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DDR-Flugzeugbau

Flugzeuglegende 152 findet neuen Standort am Flughafen Dresden

Das Turbinenstrahlflugzeug 152 hat einen neuen Standort erhalten.

Das Turbinenstrahlflugzeug 152 hat einen neuen Standort erhalten.

Dresden. 7,1 Tonnen schwer hängt der fast 30 Meter lange Flugzeugkörper am Kranhaken. Vorsichtig ziehen die Männer an ihren Seilen, ihnen bleiben nur wenige Meter Spiel, um den Rumpf des Passagierstrahlflugzeugs Typ 152 durch die Westhalle des Dresdner Flughafens zu bugsieren. Es geht eng zu, und was die Sache nicht einfacher macht: der Flieger muss auch noch um 180 Grad gedreht werden. Nach kurzem Schwebeflug hat der letzte Zeuge des 1961 eingestellten DDR-Flugzeugbaus am Mittwoch einen neuen Standplatz in der gleichen Halle gefunden. Rechtzeitig vor einem wichtigen Jubiläum.

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Am 4. Dezember ist es genau 60 Jahre her, dass der erste Prototyp der 152 in Klotzsche vom Boden abhob. Drei Monate später stürzte dieses Flugzeug bei Ottendorf-Okrilla ab – die Ursache dafür ist bis heute nicht ganz geklärt. Nach zwei weiteren Testflügen eines zweiten Prototyps wurde das DDR-Verkehrsflugzeugsprojekt wegen fehlender Absatzmöglichkeiten eingestampft. Die Prototypen und die bereits in verschiedenen Fertigungsstadien der Serienproduktion befindlichen Flugzeugsrümpfe mussten verschrottet werden, wie Götz Ulrich Penzel, Luftfahrt-Kustos des Dresdner Verkehrsmuseums sagt. Nur wenige fanden zumeist auf Militärflugplätzen bis Ende der 1980er weitere Verwendung. Dann wurde die endgültige Verschrottung angeordnet. Nur ein Rumpf überstand das. Auf dem NVA-Flugplatz Rothenburg bei Görlitz wurde er als Lager genutzt.

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Als die Bundeswehr nach der Wiedervereinigung dort das Sagen übernahm, stellte ein Verein ehemaliger Flieger den Kontakt zum Verkehrsmuseum her. Nach aufwendigem Transport zum Flughafengelände in Dresden und der Restaurierung ist die Flugzeugrumpf der 152 seit 2002 als technisches Denkmal das größte Exponat des Verkehrsmuseums Dresden. Dort weiß man noch nicht recht, wie man Ende des Jahres das Jubiläum des Erstflugs feiern will.

In jedem Fall wird die 152 aufgehübscht. „Wir haben die museale Beschilderung und die Banner an der Treppe, die ins Flugzeug führt, überarbeitet“, sagt Kustos Penzel. Auch an ein neues Beleuchtungskonzept hat man gedacht. Wenn alles klappt, sollen Besucher diese kosmetischen Veränderungen bereits am 6. Mai erleben können, wenn die 152 beim Flughafen-Familientag neben einer Reihe anderer Attraktionen das nächste Mal der Allgemeinheit zugänglich ist. Ansonsten kann das Technikdenkmal bei Flughafen-Führungen besichtigt werden.

„Am neuen Standort kommt die 152 viel besser zur Geltung“, sagt Flughafensprecher Björn-Hendrik Lehmann, nachdem die Männer nach millimetergenauer Arbeit den Alurumpf auf sein Lager gesetzt haben. Die Aktion muss übrigens weder Flughafen noch Verkehrsmuseum bezahlen. Bei den 18 fleißigen Helfern handelt es sich um technisches Personal der Flughäfen Dresden und Leipzig, die für eine Bergungsübung herangezogen wurden. „Es passiert ja zum Glück nicht so oft, dass mal ein Flugzeug dieser Größe geborgen werden muss“, sagt Sprecher Lehmann. Geübt werden müsse das dennoch.

Der Flughafen gewinnt durch die Umsetzaktion vor allem eines: Platz. Der Teil der Halle, in den die 152 vorher stand, soll künftig für Veranstaltungen genutzt werden. Im gegenüberliegenden Teil wird sich „Adventure Rooms Dresden“ mit einem neuen Rätselerlebnis „In 60 Minuten um die Welt“ ansiedeln. Dazwischen steht die 152. Und das für eine ganze Weile, wie Verkehrsmuseums-Kustos Penzel sagt. „Wir könnten sie auch einem Depot unterbringen, aber hier gehört sie her“, sagt er.

Von Uwe Hofmann

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