Hilfe für Obdachlose

Eine Waschmaschine für ein neues Leben

Sozialarbeiterin Sylvia Albert (r.) berät in einem Büro der Wohnungsnotfallhilfe Vanessa, die sich über ihre eigene Wohnung freut.

Sozialarbeiterin Sylvia Albert (r.) berät in einem Büro der Wohnungsnotfallhilfe Vanessa, die sich über ihre eigene Wohnung freut.

Dresden. Vanessa will den Neustart schaffen. Nach über drei Jahren in der Obdachlosigkeit hat die 21-Jährige nun mit Unterstützung der Sozialarbeiter der „Diakonie Stadtmission Dresden“ eine eigene, kleine Wohnung im Süden der Landeshauptstadt gefunden. Doch Hartz IV und eine Pauschale für die Erstausstattung vom Jobcenter reichten gerade einmal für das Allernötigste in der Wohnung. Weil kein Geld für Gardinen überblieb, behalf sich Vanessa kurzer Hand selbst mit Geschenkpapier. Damit versuchte sie, die Fenster zu verdunkeln und so die Wohnung im Sommer gegen Hitze zu schützen. Für eine eigene Waschmaschine fehlte das Geld. Mit Hilfe von Spendengeldern der Wohnungsnotfallhilfe des „Diakonischen Werk – Stadtmission Dresden“ hat sie nun seit kurzem eine eigene Waschmaschine in der Wohnung. Das erleichtert ihr das Leben.

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„Mit der eigenen Wohnung habe ich einen festen Halt“, sagt Vanessa. Nachdem sie mit 17 Jahren das Heim im Dresdner Umland verlassen musste, in das sie als Jugendliche kam, rutschte sie in die Wohnungslosigkeit. Wenn der familiäre Rückhalt fehlt, ist es für junge Menschen besonders schwer. Trotz staatlicher Hilfen kann es aber auch aus anderen Gründen in Dresden schwierig sein, eine eigene Wohnung zu finden, sie mit dem Nötigsten auszustatten und die Miete überweisen zu können.

„Ich merke, dass es vorwärts geht“

„Wir unterstützen zum Beispiel bei der Anschaffung von Haushaltsgeräten, Möbeln oder bei der Begleichung von Mietschulden“, sagt Sylvia Albert von der Wohnungsnotfallhilfe. Seit zehn Jahren hilft sie als Sozialarbeiterin Menschen aus der Wohnungslosigkeit „Es suchen immer mehr Menschen Unterstützung bei unserer Einrichtung“, sagt die 37-Jährige. Allein im vergangen Jahr stellte die Dresdner Wohnungsnotfallhilfe 33 Unterstützungsanträge für Haushaltsgeräte. Dazu kommt Hilfe für Menschen in Ausnahmesituationen. „Zum Beispiel haben wir nach dem plötzlichen Tod eines Elternteils die Familie finanziell bei der Beerdigung unterstützt“, berichtet Albert.

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Sylvia Albert betreut Vanessa im Rahmen des ambulanten „Betreuten Wohnens“ vorerst für ein Jahr. „Durch die längerfristige Begleitung ist es möglich, eine gute Arbeitsbeziehung aufzubauen“, sagt die Sozialarbeiterin. Die Wohnungsnotfallhilfe unterstützt Menschen wie Vanessa, in Angelegenheiten rund um die Wohnung, wie beim selbstständigen Abschluss von Strom- oder Internetverträgen.

Aktuell arbeitet Vanessa im Zuge einer Jobcenter-Maßnahme handwerklich mit Holzprodukten. „Ich merke, dass es vorwärts geht“, sagt die junge Frau. Mit ihrer Wohnung als Rückzugsort hat sie klare Ziele vor Augen. „Ich will eine Arbeit finden, damit ich an der Abendschule meinen Hauptschulabschluss nachholen und anschließend eine Ausbildung machen kann“.

Von Tomke Giedigkeit

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