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Gedenken

Dresdner Stadträte fordern „Marwa-El-Sherbini-Park“ vor Dresdner Landgericht

Ein Bild auf den Stufen des Landgerichts, gesäumt von weißen Rosen, erinnert an Marwa El-Sherbini.

Ein Bild auf den Stufen des Landgerichts, gesäumt von weißen Rosen, erinnert an Marwa El-Sherbini.

Dresden.In dieser Woche gedenkt die Stadt dem brutalen Mord an der Ägypterin Marwa El-Sherbini am 1. Juli 2009 im Gerichtssaal des Dresdner Landgerichtes. Die Stadtratsfraktionen Linke, Grüne und SPD wollen einen dauerhaften Ort des Gedenkens schaffen. Dafür haben sie einen Antrag eingereicht, in dem die Benennung des Parks vor dem Dresdner Landgericht in "Marwa-El-Sherbini-Park" gefordert wird.

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„Es ist ein jahrelanges Anliegen des Integrations- und Ausländerbeirates, an den brutalen, rassistischen Mord an Marwa El-Sherbini zu erinnern – damit so etwas nie wieder geschehe!“, sagt Stadträtin Kerstin Wagner (Linke). Die Linke habe für eine gemeinsame Einreichung des Antrages mit CDU und FDP geworben, was aber gescheitert sei.

Familie begrüßt Vorhaben

Für Vincent Drews (SPD) ist der Park vor dem damaligen Tatort der richtige Platz für die Benennung. „Und in Zeiten immer weiterer Verrohung von Sprache und um sich greifender Ausländerfeindlichkeit ist es wichtig daran zu erinnern, wohin rechtes Gedankengut führen kann und dass der Kampf dagegen noch immer nicht konsequent genug geführt wird“, erklärt er .

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Wie die Fraktionen mitteilen, werde das Vorhaben auch vom Integrations- und Ausländerrat sowie von der Familie der Ermordeten begrüßt. Die Gestaltung einer Informationstafel soll mit ihnen abgestimmt werden und könnte beispielsweise von Dresdner Schülern übernommen werden, heißt es im Antrag.

Marwa El-Sherbini-Stipendium zum dritten Mal ausgelobt

Marwa El-Sherbini war am 1. Juli 2009 von dem angeklagten Russlanddeutschen Alex W. unmittelbar nach ihrer Zeugenaussage niedergestochen worden, auch ihr Mann wurde angegriffen. Die schwangere Frau verblutete noch im Gerichtssaal vor den Augen ihres dreijährigen Sohnes.

Eine Reaktion der sächsischen Staatsregierung und der Stadt Dresden auf diese schreckliche Tat ist das Marwa El-Sherbini-Stipendium, das dieses Jahr zum dritten Mal ausgelobt wird. Das Stipendium wird in Höhe von 750 Euro monatlich, beginnend ab dem Wintersemester 2019/20 für zwei Jahre ausgereicht. Gefördert werden Studierende in einem Masterstudiengang oder in gleichwertigen Studiengängen wie Diplom oder Magister in Dresden. Bewerber mit Migrationshintergrund werden besonders berücksichtigt. Auswahlkriterien sind unter anderem hervorragende Leistungen, interkulturelle Kompetenz und gesellschaftliches Engagement. Bewerbungen können noch bis zum 31. August bei Dresden-concept e.V. eingereicht werden.

Von Lisa-Marie Leuteritz

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