Berufsbildungswerk

Erfolgreiche Ausbildung trotz Handicap

Ausbilder Klaus Kerber erklärt Hans Lorenz eine bautechnische Aufgabe am Computer.

Ausbilder Klaus Kerber erklärt Hans Lorenz eine bautechnische Aufgabe am Computer.

Dresden. Die Ausbildung zum Bauzeichner dauert normalerweise drei Jahre, aber bei Hans Lorenz ist manches anders als normal. Und trotzdem hat es der 23-Jährige geschafft. Nach insgesamt sechs Jahren Lernen mit Unterstützung vom SRH Berufsbildungswerk Dresden kann sich Lorenz nun über seinen Berufsabschluss freuen. Die Ausbildung in einem gewöhnlichen Betrieb wäre für ihn unmöglich gewesen, denn er leidet unter anderem an der Stoffwechselerkrankung Lipodystrophie, die bewirkt, dass er kein Fettgewebe aufbauen kann.

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Er muss beispielsweise sehr häufig essen, um sein Gewicht zu halten. Langes Sitzen oder Stehen ist unmöglich, da seine Knochen schnell anfangen zu schmerzen. Allein der Weg zum Ausbildungsbetrieb mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wäre eine große Herausforderung.

Seine Ausbildung hat Lorenz zusammen mit 66 anderen jungen Menschen mit Handicap am SRH Berufsbildungswerk Dresden dieses Jahr abgeschlossen. Finanziert wird die Ausbildung, die an die speziellen Bedürfnisse der Lehrlinge angepasst ist, durch die Agentur für Arbeit. Hier arbeiten Berater für berufliche Rehabilitation und Teilhabe. Experten wie Jens Waschulewski entscheiden, wer für eine Ausbildung im Berufsbildungswerk in Frage kommt. „Das Ziel ist es, junge Menschen in Arbeit zu bringen. Wenn zum Beispiel durch gesundheitliche Einschränkungen eine betriebliche Ausbildung ausgeschlossen ist, gibt es alternative Wege, um zu einem Berufsabschluss zu kommen. Einer davon ist die Ausbildung in einem Berufsbildungswerk“, erklärt Waschulewski.

Zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres haben 92 junge Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen eine Ausbildung im Berufsbildungswerk Dresden begonnen, 100 starten mit einer berufsvorbereitenden Maßnahme. So wie Lorenz vor sechs Jahren.

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Nachdem er einige Berufe ausprobiert hatte, entschied er sich für die Ausbildung zum Bauzeichner. Zunächst lief alles reibungslos, doch dann wurde er krank. Mehrere Operationen und Rehas waren die Folge. Immer wieder musste er die Ausbildung unterbrechen und das dritte Lehrjahr von vorne anfangen. Doch er hielt trotz der langen Krankheitspausen durch. Es hat sich gelohnt: Ab dem 1. Oktober arbeitet er in einem Dresdner Ingenieurbüro.

Von tg

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