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Dresdner Norden

Globus-Konflikt gefährdet Bosch-Investition

Auf diesem Areal soll die modernste Chipfabrik der Bosch-Gruppe entstehen.

Auf diesem Areal soll die modernste Chipfabrik der Bosch-Gruppe entstehen.

Dresden.Im Eilverfahren soll der Stadtrat am Donnerstag die Ansiedlung von Bosch im Dresdner Norden retten. Eine Milliarde Euro investiert der Technologiekonzern in sein neues Werk, das durch den Widerspruch gegen eine Teilgenehmigung des Baus gefährdet ist. Die Stadtverwaltung will für das gesamte Gebiet eine Veränderungssperre verhängen, die Nutzungen wie Einzelhandel, Beherbergungsbetriebe oder Wohnungen reglementiert. Mit dieser Änderung geht der Widerspruch ins Leere.

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Kommt ein Einkaufsmarkt?

Hintergrund des Verfahrens ist nach DNN-Informationen die ungelöste Frage der Ansiedlung des Einzelhandelskonzerns Globus in Dresden. Das Unternehmen hat sich eine Kaufoption für das Nachbargrundstück von Bosch gesichert. Es will aber eigentlich einen Einkaufsmarkt auf dem Grundstück des Alten Leipziger Bahnhofs in der Leipziger Vorstadt errichten.

Insider gehen davon aus, dass Globus im Norden Druck aufbauen will, um am Leipziger Bahnhof voranzukommen. Denn dort ist das Einzelhandelsunternehmen keinen Millimeter vorangekommen. Statt eines Marktes sollen dort Wohnungen und Büros entstehen.

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„Wir warten die Sondersitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Bau ab“, kündigte CDU-Fraktionsvorsitzender Jan Donhauser an. Diese findet vor der Stadtratssitzung statt. „Interessant ist die Frage, ob die Verwaltung mit Globus gesprochen hat.“ Die Fraktion behalte es sich vor, die Eilbedürftigkeit der Angelegenheit zu prüfen.

Heimlichtuerei und Intransparenz?

Die Linken kritisierten Heimlichtuerei und Intransparenz bei der Wirtschaftsförderung von Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP). „Bei dem BOSCH-Werk in Rähnitz-Nord handelt es sich um die wichtigste Ansiedlung der letzten Jahre – verbunden mit mehreren Hundert Arbeitsplätzen. Und trotzdem ist es der Verwaltung mit dem Oberbürgermeister an der Spitze nicht gelungen, das Projekt bauplanungsrechtlich abzusichern„, erklärte Bauexperte Tilo Wirtz.

„Mangelnde Koordinierung der Geschäftsbereiche Wirtschaft, Umwelt und Stadtentwicklung durch den Oberbürgermeister haben in eine kritische Situation geführt.“ Dafür trage Hilbert persönlich die Verantwortung. Der Stadtrat sei aufgefordert, ein aufmerksames Auge auf die Vorgänge in der Wirtschaftsförderung zu werfen, erklärte Wirtz.

Michael Schmelich, Finanzpolitiker der Grünen, sicherte dagegen Hilbert die volle Unterstützung zu. „Das Anliegen des Oberbürgermeisters ist begründet. Bosch ist eine ganz wichtige Ansiedlung, das Projekt darf nicht scheitern. Wir dürfen nicht zögern, wir müssen handeln“, so der Grünen-Stadtrat.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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