Ehrensenator der TU

Dresdner Henry Arnhold in New York verstorben

Henry Arnhold (1921-2018)

Henry Arnhold (1921-2018)

Dresden. Henry Arnhold ist tot. Der Bankier, Mäzen und Sammler hat seinen Bruder Gerhard nur um drei Jahre überlebt. Beide waren Söhne des bekannten Dresdner Stifters Ge­org Arnhold. Die Familie Arnhold und das gleichnamige Bankhaus waren nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten enteignet worden. Das Geldinstitut hatte die Dresdner Bank übernommen.

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Henry Arnhold, geboren am 15. September 1921 in Dresden, war Ehrensenator der TU Dresden. Die Universität teilte am Freitag mit, dass er am Abend des 23. August in New York gestorben ist. „Henry Arnhold hat uns immer wieder tief be­eindruckt mit seiner Weisheit, seinem En­gagement, seinem großen Herzen, seiner Fröhlichkeit und vor allem seinem Verzeihen-Können.

Im Namen aller Angehörigen der TU Dresden spreche ich seiner Familie und seinen Freunden unser tief empfundenes Beileid aus“, so der Rektor der Technischen Universität, Prof. Hans Müller-Steinhagen.

Henry Arnhold hatte unter anderem initiiert, dass seit den 1990er Jahren TUD-Studenten ein Jahr an der New School for Social Studies in New York verbringen können. „Für ihn war der internationale Austausch, die Verständigung zwischen den Völkern, die Förderung junger Menschen eine Herzensangelegenheit“, hebt Professor Hans Vorländer hervor, der das Programm „Henry Arnhold Summer School“ betreut und leitet.

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Arnhold wohnte nach seiner Geburt 1921 mit vier Geschwistern im Elternhaus an der Tiergartenstraße und ging auf die Kreuzschule. Als das Bankhaus seines Vaters während der Naziherrschaft im Zu­ge der Judenverfolgung „arisiert“ wurde, kam er zunächst in ein Schweizer Internat. Über Norwegen, Schweden und Kuba gelangte er 1942 schließlich in die USA. Dort studierte er und trat dann in die neu aufgestellte „Investmentbank Arnhold & S. Bleichroeder“ ein, die er ab 1960 leitete.

Nach der Wende engagierte sich Arnhold ebenso wie sein Bruder wieder stark in seiner Heimatstadt Dresden. Er unterstützte vor allem den Wiederaufbau von Frauenkirche und Synagoge, aber auch die Staatlichen Kunstsammlungen. Auch den Bau des Georg-Arnhold-Bades förderte er maßgeblich. 2013 ehrte ihn der Freistaat mit dem Sächsischen Verdienstorden.

Von Carolin Seyffert

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