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Gerichtsbericht

Immer Ärger mit den Nachbarn – Familie beleidigt andere Mieter

In Absprache mit der Staatsanwaltschaft wurde das Verfahren gegen Geldauflagen eingestellt.

In Absprache mit der Staatsanwaltschaft wurde das Verfahren gegen Geldauflagen eingestellt.

Dresden.„Wir waren alle froh, als sie ausgezogen waren, auch die Leute im Nachbarhaus“, sagte eine 39-Jährige im Amtsgericht. „Seitdem ist es angenehm ruhig“, ergänzte ein weiterer Zeuge. Sechs Jahre wohnte Familie W./S. in einem Haus an der Großenhainer Straße und hat dort einen bleibenden Eindruck hinterlassen – die ganze Zeit hing der Haussegen schief. „Das fing bei deren Einzug schon an. Seitdem gab es ständig Lärm, Beschimpfungen, Beleidigungen und Streit. Wir haben uns oft bei der Hausverwaltung beschwert“, erinnerte sich ein Mieter.

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Am Montag standen Mutter Claudia W., Tochter Lisa S. und Schwiegersohn Tobias K. vor Gericht. Das Trio soll in wechselnder Besetzung die Nachbarn beschimpft haben: „Schlampe", „Assis“, „Fotze“, „Analphabeten“. Tobias K. habe, so die Anklage, zudem einer Nachbarin eine in die „Fresse“ angedroht und Lisa S. einem Nachbarn ins Gesicht geschlagen und einen Tritt vor die Brust verpasst.

Lautstarker Protest auf der Anklagebank: „Stimmt nicht!“ Die anderen seien Schuld, sie hätten angefangen und die Familie gemobbt. „Ich nehme solche Ausdrücke nicht in den Mund. Bei mir heißt es Charakter, Ehre und Anstand“, erklärte Mutter Claudia. Auch die anderen beiden Angeklagten wiesen die Vorwürfe empört zurück. „Ich habe ihm eine runter gehauen, weil er mich gewürgt hat, aber ich habe ihn nicht getreten“, erklärte Lisa S. Stimmt nicht, so der Nachbar. „Sie trat gegen die Tür, als ich öffnete, klatschte sie mir eine. Ich schob sie zurück, sie schrie, ich lies los und sie trat mir Bruce-Lee-mäßig gegen die Brust. Ich war erstaunt, dass sie das hinbekommen hat.“

Das Ganze ist schon Jahre her, aber jedes Wort, jede Aussage wurde temperamentvoll kommentiert, knapp an neuen Beleidigungen vorbei. Richterin Birgit Keeve musste das Trio mehrmals zur Ordnung rufen. „Kindergarten“, nannte sie das Ganze treffend. Die Familie ist inzwischen ausgezogen und seitdem herrscht Ruhe in dem Wohnhaus an der Großenhainer Straße. In Absprache mit der Staatsanwaltschaft wurde das Verfahren wegen Beleidigung, Körperverletzung und versuchter Nötigung gegen Geldauflagen an den Verein „Opferhilfe“ eingestellt. Claudia W. und Tobias K. müssen 100 Euro zahlen, Lisa S. 250 Euro. Die Angeklagten stimmten zu – unter lautstarkem Protest versteht sich.

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Von Monika Löffler

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