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Drama am Elbufer

Ertrunkener Zehnjähriger: Polizei geht von tragischem Unglück aus

An der Albertbrücke konnte der Junge am Sonntagnachmittag bewusstlos geborgen werden. Wenig später verstarb das Kind in einer Klinik.

An der Albertbrücke konnte der Junge am Sonntagnachmittag bewusstlos geborgen werden. Wenig später verstarb das Kind in einer Klinik.

Dresden. Fast eine Stunde suchten Polizei und Feuerwehr am Sonntag nach dem zehnjährigen Jungen – Spaziergänger sahen den regungslosen Körper schließlich im Wasser liegen. Trotz sofort herbeigeeilter Einsatzkräfte kommt jede Hilfe zu spät. Kurz darauf verstirbt das Kind in einem Krankenhaus. Es ist das tragische Ende eines Badeunfalls an der Elbe.

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Gegen kurz nach 15 Uhr hatte der Zehnjährige noch gemeinsam mit anderen Kindern im Uferbereich des Fährgartens an der Johannstädter Elbe gespielt. Offenbar um sich abzukühlen, näherten sie sich dem Wasser. Erwachsene waren nicht dabei. Der Zehnjährige hatte nach Angaben der Polizei zuvor ohne Eltern das Haus zum Spielen verlassen.

Offenkundig hatte sich der aus Syrien stammende Junge dann zu weit ins Wasser vorgewagt. Die Polizei vermutet, dass die starke Strömung den Zehnjährigen mit sich riss – bis zur Albertbrücke, wo ihn schließlich kurz nach 16 Uhr eine Polizistin aus dem Wasser ziehen konnte und umgehend mit Erste-Hilfe-Maßnahmen begann. Das Kind ist vermutlich erst durch die Wellen, die ein Dampfer erzeugt hatte, wieder an die Wasseroberfläche gekommen, erklärte ein Sprecher der Feuerwehr gegenüber den DNN.

Die Polizei geht von einem tragischen Unglück aus. Ob der Junge überhaupt schwimmen konnte oder nicht, blieb zunächst offen. „Wir führen wie in solchen Fällen üblich dennoch ein Todesermittlungsverfahren durch“, so Marko Laske, Sprecher der Dresdner Polizei. Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen die Obduktion des Körpers angeordnet.

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Obwohl die Elbe derzeit nur sehr wenig Wasser führt, warnen Experten ausdrücklich vor den Gefahren des Flusses. In der Mitte verläuft eine deutlich tiefere Fahrrinne mit einer deutlich stärkeren Strömung. Grundsätzlich, so erklärt auch Martin Zavesky von der Dresdner Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes, sei das Spielen und Baden in einem Fluss wie der Elbe ein besonderes Risiko.

„Fließende Gewässer, noch dazu eine Schifffahrtsstraße wie die Elbe, sind immer eine Gefahr“, sagt der Leiter der Wasserwacht. Hinzu komme, dass an der Elbe an Brückenpfeilern oder Anlegern gefährliche Sogwirkungen entstehen, die auch geübte Schwimmer unter Wasser ziehen können. Auch deshalb sei das Baden im Umkreis von 200 Metern um Brücken verboten.

Die Lebensretter appellieren, generell nur dort zu baden, wo es auch eine Aufsicht gibt. „Im Ernstfall geht es um Minuten“, so Martin Zavesky. Vor allem sollten Kinder aber nicht unbeaufsichtigt bleiben. „Wenn doch etwas passiert, können Eltern schnell eingreifen“, so der Fachmann.

Von Sebastian Kositz

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