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Vorgetäuschte Straftaten

Ehepaar meldet mehrere Überfälle – aber gab es die wirklich?

Sind die beiden nun dreiste Lügner und Betrüger oder einfach nur Pechvögel? Der Prozess wird fortgesetzt.

Sind die beiden nun dreiste Lügner und Betrüger oder einfach nur Pechvögel? Der Prozess wird fortgesetzt.

Dresden.Zweite Auflage in der Verhandlung gegen Familie Z. Im Februar hatte der Prozess schon einmal begonnen, musste dann aber wegen Krankheit der Angeklagten ausgesetzt werden. Am Montag also ein erneuter Versuch. Dem Paar wird Vortäuschen von Straftaten, Betrug sowie versuchten Betrug vorgeworfen.

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Frank Z. hatte an einem warmen Sommernachmittag den Notruf der Polizei gewählt und behauptet, ein Radfahrer habe ihm an der Rosenbergstraße seine massive, goldene Kette im Wert von 3500 Euro vom Hals gerissen. Dies meldete er am gleichen Tag seiner Versicherung, die den Schaden auch erstattete.

Einige Monate kam der Notruf von Monika: Zwei Unbekannte hätten sie, wieder am hellerlichten Tage an der Rosenbergstraße, überfallen, gedroht sie und ihren Hund zu töten und ihre goldene Kette und ihr Portemonnaie gefordert. Aus Angst habe sie dies übergeben. Wieder wurde der Schaden, 3460 Euro, der Versicherung gemeldet. Ein halbes Jahr später rief die Angeklagte erneut die Polizei: Zwei Männer hätten sie an der Zwinglistraße festgehalten und ihr das Smartphone für 600 Euro gestohlen. Das klingt brutal, zudem Monika Z. im Rollstuhl saß. Nur gab es diese Angriffe wirklich?

Die Angeklagte räumte später ein, dass sie ihr Handy verloren hatte, dies ihrem aufbrausenden Mann aber nicht sagen wollte und deshalb den Überfall erfunden habe. „Ich hatte Angst, dass er schimpft.“ Kann man bei ihrem temperamentvollen Gatten verstehen. Der wurde auch am Gericht ausfallen und beleidigend, wenn ihm was nicht passte. Polizei und Staatsanwaltschaft nahmen sich die Diebstähle der Ketten vor und kamen zu dem Ergebnis: Da stimmt so nicht. Da passt nichts zusammen, zumal das Paar ständig neue Versionen der Taten präsentierte.

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Die Überfälle haben stattgefunden, beharrte das Paar, sie seien dabei sogar verletzt worden. Beide hatten leichte Rötungen am Hals, die von der Polizei dokumentiert worden waren. Aber stammten die wirklich von den Übergriffen? Um das zu klären, war eine gestandene Gerichtsmedizinerin bemüht worden. Bei Monika Z. wäre es möglich, so die Gutachterin, bei Frank Z. äußerte sie Zweifel. Die Beschreibung des Tathergangs passe irgendwie nicht zu seiner Verletzung. Sind die beiden nun dreiste Lügner und Betrüger oder einfach nur Pechvögel? Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

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