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Johanna-Grundschule

Internationaler Schulgarten sucht Spenden

Für einige der Zweitklässler an der Johanna-Grundschule sind Schnee und Eis neu – im Schulgarten lernen sie, was auch bei Kälte wächst.

Für einige der Zweitklässler an der Johanna-Grundschule sind Schnee und Eis neu – im Schulgarten lernen sie, was auch bei Kälte wächst.

Dresden. So vielfältig wie die Kinder der multikulti-Grundschule „Johanna“ in der Johannstadt sind auch ihre Wünsche für den Schulgarten: „Wir wollen ein Vogelhaus und größere Beete“, sagt Wessam aus der vierten Klasse. „Ein Ecke, die Wald ähnelt“, hätte der zehnjährige Conrad gerne. Taim aus der zweiten Klasse interessiert sich hingegen mehr für Tiere. „Eine Schlange wäre toll“, sagt er. Doch da hat seine Lehrerin und Schulgartenverantwortliche der 102. Grundschule Kathrin Keßler auch noch ein Wörtchen mitzureden.

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Aktuell läuft eine Crowdfunding-Kampagne der Schule, um weitere Projekte im Schulgarten realisieren zu können. „Wir wollen eine Kräuterschnecke anlegen, die mit Gewürzen aus den Herkunftsländern der Schüler bepflanzt werden kann“, sagt Keßler.

Im Herbst konnte die Schule bereits mit Unterstützung des Vereins „Dresden-Place to be“ und Eltern ei­ne Hecke für den Schulgarten finanzieren. „Die soll zum Beispiel verhindern, dass Leute vom nahen Parkplatz aus Müll in den Garten werfen“. Gartenbauingenieur Volker Croy bot seine Hilfe an und suchte Heckenpflanzen aus, die nicht ausgerechnet dann reife Früchte tragen, wenn die Schüler in den Sommerferien sind.

Mehr als die Hälfte der rund 270 Grundschüler hat einen Migrationshintergrund. Auch Deutsch müssen viele erst lernen als Zweitsprache. „Der Schulgarten ist auf vielen Ebenen hilfreich“, sagt Keßler. Er dient den Kindern als Rückzugsort in den Pausen, als vielfältiges Anschauungsobjekt im Sachkunde-Unterricht und vernetzt die Eltern untereinander, wenn sie bei der Gestaltung des Schulgartens mithelfen. „Hier kann jeder mit anpacken, egal ob er schon gut Deutsch spricht oder nicht“, sagt die Schulgartenverantwortliche.

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Mit dem Geld aus der Crowdfunding-Kampagne, die noch bis Mittwoch läuft, sollen unter anderem auch eine Wildblumenwiese, größtere Hochbeete und ein Insektenhotel finanziert werden. Viele der Johanna-Grundschüler kennen aus ihrer Heimat ganz andere Tiere und Pflanzen. So gab es schon Angst vor vermeintlichen Skorpionen im Garten, die sich als harmlose Ohrenkneifer entpuppten.

Andersherum könnten die deutschen Kinder und Lehrer von den Kindern mit Migrationshintergrund etwas über exotische Pflanzen und Gewürze lernen, die auch im Schulgarten ihren Platz finden sollen. „Es ist wichtig, dass auch die Kinder, die keine deutschen Muttersprachler sind, in die Position kommen, ihren Mitschülern etwas erklären zu können“, sagt Keßler. Deshalb gibt es in der Johanna-Grundschule schon seit längerer Zeit eine immer wechselnde „Sprache der Woche“. Dann bringen Kinder aus über 30 Nationen ihren Mitschülern Lieder und Be­grüßungen in ihrer Muttersprache bei. „Mit dem Schulgarten wollen wir dieses Potenzial der Vielfalt noch mehr herauskitzeln“, sagt Keßler.

Die Crowdfunding-Kampagne ist unter 99funken.de/neuer-schulgarten verfügbar.

Von Tomke Giedigkeit

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