Grünes Gewölbe

Juwelendiebstahl-Prozess in Dresden: Gericht lehnt Antrag auf Aussetzung ab

Die Angeklagten im Prozess um den Juwelenraub im Grünen Gewölben sitzen vor Prozessbeginn im Verhandlungssaal auf ihren Plätzen.

Die Angeklagten im Prozess um den Juwelenraub im Grünen Gewölben sitzen vor Prozessbeginn im Verhandlungssaal auf ihren Plätzen.

Dresden. Im Prozess um den Einbruch ins Dresdner Grüne Gewölbe und den Diebstahl kostbarer historischer Juwelen hat die Jugendkammer des Landgerichts einen weiteren Antrag auf Aussetzung abgelehnt. Der Verteidigung seien die Aufnahmen der Videoüberwachungsanlage im und am Residenzschloss nicht rechtzeitig zur Verfügung gestellt worden, um diese mit den Mandanten besprechen und bewerten zu können, kritisierte Rechtsanwalt Prof. Michael Nagel am Freitag. Die Aufnahmen seien ein „zentrales Beweismittel“ der Staatsanwaltschaft für den ermittelten Tathergang. Ein Einstieg in die Beweisaufnahme nehme seinen Mandaten daher das Recht „auf effektive Verteidigung“.

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Beute im Wert von mehr als 113 Millionen Euro

Der Vorsitzende Richter Andreas Ziegel verkündete daraufhin vor dem ersten Zeugen den Ablehnungsbeschluss der Kammer zum gleichlautenden Antrag vom 28. Januar. Eine Aussetzung komme nicht in Betracht, da „weder eine unvollständige Gewähr von Akten“ vorliege noch eine Beeinträchtigung der Fairness. Den Verteidigern sei „regelmäßig und vollständig“ Einsicht in die zum Zeitpunkt der Anklageerhebung vorgelegten Akten und Datenträger gewährt worden.

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Der Prozess gegen sechs junge Männer zwischen 22 und 28 Jahren hatte am 28. Januar begonnen. Die Deutschen, allesamt aus einer bekannten arabischstämmigen Berliner Großfamilie, sind wegen schweren Bandendiebstahls, Brandstiftung und besonders schwerer Brandstiftung angeklagt. Nach Überzeugung der Ermittler haben sie den Einbruch am 25. November 2019 akribisch geplant und auch mit Stippvisiten nach Dresden vorbereitet. Sie sollen 21 Schmuckstücke mit insgesamt 4300 Diamanten und Brillanten im Gesamtwert von über 113 Millionen Euro gestohlen haben.

Die 22- bis 28-Jährigen wurden bei mehreren Razzien in Berlin gefasst. Weil zwei von ihnen zur Tatzeit erst 20 Jahre alt waren, verhandelt die Große Strafkammer als Jugendkammer - in einem Hochsicherheitssaal des Oberlandesgerichts, in dem bereits mehrere Verfahren mit Terror-Hintergrund geführt wurden.

Von dpa

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