Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

 

Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

An der Herzogin Garten

Historische Sandsteinfassaden der Orangerie fertiggestellt

Reinhard und Robin Saal (v.l.) positionieren die steinerne Vase auf der Balustrade der Orangerie.

Reinhard und Robin Saal (v.l.) positionieren die steinerne Vase auf der Balustrade der Orangerie.

Dresden.Seit der Zerstörung der Orangerie An der Herzogin Garten vor 73 Jahren wurden vielfältige Versuche eines Wiederaufbaus unternommen. 2013 erwarb die Saal GmbH das historische Gebäude und steckte seither nicht nur viel Geld, sondern auch Herzblut in die Rekonstruktion. Am Mittwoch versetzte der Bauherr Reinhard Saal nun gemeinsam mit dem Steinmetz Hermann Graser eine 200 Kilogramm schwere steinerne Vase auf der Balustrade des Bestandsportal-Kopfbaus der Orangerie. Der feierliche Akt markierte symbolisch den Abschluss der Rekonstruktionsarbeiten der Fassaden.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Bauherr Saal zeigte sich sichtlich beeindruckt von diesem Ereignis: „Das ist schon ein besonderer Tag heute. Der Wiederaufbau der Orangerie in Dresden ist eine große Ehre für mich und die ganze Familie“. Die Arbeiten seien ohne größere Komplikationen verlaufen, auch Unfälle habe es während der gesamten Zeit nicht gegeben. Einzig die Kosten seien etwas höher ausgefallen, als geplant. Um 30 bis 35 Prozent sei das ursprünglich geplante Budget überzogen worden, gerade zum Ende hin habe sich abgezeichnet, dass alles etwas teurer werden wird, als gedacht.

Traurig ist Saal darüber nicht: „Das dicke Ende kommt eben immer zum Schluss“, lacht der Bauherr. „Sicher wäre all das auch einfacher und preiswerter gegangen, aber wenn wir was machen, dann machen wir das auch gleich richtig“. Dazu gehört auch die Rekonstruktion des Originalzauns. Acht der noch vorhandenen historischen Zaunsfelder wurden bereits bei Aust & Köckritz restauriert. 48 weitere Zaunsfelder werden aktuell originalgetreu nachgegossen, eine Fertigstellung des Zauns wird zum Jahresende erwartet. Mit dem bisherigen Ergebnis ist Saal mehr als zufrieden: „Da gibt es keine Steigerung mehr“.

Die Orangerie war bei der Bombardierung Dresdens 1945 stark beschädigt worden. 1966 wurden große Teile des Gebäudes abgerissen, erhalten blieb lediglich das Eingangsportal an der Ostra-Allee. Dieses wurde jetzt beim Wiederaufbau integriert.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Bei der Restauration wurde mit viel Liebe zum Detail gearbeitet. Originalteile wurden aufwendig gescannt und nach historischem Vorbild der Neorenaissance-Architektur Otto von Wolframsdorfs aus dem Jahre 1941 nachempfunden. Insgesamt 2166 einzelne Werkstücke mit einem Gesamtvolumen von 140,51 Kubikmeter Sandstein wurden bearbeitet und versetzt. „Uns war vor allem wichtig, die ursprüngliche Handschrift der Originale beizubehalten“, erklärt Thomas Bauer vom Dresdner Büro bauer lauterbach, das für die Planung der historischen Fassaden und Steintechnik verantwortlich zeichnet. Die Firma ist spezialisiert auf die Restaurierung und Rekonstruktion historischer Fassaden, auch am Berliner Schloss, der derzeit größten Kulturbaustelle Deutschlands, plante sie wesentliche Teile mit.

Umgesetzt wurde die Restaurierung der Fassaden des Bestandsportal-Kopfbaus letztlich durch die Sächsische Firma Steinmetz Schubert und Bildhauer sowie Bildhauer Jan Dietrich. Dafür wurden ausschließlich Varietäten von Cottaer, Postaer und Reinhardsdorfer Sandstein verwendet. Für die Rekonstruktion der Sandsteinfassaden zeichnet das Bamberger Natursteinwerk Hermann Graser verantwortlich. Vollauf begeistert vom Ergebnis zeigte sich auch Hermann Graser Junior. Der 12-Jährige ist sich schon jetzt sicher, in die Fußstapfen seines Vaters treten zu wollen, hilft in den Ferien bereits im Familienbetrieb tatkräftig mit. Dass das Rohmaterial ausschließlich aus regionalen Steinbrüchen stammt, findet er besonders toll. Auch outet er sich als Fan der historischen Bauweise: „Ich finde es viel schöner, Altes wieder herzurichten als einfach irgendwo einen Betonklotz hinzustellen und den irgendwie anzumalen“.

Hermann Graser Junior vor dem Übergang der rekonstruierten zur ursprünglichen Fassade.

Hermann Graser Junior vor dem Übergang der rekonstruierten zur ursprünglichen Fassade.

Spätestens im November/Dezember dieses Jahres, so Bauherr Saal, sollen die Arbeiten dann auch im Innenbereich komplett abgeschlossen sein. Im Objekt entstehen zwei Gewerbeeinheiten sowie mehrere Wohnungen zwischen 70 und 240 Quadratmetern. Die Fertigstellung der historischen Parkanlage wird ebenfalls zum Jahresende erwartet. Der Park wird dann zu den Tagzeiten der Öffentlichkeit kostenlos zugängig sein.

Von Kaddi Cutz

Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.