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Dobritz

Karbon-Reinraumlabor für Forscher der TU Dresden

Um Karbongarn zu erzeugen, werden jeweils bis zu 50 000 Kohlenstofffasern benötigt.

Um Karbongarn zu erzeugen, werden jeweils bis zu 50 000 Kohlenstofffasern benötigt.

Dresden. In einer früheren Spitzenmanufaktur und späteren Mikroelektronik-Fabrik in Dobritz bekommen die Leichtbau- und Textiltechnik-Ingenieure der Technischen Universität Dresden (TUD) nun einen Reinraum, in dem sie Karbonfasern züchten und verarbeiten können. Sie wollen den Reinraum offiziell Anfang November 2018 in Betrieb nehmen.

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„Die weltweit einzigartige Anlage bildet die Grundlage für die Forschung sächsischer Wissenschaftler an maßgeschneiderten Kohlenstofffasern, die durch ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten ein hohes Innovationspotential aufweisen“, schätzte das Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) der TU Dresden als Projektpartner ein. „Um die besten Ergebnisse zu erzielen, ist die Anlage in einem Reinraum in Dresden Dobritz aufgestellt worden, der Prozesse unter Laborbedingungen unabhängig von Partikeln in der natürlichen Umgebungsluft und unter konstanten Parametern erlaubt.“

Die Karbonfaser-Anlage gehört zum Karbonforschungszentrum „Research Center Carbon Fibers Saxony“ (RCCF), das Wissenschaftler des „Instituts für Textilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik“ (ITM) und des ILK der TU Dresden gemeinsam im April 2016 gegründet hatten. In diesem RCCF wollen sie interdisziplinär ausloten, wie Kohlenstofffasern effektiver im Automobilbau, in der Luft- und Raumfahrtechnik, im Bauwesen und in der Medizin- und Sportgerätetechnik eingesetzt – und vor allem auch wiederverwertet werden können.

Der Standort an der Breitscheidstraße in Dresden-Dobritz hat eine lange industrielle Traditionslinie, die allerdings nicht immer glücklich verlief. Zu DDR-Zeiten befand sich dort Dresdner Spitzenmanufaktur. In deren Färberei-Gebäude baute zunächst die Magdeburger Firma Azzurro einen Reinraum ein, um dort spezielle Gallium-Nitrid-Chipscheiben (Wafer) für Leistungselektronik zu erzeugen. 2014 war das Unternehmen pleite.

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Wenig später übernahm dann Sascha Kühn mit seiner Mini-Brennstoffzellen-Firma „eZelleron“ den Komplex. Er konnte die versprochenen Mini-„Kraftwerke“ aber nicht liefern und ging ebenfalls pleite.

Nun sind wieder die Textilexperten am Zuge. Sie bekommen durch die Reinraumumgebung bessere Forschungsbedingungen für ihre Faseranlage.

Von Heiko Weckbrodt

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