Diakonissenkrankenhaus

Lichtkunst von Dresdner Studenten soll schwer kranken Patienten helfen

Pflegedirektor Michael Junge, Kunsttherapeutin Swaantje König und Studentin Sarah Brodbeck sind gespannt, wie die Lichtkunst bei Patienten ankommen wird.

Pflegedirektor Michael Junge, Kunsttherapeutin Swaantje König und Studentin Sarah Brodbeck sind gespannt, wie die Lichtkunst bei Patienten ankommen wird.

Dresden. Ganz pragmatisch steht es über dem Lichtschalter: „Kunst“. Wer den Schalter auf der Intensivstation des Dresdner Diakonissenkrankenhauses drückt, aktiviert die neue Lichtkunstinstallation an der Zimmerdecke eines Patientenzimmers. Schwer kranke Menschen, die zum Beispiel aus dem Koma erwachen, sich kaum bewegen können oder verwirrt sind, sehen dann von ihrem Bett aus weiche, sanft leuchtende Formen in verschiedenen Farben.

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Die Idee stammt von den Kunsttherapie-Studentinnen Sarah Brodbeck und Yvonne Engelhardt von der Hochschule für bildende Künste (HfBK) in Dresden. Vor einem Jahr präsentierten die Seminarteilnehmer dem Diakonissenkrankenhaus verschiedene Entwürfe zur Neugestaltung der Intensivzimmer (DNN berichteten).

Schon zuvor hatte das Pflegeteam die Studenten zu Workshops eingeladen, um sich mit der Situation in einer Intensivstation vertraut zu machen. „Dass Intensivstationen mit Bildenden Künstlern zusammen arbeiten ist Neuland“, sagt Swaantje König. Sie hat als Bildende Künstlerin und Kunsttherapeutin das Projekt intensiv begleitet.

Natürlicher Tageslichtwechsel wird nachgeahmt

Die organischen Formen in orange sollen der Farbtherapie nach Wärme und Geborgenheit ausstrahlen, grüne Leuchten ahmen die Heilwirkung der Natur und Geborgenheit nach. Statt der vorherigen Neonröhren, sind nun Lichtfelder in die Decke integriert, die das Ärzte- und Pflegeteam anschalten kann, um sehr helles Licht für Untersuchungen zu haben.

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„Die Patienten liegen bis zu mehreren Monaten auf der Intensivstation“, berichtet Pflegedirektor Michael Junge. An der Lichtinstallation, dessen Konzept das Krankenhaus überzeugte, arbeitete das Seminar schließlich zusammen. Mit wechselnden Lichtzusammensetzungen, wie Blau- und Rotanteilen, soll der natürlichen Tagesrhythmus simuliert werden.

Farben könnten Risiko für Halluzinationen senken

Junge hofft mit der Lichtkunst die Sinne der Intensivpatienten heilungsfördernd anzuregen und das Risiko für Halluzinationen zu mindern.

Eine Herausforderung für die Studenten waren die Normvorgaben und notwendigen Gerätschaften auf der Intensivstation, wie zum Beispiel bestimmte Helligkeitsanforderungen, Brandschutz und Freiraum für Schwenkarme von medizinischen Geräten. Auch wichtig ist, dass die Lichtinstallation die Hautfarbe der Patienten nicht verfälscht.

Patientenbefragungen sollen Wirkung testen

Daher entschieden sie sich für den Brandschutz-zugelassenen PETG-Kunststoff. Die Formen entstanden in den Werkstätten der Semperoper, die das Projekt ebenfalls mit unterstützte. Im Maßstab 1:1 zeichneten die Studenten das Behandlungszimmer nach, um die Position der Leuchten zu bestimmen. Unter Hitze wurde das Material dann geformt.

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Ob das mit Kosten von rund 16 000 Euro und viel Engagement verbundene Projekt seine erhoffte Wirkung erfüllt, sollen Evaluationsstudien in einem Jahr zeigen. Dann wird auch darüber entschieden, ob die drei weiteren Zimmer der Intensivstation mit Lichtkunst an der Decke patientenfreundlicher gestaltet werden.

Mehr über die Lichtkunst im Diakonissenkrankenhaus und andere Projekte der HfBK-Studenten erfahren Interessierte bei der Jahresausstellung. Die Fächer Restaurierung, Bühnen- und Kostümbild, Theaterausstattung und Kunsttherapie eröffnen die Schau am 14.Juli um 16.30 Uhr in der Güntzstraße 34.

Von Tomke Giedigkeit

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