin wollen wir in Dresden auch kommen.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

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