Skiweltcup 2019

Langlaufelite kommt wieder nach Dresden

Die neue Strecke des Ski-Weltcups am Elbufer.

Die neue Strecke des Ski-Weltcups am Elbufer.

Dresden. Eine makellose Umweltbilanz, ein enormer Werbewert für Dresden und ein Gewinn für die Tourismuswirtschaft – René Kindermann und Torsten Püschel, die Organisatoren des Ski-Weltcups, ziehen eine rundum positive Bilanz. Am 12. und 13. Januar 2019 kommt die Elite des Nordischen Skisports wieder nach Dresden und kämpft um Weltcuppunkte. Auf einer neuen, kürzeren Strecke, an der aber mehr Zuschauer Platz finden sollen.

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Dresden hat 300 000 Euro für den Skiweltcup gegeben. Was hat die Stadt dafür bekommen?

Allein in Europa haben 53 Millionen Zuschauer das Sportereignis im Fernsehen verfolgt, hat eine Agentur ermittelt, so Püschel und Kindermann. Die Sendezeit habe einem Werbeäquivalent von 3,2 Millionen Euro entsprochen. Heißt: Soviel hätte es gekostet, wenn die Stadt Werbespots gekauft hätte. Allein die Fernsehbilder, in denen die Dresden-Kulisse gezeigt wurden, seien 1,022 Millionen Euro wert gewesen.

Wie hat der Dresden-Tourismus von dem Sportereignis profitiert?

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Im Januar kamen 15,9 Prozent mehr Touristen im Vergleich zum Vorjahresmonat nach Dresden. Die Zahl der Auslandstouristen stieg um 25,7 Prozent. „Das schreiben wir uns auf die Fahne“, erklärte Püschel. Neben den Zahlen habe es nicht messbare Effekte gegeben. „Die Skandinavier entdecken Dresden wieder“, so der Organisator. Auf der Reisebörse Travel Mart Anfang Mai hätten viele Reiseveranstalter aus Skandinavien den Weltcup angesprochen. Der Anteil der skandinavischen Touristen an den Dresden-Besuchern ist im Moment noch äußerst gering. Die Weltcup-Fernsehbilder seien aber auch stundenlang im für Dresden wichtigen russischen Markt gelaufen.

Hatte auch die Dresdner Wirtschaft etwas vom Weltcup?

„Wir haben 80 Prozent der Aufträge an Unternehmen aus der Region vergeben“, so Kindermann. Ob Catering, Sicherheitsdienst oder Zelte – Firmen aus Dresden und Umgebung hätten profitiert.

Haben sich die Veranstalter am Weltcup eine „Goldene Nase“ verdient?

Der Etat habe 1,2 Millionen Euro betragen, so Kindermann. „Wir sind mit einer roten Null herausgekommen“, erklärte er. 300 000 Euro von der Stadt, 300 000 Euro vom Freistaat sowie Sponsorenleistungen von Firmen hätten den Etat gedeckt. 2019 würden die Kosten sinken. Ein Schallschutzgutachten müsse nicht neu erstellt werden, die Kosten für den Sicherheitsdienst dürften sinken. „Ich denke, wir konnten alle davon überzeugen, dass es sich nicht um ein Fußballspiel, sondern ein familienorientiertes Sportereignis handelt“, so Püschel.

Fließen die öffentlichen Zuschüsse wieder?

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Der Dresdner Stadtrat entscheidet im August, ob die 300 000 Euro für die nächsten vier Jahre fließen. CDU, FDP/Freie Bürger und SPD sind dafür, die Linken strikt dagegen, die Grünen im Abwägungsprozess. Der Grünen-Kreisverband hat sich dagegen ausgesprochen, die Stadtratsfraktion ist aber an das Votum nicht gebunden. Der Freistaat entscheidet jedes Jahr neu. „Es sieht gut aus für 2019“, so Püschel.

Umweltschützer haben gegen das Sportereignis protestiert. Zu Recht?

Nein, sagen die Veranstalter. Der Kunstschnee sei mit „grünem Strom“ aus Regenwasser erzeugt worden. Die Elbwiesen hätten keinen Schaden genommen. Und ein Weltcup in der Stadt sei mit kurzen Wegen verbunden. Zuschauer können mit Bus, Bahn oder Fahrrad anreisen, die Athleten laufen vom Hotel zur Wettkampfstrecke. Sieben Kubikmeter Müll seien entsorgt worden, Beschwerden über Lärm habe es nicht gegeben.

Welche Neuerungen gibt es 2019?

Die Strecke wird von 1,2 Kilometern auf 850 Meter verkürzt, die Athleten müssen sie zweimal zurücklegen. In der Arena an der Staatskanzlei sollen mehr Besucher Platz finden, auch entlang der Strecke soll es mehr Zuschauerplätze geben. Auf dem Neustädter Markt soll ein Fahrradparkplatz eingerichtet werden. Die Sperrung des Elberadweges wird gemeinsam mit dem Allgemeinen Fahrradclub Dresden geplant und eingerichtet, versprechen die Organisatoren.

Wird der Kunstschnee wieder am Flughafen in Klotzsche produziert?

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Ja. Die Schneemaschinen sind in Klotzsche eingelagert und werden im Dezember in Betrieb genommen.

Püschel und Kindermann arbeiten als Sportjournalisten für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Können unabhängige Berichterstatter Sportwettkämpfe veranstalten, wurde intensiv thematisiert. Haben die Veranstalter eine Zukunft beim mdr?

Wie ein mdr-Sprecher mitteilte, werden Püschel und Kindermann nicht mehr über Skilanglauf-Veranstaltung des Internationalen Skiverbandes FIS berichten. Die FIS trägt den Ski-Weltcup aus. Ein generelles Verbot für Wintersportveranstaltungen, also auch für FIS-Wettkämpfe der Nordischen Kombination, gebe es nicht. „Wir gehen davon aus, dass wir im Wintersport eingesetzt werden“, erklärte Püschel.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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