Am Mittwoch Wahl in Stadtteil von Dresden

Ein eigenes Parlament für Johannstadt

25 000 Einwohner leben in Johannstadt. Für ihre Belange soll sich ein Stadtteilbeirat einsetzen.

25 000 Einwohner leben in Johannstadt. Für ihre Belange soll sich ein Stadtteilbeirat einsetzen.

Dresden. Premiere für Dresden: Die Einwohner des Stadtteils Johannstadt sind am Mittwochabend aufgerufen, sieben Vertreter für den Stadtteilbeirat zu wählen. Mit der Wahl wird erstmals ein demokratisches Gremium für einen Stadtteil etabliert. Bislang sind die Stadtbezirksbeiräte die unterste demokratische Interessenvertretung. Johannstadt gehört zum Stadtbezirk Altstadt, in dem knapp 55 000 Einwohner leben. Mit dem Stadtbezirksbeirat wird es eine Interessenvertretung für rund 25 000 Menschen geben.

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Der Beirat soll laut Andrea Schubert, Vorsitzende des Stadtteilvereins Johannstadt, mit bis zu 20 Personen besetzt werden. Dabei handelt es sich um zwei Mitglieder des Stadtbezirksbeirats Altstadt, zehn Vertreter von Vereinen und Institutionen aus Johannstadt und die zu wählenden sieben Einwohner. Die Wahl findet von 18 bis 20 Uhr in der JohannStadthalle auf der Holbeinstraße 68 statt.

Der Stadtteilbeirat ist ein Projekt des Bundeswettbewerbs Zukunftsstadt, bei dem es Dresden in die Endrunde geschafft hat. 51 Kommunen hatten sich 2015 beworben, Dresden gehört zu den sieben Gewinnern und hofft auf eine siebenstellige Fördersumme, wie Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) jetzt erklärte. Der Stadtteilbeirat wird laut Schubert viermal im Jahr tagen und sich mit aktuellen Themen der Stadtteilentwicklung befassen. Das Gremium kann Entscheidungen treffen und zum Beispiel Mittel aus zwei Kleinprojektefonds vergeben.

16 Kandidaten bewerben sich auf die sieben Beiratsmandate, so die Vereinsvorsitzende. Nur für den Platz des oder der Jugendlichen im Alter von 16 bis 25 Jahren sei bislang noch keine Kandidatur eingegangen. Interessenten könnten sich noch bis Mittwoch 9 Uhr melden. „Der Platz kann aber auch im weiteren Prozess nachbesetzt werden“, erklärte Schubert.

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Wahlberechtigt sind alle zur Wahlveranstaltung Anwesenden, die das 16. Lebensjahr vollendet haben und mit einem offiziellen Dokument einen Wohnsitz, ein Gewerbe oder ein Beschäftigungs- und Ausbildungsverhältnis in den Stadtteilen Johannstadt-Nord oder Johannstadt-Süd nachweisen können. Nach der Schließung des Wahllokals werden die Stimmen ausgezählt. „Wir hoffen, dass wir gegen 20.30 Uhr die Ergebnisse bekanntgeben können“, erklärte die Vereinsvorsitzende.

Der Stadtteilbeirat soll die gelebte Demokratie fördern und dabei mithelfen, dass sich mehr Menschen für Projekte in ihrem Stadtteil engagieren. „Das führt im Idealfall zu einer nachhaltigen, sich selbst steuernden Stadtgesellschaft“, sagte Schubert. Von den in Johannstadt gesammelten Erfahrungen werden die Einwohner von Gruna und Pieschen profitieren können. Auch in diesen Stadtteilen sollen Stadtteilbeiräte gewählt werden.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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