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Fährbetrieb abgelehnt

Elbquerung in Pieschen – Stadtbezirk stimmt Variantenuntersuchung zu

Zum Kirchentag 2011 setzte das letzte Mal eine Fähre zwischen Pieschen und Ostragehege über. Weil sich der Betrieb nicht lohnte, stellten ihn die DVB anschließend ein.

Zum Kirchentag 2011 setzte das letzte Mal eine Fähre zwischen Pieschen und Ostragehege über. Weil sich der Betrieb nicht lohnte, stellten ihn die DVB anschließend ein.

Dresden.Über eine fehlende Elbquerung in Pieschen lässt sich trefflich streiten. Fähre? Brücke? Seilbahn oder gar ein Amphibienbus, wie vergangenes Jahr Verkehrsbürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) vorschlug? Viele Varianten werden diskutiert, sie alle haben Fürsprecher und Gegner. So ist das auch im Stadtbezirksbeirat Pieschen, der nun mehrheitlich einem CDU-Antrag zustimmte, Ordnung in das Variantenwirrwarr zu bringen.

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Klar ist – und das ist auch so ziemlich das einzige, worauf sich alle Seiten einigen können – Pieschen fehlt zwischen Marien- und Flügelwegbrücke ein Weg über die Elbe. Die SPD im Stadtbezirk will dieses Manko durch das Wiederaufleben der Fähre zwischen Pieschener Winkel und Ostragehege beheben. Dort setzten früher die Schlachthofmitarbeiter über. Heute gibt eine Studie das Fahrgastpotential mit 140 Menschen täglich an. Die Dresdner Verkehrsbetriebe lehnen die Fähre deshalb ab. Sie sei mit Investitionskosten über mindestens 4,2 Millionen Euro zu teuer, der Weg vom Fähranleger zum Ostragehe zudem mit mehr als 400 Metern zu weit. Deswegen lasse sich eine Fähre auch nicht sinnvoll ins DVB-Netz integrieren.

Die CDU hat es vor Jahren mit einer Fuß- und Radlerbrücke versucht, die neben der Molenbrücke ins Ostragehege geschlagen werden sollte. „Die hätte jedoch zu einem Riesenbauwerk werden müssen, weil die Richtlinien zur Überbrückung der Bundeswasserstraße so streng sind“, sagt CDU-Stadtrat Veit Böhm. Für solch ein Monstrum fehle der Platz und das Geld. Weil inzwischen immer mehr Varianten aufkamen, zu denen es teils auch schon Untersuchungen gibt, will Böhm nun mit seinem Antrag für ein klares Ranking sorgen: Wie lässt sich wo und mit Vorteilen für welche Verkehrsnutzer in Pieschen die Elbe queren?

Das soll die Stadt untersuchen, wobei auch die von den Verkehrsbetrieben favorisierte Straßenbahnbrücke von Mickten zum Messegelände diskutiert wird. Gegen den Rundumschlag gab es durchaus Widerstand. Vor allem von der SPD, die Böhms Pläne mit einem eigenen Vorschlag ersetzten wollten. Demnach sollte die Fähre so schnell wie es geht eingerichtet werden, um die Dauer zu überbrücken, die die Experten für die Studie benötigen. „Wir möchten verhindern, dass noch mehr Zeit vergeht“, begründet Stadtbezirksbeirätin Katherina Schubarth (SPD). „Im Haushalt 2019/20 ist kein Geld für eine Fähre vorgesehen“, konterte Böhm. Die Untersuchung sorge da kaum für weitere Verzögerungen. Dieser Argumentation folgte die Mehrheit der Stadtbezirksbeiräte und lehnte die sofortige Einrichtung eines Fährbetriebs ab. Der Stadtrat muss nun entscheiden.

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Von Uwe Hofmann

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