Orthopädietechnik

Dresdner präsentieren Spiralorthese aus dem 3D-Drucker

Markus Buro zeigt eine Spiralorthese für eine Hand, die komplett in einem 3D-Drucker entstanden ist.

Markus Buro zeigt eine Spiralorthese für eine Hand, die komplett in einem 3D-Drucker entstanden ist.

Dresden. Die erste Spiralorthese aus dem 3D-Drucker haben die Fachleute der Orthopädie- und Rehatechnik Dresden GmbH am Freitag in Dresden vorgestellt. Die Stütze ist für ein halbseitig gelähmtes Mädchen gedacht, richtet ihr die Hand ohne dabei ihre Bewegungsfähigkeit einzuschränken. Das hat bisher auch ein auf konventionelle Weise gefertigtes Modell getan, aus dem das Mädchen aber herausgewachsen ist. Für die neue Orthese habe man nun neue Wege gehen wollen, sagt Geschäftsführer Thomas Mitzenheim.

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Dabei hat die Digitalisierung bei den Dresdnern schon längst Einzug gehalten. Körperteile, für die Orthesen gefertigt werden sollen, werden über die sogenannte CAD/CAM-Technik digital eingescannt. Eine CNC-Fräse fertigt dann aus einem Schaumstück ein Modell, das früher noch aus Gips hergestellt wurde. „Wir haben ja die digitalen Daten bereits, sie für den 3D-Druck zu verwenden, ist da nur der nächste logische Schritt“, sagt Mitzenheim.

Dabei wird ein spezieller Kunststoff – Polyamid PA 12 – so geformt, dass ein leistungsfähige Orthese herauskommt. Die bestehen bisher aus Kohlenstofffaser und werden handwerklich gefertigt. „Mit der neuen Technik sind ganz andere Formen möglich“, sagt Markus Buro, der bei den Dresdnern die Orthesentechnik verantwortet. Wobei er ohnehin eine andere Gestaltung finden muss, da das Material andere Eigenschaften aufweist. „Wir kennen die Grenzen dieser Technik noch nicht“, sagt Buro.

Diese auszuloten, darum geht es den Fachleuten zunächst. Deshalb nehmen sie auch hin, dass die Spiralorthese aus dem 3D-Drucker teurer ist als eine konventionell hergestellte. Über kurz oder lang, so die Überlegung, ändert sich das. Vorteil der Drucktechnik sei es zudem, dass sich einmal eingelesene Teile jederzeit erneut fertigen lassen – falls einmal eine Orthese kaputt geht. Außerdem ließen sich bei Kindern leicht neue Orthesen erstellen, wenn diese Wachsen. „Wir können einige Parameter ändern und den Kindern so das erneute Ausmessen ersparen“, sagt Mitzenheim. Er hat auch schon eine neue Anwendung für den 3D-Druck im Blick. In Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Dresden wird an der Fertigung von Sitzschalen durch den Kunststoffdruck gearbeitet. „Da wird es in Zukunft noch viele Anwendungen geben“, ist der Geschäftsführer sicher.

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Von Uwe Hofmann

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